Gutedel Steinkrügle  (ehemals Steingrüble) trocken

Hanspeter Ziereisen

Gutedel Steinkrügle (ehemals Steingrüble) trocken 2018

mineralisch
93–94
100
2
Gutedel 100%
5
weiß
11,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2031
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 93–94/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gutedel Steinkrügle (ehemals Steingrüble) trocken 2018

93–94
/100

Lobenberg: Gewachsen im Steilhang auf Jura-Kalkstein mit Löss. Die Reben für diesen Wein sind über 35 Jahre alt. Durchgegoren auf unter ein Gramm Restzucker. Die Trauben wurden angequetscht und haben dann eine Standzeit über Nacht bekommen, dann wurden sie langsam über 12 Stunden abgepresst, daher ist hier durchaus ein wenig Phenolik mit im Spiel. Vergoren im traditionellen Holzbehälter. 20 Monate im Fass auf der Hefe. Der Wein erinnert in der Nase etwas an einen großen Chardonnay aus dem Maconnais, also südliches Burgund. Aber nicht ganz so stark in die Frucht gehend wie diese meist, eigentlich ist das irgendwo zwischen Chardonnay, Aligoté und Chenin Blanc angesiedelt. Hellgelbe Frucht, Quittenschale, Birne, aber alles sehr dezent und etwas reduktiv. Hochelegant mit unglaublich schöner Struktur von der feine Phenolik und dem Fassausbau. Das ist kein Fruchtwein, sondern ein supereleganter, mineralischer Wein, der von seiner Textur lebt. Gott, hat der Wein eine geniale Nase, das ist ein Wein für den man blind ohne weiteres bereit wäre über 20 Euro auszugeben, oder weitaus mehr. Denn das hat schon die Struktur und Anmutung eines großes Pouilly Fuissé. Im Mund fast ein bisschen Schärfe zeigend, die Phenolik ist da, dennoch diese Leichtigkeit, der wunderbare Fluss und die Saftigkeit des Gutedel. Aber nie in die Frucht eines Rieslings oder Weißburgunder laufend, immer elegant zurückhaltend bleibend. Heller Apfel, helle Birne, auch etwas Quitte in der zarten Fruchtausprägung, aber alles weit davon entfernt fett zu sein, mineralisch und salzig, so fein. Der 2018er ist erstaunlich leichtfüssig, etwas weniger konzentriert als der 2017er war. Das passt aber gut zu dieser saftigen Art. Die Weiterentwicklung im Weingut Ziereisen, die Erfahrung mit dieser Rebsorte macht Gutedel zu einer der großen, eleganten Rebsorten Deutschlands. Und was ich schon für Silvaner gesagt habe, gilt auch für Gutedel, dieser Rebsorte sollte man viel mehr Beachtung schenken, das ist eine große Chance für den Süden Deutschlands, für die Regionalität, für die Eigenständigkeit. Hier entsteht Weltklasse aus elegantem Gutedel. 93-94/100

Mein Winzer

Hanspeter Ziereisen

Den in Mischwirtschaft betriebenen Hof seiner Eltern wollte der gelernte Zimmermann Hanspeter Ziereisen zunächst nicht weiter führen, zu mühsam war der Broterwerb als Landwirt im Spargeldominierten Markgräflerland.

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