Alomado 2021

Cuentavinas Vinos de Origen Eduardo Eguren

Alomado 2021

Holzkiste

seidig & aromatisch
pikant & würzig
strukturiert
97
100
2
Tempranillo 80%, Viura 10%, Malvasia 6%, diverse autochthone Reben 4%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2052
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 97/100
6
Spanien, Rioja und Navarra
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Alomado 2021

97
/100

Lobenberg: Nach dem reinsortigen Garnacha hat es dieser Wein in der reinen Frucht etwas schwer, weil der Garnacha eine solche sexy-erotische Verführung war, so rotfruchtig! Hier sind wir dafür klar erwachsener und strukturierter und natürlich mit Tempranillo deutlich mehr in der dunklen Frucht. Auch viel Lakritze dazu, Eukalyptus und Minze. Etwas Garrigue-Würze darunter, sehr versammelt mit schwarzer Kirsche, aber trotzdem elegant. 2021 hat diese hohe Reife und gleichzeitig eine große Frische. Auch hier Cool Climate. Der Mund ist dann deutlich reicher als die Nase es vermuten lässt. Ein samtiger Teppich von butterweichen, aber reichlichen Tanninen. Blaue und schwarze Frucht, aber nicht fett, sondern nur intensiv. Schwarze Kirsche ohne Ende, darunter süße Maulbeere und etwas Cassis. Gute steinige Mineralität, Salz an der Seite, ein Hauch schwarzer Pfeffer, dunkler Assam Tee und eine süße Lakritzspur. Trotzdem ist es ein hocheleganter Wein mit einer extrem saftigen Trinkart. Die Textur ist einfach nur köstlich – Hedonismus pur! Schwarz, dicht und reich, trotzdem auch hochelegant. 97/100 *** Cuentavinas ist das Mikro-Weingut von Edoardo Eguren, Sohn der berühmten Rioja-Dynastie. Drei Einzellagen in einer der besten Gemeinden der Rioja, winzige Produktionszahlen. Alles penible Handarbeit, ein Prestigeprojekt und zugleich ein sehr persönliches. Edoardo Eguren hat seine Grundausbildung in Australien und Kalifornien absolviert. Die Bearbeitung seiner uralten Buschreben ist etwas anders, mit einem speziellen Entblätterungssystem, das er in Australien gelernt hat. Das führt dazu, dass die Trauben und Beeren extrem klein bleiben. Der Ertrag liegt am Ende bei nur 500 bis 800 Gramm pro Pflanze. Aus einem Hektar Weinberg holt er weniger als 2.000 Flaschen. Er macht nie eine grüne Lese, weil er direkt nach der Blüte die Reben im unteren Bereich entblättert. Das härtet die Beeren ab und führt zu einem geringen Wachstum wegen geringerer Photosynthese. Der Alomado ist ein von Tempranillo dominierter Mischsatz in San Vicente mit Anteilen von weißer Viura, Malvasia und Calagraño. Diese Mischpflanzung von weißen und roten Trauben war früher nicht unüblich, man kennt es auch von der Nordrhône. Alte Buschreben von 1960, die an einem südwestlichen Berghang auf quarzhaltigem Tonkalk stehen. Alles in kleine Boxen per Hand gelesen. Komplett entrappt und spontan vergoren. Ausbau im französischen 500-Liter Fässern für 18 Monate.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Cuentavinas Vinos de Origen Eduardo Eguren

Seit 2018 gibt es ein neues, hochspannendes Projekt im Rioja: Cuentaviñas. In der Gegend um San Vicente de la Sonsierra produziert Eduardo Eguren - Sohn von Marcos Eguren, Eigentümer von Sierra Cantabria - extrem präzise und ausdrucksstarke Weine der absoluten Spitzenklasse.