Der Gutswein bekommt rund 5 Prozent Holzanteil, der Rest wird im Edelstahl ausgebaut, um diesen kristallklaren, fruchtigen Stil zu betonen. Das Holz gibt aber eine ganz feine Struktur, einen gewissen Grip. Der Gutswein wächst in Weinbergen rund um die Kiedricher Berglagen, vor allem am Hangauslauf in Richtung Eltville. Dort werden die Böden etwas sandiger, was dann eben etwas mehr Frucht bringt. Nach einem erneut extrem trockenen und sehr sonnigen Sommer, kamen Regenfälle gegen Herbst. Die Trauben waren allerdings weitgehend sehr gesund, es gab nur sehr wenig Botrytis. Der Phyllit-Schiefer- und Sand-Boden am Kiedricher Hang hat eine gute Drainage, was in diesem feucht-warmen Herbst dann der Schlüssel zum Erfolg war. Auf Robert Weil wird schon lange komplett biologisch gearbeitet, die offizielle Zertifizierung folgt demnächst. Der Gutsriesling bekommt durch diesen kleinen Tick Holz nochmal ein bisschen mehr Struktur. Der 2024er hat etwas mehr Stringenz und Kühle als die etwas reicheren 2023er. Es ist klassischeres Rheingau, stahliger und straffer. Die 2023er haben mehr Frucht gezeigt, wohingegen die 2024er etwas mehr zur Steinigkeit gehen. Ich mag diese kühlen 2024er sehr, es ist stilistisch nicht so weit weg von 2023, aber geht etwas mehr zur krachenden Mineralität, selbst im Gutswein ist das ein wunderbar steiniger, geschliffener und saftig-feiner Riesling. Alles ist reif, geschmeidig, und doch berauschend in seinem athletischen Antritt. Diese köstliche, frische Frucht, Weintraube, der Pfirsich ist eher weiß als gelb, Granny Smith mit seiner frischen Säuerlichkeit. Was für eine feine Eleganz! Ich schätze die 2024er auf Augenhöhe mit den 2023ern, zumindest bei den Spitzenweingütern. In ihrer Kühle werden sie sicher lange frisch bleiben und selbst so ein Gutsriesling kann bei Weil fünf Jahre und mehr reifen, kein Problem. Unglaublich lecker, einfach ein schöner Traubensaft. Der Wein hat immer Stil und Charme.