Domaine La Bouissiere: Gigondas Beauregard 2023

Domaine La Bouissiere: Gigondas Beauregard 2023

Zum Winzer

Grenache 75%, Syrah 25%
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2049
Lobenberg: 95–97/100
Jeb Dunnuck: 94/100
Parker: 93–94/100
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gigondas Beauregard 2023

95–97
/100

Der Jahrgang 2023 ist dahingehend etwas ungewöhnlich, weil auf einen relativ sonnigen, aber nie heißen Sommer mit ausreichend Regen dann eine sehr heiße Ernteperiode folgte mit um die 40 Grad im August. Das hat volle Reife gebracht, obwohl enorm viele Trauben an den Stöcken hingen. Die Winzer waren am Ende aber froh, diese satte Menge zu haben, ansonsten hätte die Hitzewelle die Trauben zu extrem aufkonzentriert. So ist alles gut reif geworden, aber durch die gute Saftausbeute auch schön geschmeidig und fruchtstark geworden, ohne jegliche gekochten Aromen. Genau wie es in Deutschland 2018 war, hat also der etwas höhere Ertrag der Hitze zur Veraison gut entgegengewirkt. Das ist schon ganz lange einer der Lieblingsplots von Thierry Faravel, er hat lange darüber nachgedacht, mit diesem Plot etwas separates zu machen. Ausgebaut hat er den Lieu-dit schon immer einzeln, weil er ihn so fasziniert hat, danach ging es aber immer in den Blend. Thierry Faravel kämpft mit sich, mit Lieu-dits anzufangen, weil die Rhône für ihn eben nicht das Burgund ist und er eigentlich ein Traditionalist ist, der die Rhône als Blend eines Ortes sieht und nicht als Einzellage. Er glaubt mehr an den Bartolo Mascarello-Ansatz. Aber dieser Weinberg und das Ergebnis faszinierte ihn so, dass er nach 5 Jahren mit sich selbst ringen doch eine singuläre Füllung gewagt hat. Es ist eine sehr kühle Lage, meist die allerletzte die geerntet wird, in 2023 war es am 10. Oktober, also wirklich spät für die Rhône. Argilo-calcaire-Boden in einer kleinen Kuhle gelegen, also etwas schattiger und windig. Auch hier behält Thierry Faravel immer 70 bis 80 Prozent Ganztrauben in der Gärung. Der Wein ist unglaublich kühl und würzig schon im Duft. Ich kann verstehen, was Thierry so angezogen hat. Der Wein hat etwas sehr Ruhiges, fast Mythisches an sich. Er ist im Kontext von Thierrys Weinen sehr, sehr fein, hat immer eine Luftigkeit an sich, die kein anderer Wein des Weingutes hat. 2021 war der erste Jahrgang für diesen Wein. Er wächst auf 400 Metern Höhe, also mit die höchste Lage der Faravels. Eine Nordexposition, die sich wirklich zeigt. In der Nase sehr floral mit Rosenblättern, Veilchen und süßer Kirsche, sogar etwas Sauerkirsche, was man an der Rhône eher selten findet. Der Wein schwankt zwischen dem Burgund und der Nordrhône, schon irre, dass sowas in Gigondas wachsen kann. Diese Berglagen sind ein sehr eigenes, wirklich kühles Terroir. Mich erinnern die Tannine in ihrer kalkig-kühlen Art mit dem Pfeffer darunter mehr an einen Nordrhônewein, an einen Top-Saint Joseph. Das ist ein total anderer Stil für Gigondas als man es von dieser Domaine gewohnt ist. Faszinierend, großer Stoff, nicht zwingend besser als der Font de Tonin, aber klar die abgehobenere, finessenreichere und kühlere Expression. Ich liebe den Beauregard, mich hat er sofort gepackt.

