Bei Millot bekommen die Weine, wie bei Grivot in Vosne, eine Kaltmazeration von rund einer Woche bevor die Spontangärung beginnt. Fermentation in Edelstahl und Betontanks, null Holz. Gewisse Ganztraubenanteile von bis zu 60 Prozent in der Vergärung. Der Ausbau findet dann ganz klassisch in Barriques statt. Der Echezaux ist wuchtiger und ausladender als der florale, verspielte Suchots. Wir gehen tiefer in die dunkle Frucht, mehr zur Brombeere mit frischer Pflaume und etwas Milchschokolade. Extraktsüßer, cremiger Antritt auf straffem, perfekt reifem Tannin. Wunderbar ausgewogen, genau richtig zwischen Süße und herber Mineralität. Diese 2023er bei Millot sind für mich die perfekte Mischung aus großer Klassik und charmantem Schmelz und Zugänglichkeit. Man sollte nicht unterschätzen, dass dieser Wein sicher 20 Jahre reifen kann, aber er schmeckt schon aus dem Fass einfach herrlich und wird Ende diesen Jahrzehnts schon größte Freude bereiten.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.