55,9 Prozent Merlot, 35,4 Prozent Cabernet Sauvignon und 8,7 Prozent Cabernet Franc. Seit vielen, vielen Jahren viel mehr als ein Zweitwein. Immer eine hochelegante, verspielte und überzeugende Alternative zu vielen erstklassifizierten Weinen aus Pessac-Léognan. Die Nase des 2022er ist ultrafein – sehr schick! Feine rote Kirsche, darunter Nougatpraline und Schwarzkirsche. Alles nur gehaucht, fein und aromatisch. Die Finesse pur in der Nase! Der Mund greift das auf, hat aber ein wenig mehr Grip, was hervorragend passt. Es bleibt aber in der Mitte des Mundes eher schlank und verspielt, hocharomatisch und fruchtig. Aber nichts Grobes, sondern einfach nur tänzelnd und mit schöner Länge. Hedonismus pur, ein Leckerli mit viel Himbeere, Erdbeere, schwarzer und roter Kirsche, ganz heller Lakritze und Flieder. Natürlich, wenn man weiß, dass La Chapelle in Jahren wie 2022 unter Umständen teurer ist als ein nahezu 100 Punkte starker MUST-BUY Seguin, der nur etwas weiter südlich wächst, ist das natürlich im Preis-Leistungs-Verhältnis etwas daneben. Aber es ist definitiv das kleinere, absolut identische Abziehbild von La Mission Haut-Brion. Und ohne Zweifel ein extrem köstlicher und hedonistischer Wein. 96+/100 *** La Chapelle ist der Zweitwein von La Mission Haut-Brion – seit Jahren eine Bank, ein grandioser Wein. Es ist ein klassischer Vertreter eines Zweitweins, denn es gibt nur einen Grand Vin bei La Mission, bei dem erst in der Fassselektion der Zweitwein La Chapelle rausgenommen wird. Viele Erstweine werden von dem genialen Charme dieser vibrierenden Cabernet-Cuvée geschlagen.