100 Prozent Merlot. 33 Hektoliter Ertrag pro Hektar. Die Lage des Weinbergs ist eher kühler, daher findet die Lese später als bei anderen Weingütern der Region statt, in 2025 erst am 15. September. Zwei Wochen später als beispielsweise bei Faugères. Die Nase ist sehr schön rauchig mit viel satter schwarzer Kirsche. Butterweich und hochelegant! Das ist unglaublich gut verwoben mit samtigem Tannin. Sehr viel Veilchen dazu, Schwarzkirsche, süße Maulbeere und etwas Mango. Auch helle Lakritze und Milchschokolade. Ein Merlot voller Charme und süßer Dichte! Dann ein sehr schicker Mund: Sauerkirsche, reife Himbeeren und Salz, auch wieder Milchschokolade. Sehr harmonisch und gleichzeitig sehr pikant zwischen den Polen von Säure, des satten Tannins und der Fruchtsüße hin- und herspringend. Das ist eine Ode an die Freude! Ein großes Jahr für Lafon la Tuilerie! Das erreicht in 2025 auf jeden Fall die Größe des 2022er. Der war schon ein Riese, aber 2025 ist feiner und zarter in dieser seidig-samtigen Tanninstruktur. Ich bewerte ihn dennoch nicht höher als 2023 und 2022, aber ist absolut auf demselben Level. Das ist ein extrem schicker Merlot von diesem winzigen kühlen Weinberg in Saint-Émilion. Ziemliche Perfektion und noch immer ein Geheimtipp! *** Lafon la Tuilerie sind 1,56 Hektar an den unteren Hängen von Saint-Émilion, kurz vor Castillon. Kalkstein im oberen Bereich, etwas Lehm im unteren Bereich. Also gute Wasserversorgung in heißen Jahren. Das Weingut war früher im Besitz von Pierre Lafon. 2018, nach zwei Katastrophenjahren in Folge (2017 Frost, 2018 Mehltau), musste Pierre aufgeben und hat an Silvio Denz verkauft, den Besitzer von Peby Faugères. Qualitativ und inhaltlich hat sich nichts geändert. Es gibt maximal 4.000 Flaschen von diesem Elixier aus 100 Prozent Merlot. Spontane Fermentation im Stahl nach kompletter Entrappung. Ausgebaut wird in einem Drittel Neuholz und zwei Drittel gebrauchtem Holz. Die Mazeration wird ganz geduldig über vier bis fünf Wochen laufen gelassen. Es wird nicht übergepumpt und der Wein nie hart gepresst. Es wird quasi nur aus dem Free Run Juice genommen, ohne Pressen, um keine harten Tannine aus den Kernen zu extrahieren.