Durch eine Empfehlung vom großen Meister aus Mercurey, Bruno Lorenzon, wurden wir auf die Domaine Menand aufmerksam. Diese winzige Bio-Domaine von knapp 6 Hektar ist ein absolut grandioser Geheimtipp. Mercurey ist die Heimatgemeinde der Domaine und die Weinberge liegen alle direkt vor der Haustüre. Philippe Menand arbeitet im Weinberg wie ein Verrückter, er steht jeden Tag zwischen seinen Reben, alles ist Handarbeit, natürlich biologisch. Satter Druck in der Nase, dunkelrote Frucht mit schicker Holzwürze, Lebkuchen, Piment, Goudron, helle Karamelle. Konzentriert und intensiv, wie immer bei Menand, es sind eben sehr niedrige Erträge. Aber alles sehr fein, immer köstlich und wunderbar ausgewogen. Ein urklassischer Burgunderstil, schnörkellos und handwerklich grandios gemacht. Die totale Klassik und für dieses Geld wird es schwer einen besseren Burgunder an der Côte d'Or zu finden.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.