Fratelli Alessandria: Verduno Pelaverga Speziale 2022

Fratelli Alessandria: Verduno Pelaverga Speziale 2022

Sale

Zum Winzer

Pelaverga piccolo 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2037
pikant & würzig
seidig & aromatisch
unkonventionell
Lobenberg: 92+/100
Parker: 92/100
Jeb Dunnuck: 89–91/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Verduno Pelaverga Speziale 2022

92+
/100

Lobenberg: Pelaverga ist eine autochthone Rebsorte des Piemont, die trocken ausgebaut wird. Eigentlich eine relativ simple Rebe, aber je nach Erzeuger können die Weine sehr spannend sein, weil sie oft mit einer gewissen Schärfe und Pfeffrigkeit ausfallen. In der Nase daneben Orangenabrieb und Minze, sehr würzig. Der Wein ist sehr hellrot, ein bisschen farbiger als ein Rosé, aber nicht sehr viel. Er hat in der Nase auch ein bisschen was von Grenadine, von Himbeerdrops und rotem Fleisch. Es ist eine sehr witzige und eigenwillige Nase. Ein Touch Hagebutte. Im Mund eine lustige Mischung aus einerseits Terroir, das an Kreide und Kalkstein erinnert und ein bisschen Salz. Dazu wieder diese dropsige Himbeere mit Orangenzesten an den Seiten. Mittlere Länge. Tolle Frische zeigend. Das ist etwas ziemlich Einzigartiges. Nennen wir es einen »Rosé Plus«. Ich finde, er ist sowohl als Begleiter zum Grillen geeignet als auch zum Käse. Er ist auf jeden Fall ein witziger Stand-Alone und eine absolute Bereicherung eines ansonsten doch gut gefüllten Programms. Diese Rebsorte ist auf ihre Art schon ziemlich schick, ohne jemals groß werden zu können. Der Nachhall zieht sich über mehrere Minuten und zieht sich mit dieser leichten Pfeffrigkeit, diesen Orangenzesten, den Himbeerdrops und einer kühlen Frische. Lustiger Wein. 92+/100

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

92
/100

Parker über: Verduno Pelaverga Speziale

-- Parker: This is one of the personal highlights of my annual tasting of wines from Piedmont. The Fratelli Alessandria 2022 Verduno Pelaverga Speziale opens to a lean ruby appearance and a very punchy bouquet with wild rose, blood orange and crushed peppercorn. The aromas are offbeat for sure, but the wine's intensity is delicately measured against its streamlined texture. Winemaking sees stainless steel and some cement only. Some 25,000 bottles were released. You'll get a lot of food-pairing mileage out of the Pelaverga grape. The Alessandria family applies the term 'spicy elegance' to all their wines, including the high-end Barolos and also this wine. 92/100

89–91
/100

Jeb Dunnuck über: Verduno Pelaverga Speziale

-- Jeb Dunnuck: A pale ruby, the 2022 Speziale is fresh and lifted with strawberry, white pepper, and wet stone. Medium-bodied, it is all about its soft, stony mineral texture with a silky fee. Vibrant and fresh with pomegranate and cranberry, it is easy drinking but also lovely in its aromatic profile. 89-91/100

Mein Winzer

Fratelli Alessandria

Fratelli Alessandria ist ohne Zweifel der Superstar-Betrieb im Ort Verduno. Es ist eine Randgemeinde von La Morra in Richtung Tanaro Fluss. Die Weinberge liegen im Schnitt über 300 Meter hoch, manche liegen auf bis zu 400 Metern Höhe.

Verduno Pelaverga Speziale 2022