Jean-Marc Millot: Cote de Nuits Village 'Aux Faulques' 2024

Jean-Marc Millot: Cote de Nuits Village 'Aux Faulques' 2024

Pinot Noir 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2036
pikant & würzig
saftig
seidig & aromatisch
Lobenberg: 94/100
Frankreich, Burgund, Cote de Nuits
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cote de Nuits Village 'Aux Faulques' 2024

94
/100

In 2024 hat Alix Millot rund 13 hl/ha im Betriebsschnitt geerntet, also wirklich dramatisch tief. Normal sind 30 hl/ha, die Ernte umfasst also nur ungefähr ein Drittel einer Normalernte. Der Mehltau hat extrem zugeschlagen in Vosne, dort noch mit am meisten an der Côte de Nuits, aber es war eigentlich überall. Alix hat extrem selektiert und ausgelesen, sodass sie dann sogar im Schnitt rund 40 bis 50 Prozent Ganztrauben in der Vergärung verwenden konnte, was nicht einfach war in diesem Jahrgang. Denn die Stiele waren oft auch von Mehltau befallen, da musste man sehr präzise sein. Bei Millot bekommen die Weine, wie bei Grivot in Vosne, eine Kaltmazeration von rund einer Woche bevor die Spontangärung beginnt. Fermentation in Edelstahl und Betontanks, null Holz. Der Wein wächst unweit des Clos de la Marechale von Mugnier und liegt quasi unterhalb des Steinbruchs von Comblanchien. An dieser Stelle der Côte de Nuits gibt es mit die höchsten Anteile an Aktiv-Kalk im Boden. Alix Millot hat hier ungefähr einen Hektar, das ist flächenmäßig ihr größter Besitz. Rund 50 Prozent Ganztrauben in diesem Hautes-Côtes, alles wird mit den Füßen untergestoßen. Rund 10 Prozent Neuholz im Ausbau, der findet dann ganz klassisch in Barriques statt. Der Wein fasziniert vom ersten Moment an, weil er diese extrem straffe Art hat. Enorm straffe Kalksteinart in Nase und Mund, Johannisbeere, Menthol, Zitronenthymian, Sauerkirsche ohne Ende im Finale, dass wahnsinnig viel Zug hat in 2024. Sehr crunchy und mundwässernd salzig. Energetisch und geschliffen im Nachhall, mit deutlich mehr Drive als viele Nuits-Saint-Georges, obwohl es ja die direkte Nachbarschaft ist. Ein grandioser Wert!

Jahrgangsbericht

2024 markiert die Rückkehr zu einem sehr klassischen, fast schon nostalgischen Stil. Die Weine sind deutlich kühler, straffer und mineralischer als in den Vorjahren. Mit moderaten Alkoholgraden zwischen 12 % und 13 % vol. erinnert der Jahrgang an die »gute alte Zeit« des Burgunds. Besonders die Weißweine bestechen durch einen laserartigen Fokus und eine berstende, kristalline Mineralität, die an das exzellente Jahr 2014 erinnert. Ein Jahrgang für Puristen, die Struktur und Kante über cremigen Charme stellen. Der Jahrgang 2024 war ein hartes Stück Arbeit für die Winzer. Starke Frostschäden und ein sehr regenreiches Frühjahr und massiver Mehltaubefall führten zu drastischen Ertragseinbußen, besonders an der Côte de Nuits. Ein »goldener September« rettete zwar die Qualität der verbliebenen Trauben, doch die Mengen bleiben extrem klein. Die Qualität variiert stark je nach Lage und Geschick des Winzers. Wer jedoch bei den Top-Produzenten fündig wird, erhält tiefgründige, charakterstarke Weine von großer Eigenständigkeit und Raritätswert.

Mein Winzer

Jean-Marc Millot

Wer die Domaine Jean-Marc Millot in Nuits-Saint-Georges kennt, der weiß um die stille Revolution, die sich hier vollzieht.

Cote de Nuits Village 'Aux Faulques' 2024