Der Plot heißt eigentlich La Platera – Lumière ist also ein Fantasiename. Weil Alejandro nicht nach Maßgaben der DO arbeiten möchte, darf er den Namen nicht verwenden. Die Reben sind über 65 Jahre alt und stehen komplett auf Kreidefelsen. Der Weinberg liegt 45 Meter über dem Meeresspiegel – das gilt in Miraflores als Einstieg in alle Toplagen. Miraflores ist deshalb so besonders, weil es in Sanlúcar sehr viel Wind gibt und nicht so viel Hitze. Die Alkoholwerte sind deshalb sehr gering – der La Lumière hat nur 11,5 Volumenprozent Alkohol. Palomino Fino von alten Reben – das bringt eine extrem florale Nase. Gelbe und weiße Blüten, darunter Reineclaude und Salz. Und bei aller Zartheit erstaunlich viel Schub aus gelber und weißer Frucht. Aprikose, auch wieder Exotik aus Maracuja und ein Hauch exotische Ananas. Wunderbarer Druck in der Nase, ohne jegliches Fett. Eine schwebende Schönheit mit hoher Intensität! Im Mund eine geniale Aromatik… Auch hier wieder viel gelbe Frucht aus Aprikose, aber auch ein leichter Bitter-Hauch. Wieder süßer Sanddorn, süße reife gelbe Mango. So viel Schub und gleichzeitig eine so wunderschöne spielerische Aromatik und hohe Intensität! Das Ganze aber ohne Fett. Der Wein steht für Minuten, es ist eine traumhafte Fruchtkomposition! Viel zu schade, um das mit Essen zu kombinieren. Der Wein – obwohl er einen so geringen Alkoholgehalt hat und null Restzucker – ist für sich schon eine Art Dessert in seiner wunderbaren Ausprägung, mit seinem süßem Sanddorn-Honigschwänzchen, der leichten Exotik und viel gelber Frucht. Echt schick! Was wir aus der Region Jerez bei Willi Perez und De La Riva in Druck und Power haben, ist im windigen kühleren Sanlucar auf dem leichteren Kreidehügel des Miraflores bei gleicher Klasse eben das Gegenteil in purer Eleganz und schwebender Ätherik, wie ein Frühlingshauch.