Der Kastanienbusch liegt in Birkweiler. Es ist eine außergewöhnliche Lage, wir haben hier Rotliegendes, das heißt stark eisenhaltige Böden, mit Ursprung im Permafrost und dazu Vulkangestein und schieferige Bruchstücke. Die Lage ist recht steil, warm exponiert, aber von Wald umgeben. Ende Oktober gelesen, also sehr spät, rund zwei Wochen später als die anderen GGs. Der Kastanienbusch hat diesen immens konzentrierten Kern aus Wiesenkräutern, blühendem Rosmarin, Ingwer, Tonicwater, sogar im kühleren Jahr zeigt der Kastanienbusch seine mediterrane und zugleich waldig-kühle Art. Ein ganzer Strauß an Wiesenkräutern und -blüten. Dann kommt er in den Mund und man weiß gar nicht woran man zuerst denken soll. Salz, Gestein, Kräuter, Steinobst, wieder Salz, alles spielt und vibriert in diesem unglaublich komplexen Riesling. Die Kühle, die der Kastanienbusch ausstrahlt, ist faszinierend, die Augen ziehen sich zusammen, ob den hohen Ausschlägen aus Salz und Säuren, aber alles total reif, wunderbar abgepuffert. Die hohe Konzentration, die man dem Jahr gar nicht zutrauen würde, die den superben Weinbau von Rebholz zeigt, fängt die vibrierende Säure des Jahrgangs einfach ab. Piniennadeln, Salbei, Pfirsich, zitronig, immenser Gerbstoffgrip, sehr tief und kraftvoll. So viel Extrakt, aber keinerlei Wucht. Ein schlafender Riese! 97-100/100