Dieser Falletto hat nichts mit Castiglione Falletto gemein, sondern ist nach den Hängen des Weingutes in Serralunga benannt. Diesen Wein gibt es als Falletto (di Serralunga) oder auch manchmal als Rocche di Falletto. Aber das sind eben beides Serralunga-Weine. Im Moment ist dies wohl der absolute Brennpunkt von Barolo. Die besten Erzeuger von Giacomo Conterno, Altare, Vietti bis hin zu Gaja sind alle in Serralunga unterwegs, weil das Terroir dort so einzigartig ist. Und weil Serralunga diesen Spagat schafft aus der maskulinen Seite von Castiglione Falletto und der Weichheit, der Eleganz aus Monforte. Dieser Falletto besteht komplett aus Trauben eigener Reben und ist eine Monopollage der Giacosa. Die gesamte Weinbergsfläche von Giacosa im Falletto umfasst 13 Hektar, in einem Amphitheater in Süd-Südwest Exposition. Die Weine aus dem oberen Teil haben ein besseres Alterungspotential, und von hier kommen die Trauben des Falletto Vigna le Rocche. Aus dem Unteren Teil der Lage kommen die Trauben für diesen Wein. 34-36 Monate im großen Holzfass ausgebaut, der Wein wurde Ende Juli 2023 abgefüllt. Mittleres, leuchtende Rubinrot, mit einem Touch Orange. Die Nase ist monumental dicht, aber im Moment leicht verschlossen, das ist oft der Fall kurz nach der Abfüllung. Die Nase offenbart erdige Aromen, Teer, Rauch, aber auch jede Menge Veilchen. Insgesamt liegt ein zartes, würziges Aroma über der roten Kirschfrucht. Das ist fast burgundische Finesse. Fein und zugleich geheimnisvoll erdig. Getrocknetes Potpourri schwebt hinzu. Dann im Mund ist der Wein saftig und expressiv. Das ist so typisch für diesen wunderbaren Jahrgang 2020. Saftige, reife Kirsch- und Beerenfrucht, auch Brombeere und Pflaumen, die sich um die fein-griffigen Tannine wickeln. Ein Hauch Milchschokolade und weiße Lakritz mit Kalkstein. Dann kommen die Tannine nochmal griffiger und monumentaler hinterher. Dieser Wein hat die Struktur und die Frucht für eine lange Flaschenreife, das ist ein schicker, großer Wein. 98+/100