Jahrgangsbericht

Jahrgang 2023 Rhone: Ein Jahrgang auf Messers Schneide! Es brauchte nur ein paar Tage, die das Jahr zwischen einem »Grand Millésime« und einem »Millésime complexe« schwanken ließen. Der letztlich doch noch "klassische" Winter, der von einer ziemlich strengen Kälte geprägt war, verhinderte zum Glück den zu frühen Austrieb und damit jedes Risiko von Frühjahrsfrösten. Der folgende Vegetationszyklus brachte regelmäßige und glücklicherweise reichliche Regenfälle. Daraus resultierende Pilz-Krankheiten setzen die Winzer aber unter Druck! Die Erfahrung des Jahrgangs 2018 mit starkem Mehltau, der den Winzern noch leidvoll gut in Erinnerung ist, sorgte jedoch dafür, dass dieser Pilz-Druck bei den besten Winzern mit Erfahrung und viel Arbeit eingegrenzt werden konnte. Diese Winzer gingen somit gelassen und mit guten Wasserreserven in die Sommersaison, eine qualitativ schöne und große Ernte stand in Aussicht. Außerdem, und das ist selten, beglückte der Sommer die Winzer nochmal mit einigen milden Regenfällen. Am 15. August waren die Weinberge der Rhône gesund und grün. Die Winzer rieben sich die Hände, denn alles deutete auf einen »Grand Millésime« hin. Leider hat Mutter Natur, wie so oft in den letzten Jahren, in einigen Teilbereichen 2023 doch noch anders entschieden. Für einige Tage wurden die Weinberge der Rhône von einer extremen Hitzewelle heimgesucht. Die Trauben auf jungen Rebstöcken und jungen Terroirs hatten kaum eine Chance. Der totale Stillstand im Weinberg. Nur die wirklich alten Vieilles Vignes mit geringen Erträgen, dazu auf geschützten und alten Terroirs, fanden die Widerstandsfähigkeit, um ihre Trauben weiter zur optimalen Reife zu bringen. Die Katastrophe wurde somit nur in Teilen abgewendet, nur sehr alte Reben auf Top-Terroirs brachten grandiose Ergebnisse, aber in Summe über alle jüngeren Weinberge sind die Qualitäten wirklich mehr als heterogen, selbst in den arrivierten und besten Weinkellern... Eine grandiose, sehr spitze Spitze der Pyramide und darunter viel Durchwachsenes. Wieder einmal hat die akribische Selektionsarbeit im Weinberg ihren Sinn erfüllt! Die südliche Rhône: Paradoxerweise zeigen die Weißweine viel Lebendigkeit, Frische und aromatisch-mineralische Ausgewogenheit. Die Gaumen sind strahlend und harmonisch. Unerwartet und großartig. - Die Qualitäten bei den Rotweinen sind dagegen von Rebsorte zu Rebsorte sehr unterschiedlich. Entgegen allen Erwartungen kommen die Syrahs mit moderater Frucht erstaunlich gut weg. Die Weine aus sehr alten “Vieux Grenache” sind wunderbar rassig und von sehr großer Präzision, ein großes Jahr für sehr alte Reben. Junge Grenache aber litten sehr. Die nördliche Rhône: Hier gibt es weiß eine gewisse Ähnlichkeit mit den so herrlichen südlichen Weißweinen, wobei die Dichte sogar etwas ausgeprägter ist, superbe Ergebnisse... Die Qualitäten bei den Rotweinen variieren jedoch von einer Appellation zur anderen und sogar innerhalb der Appellation, abhängig eben vom Rebalter und vom Terroir. Ein Jahrgang, der uns bei den wenigen richtig gelungenen und großen Weinen in der Spitze, aber eben nur da, enorm an den Superjahrgang 2016 denken lässt. Und für den Norden des Nordens gilt »Spéciale!«: Saint Joseph, Condrieu and Cote Rôtie zeigen einige Jahrhundertweine.

94
/100

Jeb Dunnuck über: Gigondas Beauregard

Very classic in its profile, the 2023 Gigondas Beauregard shows darker berries, violets, pepper, and beefy, meaty nuances. It's medium to full-bodied, ripe, nicely balanced, has ripe tannins, and outstanding length. It's a gorgeous effort from this great estate to drink over the coming 10-15 years. I'd be thrilled with bottles in the cellar.

93–94
/100

Parker über: Gigondas Beauregard

More ethereal and perfumed than the 2022, the 2023 Gigondas Beauregard offers up a striking,bouquet of violets, rose petals, litchi, dark cherries and crushed flowers. Medium- to full-bodied,,satiny and textural, it’s elegantly layered, with powdery tannins and a fleshy core of fruit, concluding,with a long, floral and saline finish. A blend of 90% Grenache Noir and 10% Syrah, this refined,,understated Gigondas beautifully reflects the calcareous soils of the appellation’s upper slopes.,Produced at only 2,000 bottles.

Mein Winzer

Domaine La Bouïssière

Wer ist nun der beste Erzeuger in Gigondas? Es ist müßig darüber zu streiten, nach Meinung von Robert Parker und anderer Experten sind Gilles und Thierry Faravel von La Bouïssière zusammen mit Santa Duc und Château Saint Cosme die Superstars der Appellation und vielleicht die Senkrechtstarter der...

Gigondas Beauregard 2023