Savigny-lès-Beaune wird oft unterschätzt, weil es im Schatten der großen Nachbarn und des Corton-Charlemagne liegt. Aber die Lage Hauts Jarrons ist ein echtes Juwel, sie ist im eigenen Besitz der Domaine Jadot, kein Zukauf. Sie liegt am Südhang des Tals, fast schon an der Grenze zur Appellation Beaune auf einem kalksteinreichen Boden mit kieseligem Ton. Da Hauts Jarrons näher an Beaune liegt, sind die Weine von hier oft kräftiger, strukturierter und kerniger als die Weine von der gegenüberliegenden Talseite, die eher floraler und leichter sind. Savigny ist weit überwiegend mit Pinot Noir bepflanzt, die Weißweine der kleinen Gemeinde sind eher ein Insider-Ding. Aber Simon Bize, Jadot, De Bellene, sie alle machen so geniale Chardonnays dort. Ausbau in Barriques, rund ein Drittel neues Holz. Er duftet nach reifer Quitte, weißem Pfirsich, weißer Schokolade und – typisch für den Ausbau bei Jadot – dezente Anklänge von Brioche, gerösteten Nüssen und einer dezenten Buttrigkeit. Mir schießen sofort Kalbsfleisch in Sahnesauce oder Zander in Butter gebraten dazu in den Kopf – ein perfect match! Schöne Salzigkeit im Mund, seidig, fein und doch mit dem Kalkstein-Kick dieser kalkigen Premier Cru-Lage. Weiße Savignys von diesem Kaliber sind keine Weine, die man sofort trinken muss. Sie entwickeln nach 3 bis 7 Jahren eine wunderbare, nussige Komplexität. Das ist Burgunder mit Druck und Intensität, Schmelz und Cremigkeit, quasi ein kleiner Meursault für die Hälfte des Preises.