Marc Soyard hat 2014 auf Wunsch der Stadt die Domaine in einen Grüngürtel am Rande der Stadt Dijon übernommen. Zuvor hat er sieben Jahre bei JY Bizot in Vosne gearbeitet, einem der gehyptesten Winzer des Burgunds. Er betreibt die Weinberge in der Stadt von Anfang an biologisch und biodynamisch und wohnt auch direkt auf diesem kleinen Landgut im Stadtpark. Die Eule auf dem Label ist das Symbol der Stadt Dijon. Die berühmte Chouette ist in die Kapelle Notre-Dame de Dijon eingemeißelt. Der Coteaux de Dijon Chardonnay stammt von Reben, die sich am Hangkopf und am Hangauslauf seiner 2.5 Hektar großen Chardonnay-Parzelle befinden. Die Reben sind bereits 40 Jahre alt und wurden vom Vorbesitzer gepflanzt. Aus dem mittleren Herzstück stammt der »Cras Monopole«, also drumherum geht in diesen Bourgogne Blanc Coteaux de Dijon ein. Marc ist der einzige Winzer, der diese Appellation per Dekret der Stadt auf dem Label tragen darf. Die Weinberge rund um Dijon gelten oft als Pinot Noir-Gebiet, aber Soyard zeigt, dass Chardonnay hier ebenso gut gedeihen kann und lebendige Weine mit einem einzigartigen Profil hervorbringt, das zu 100 Prozent burgundisch ist, aber auch mit nichts anderem zu vergleichen ist. Der Ausbau seiner Chardonnays findet in neuen und gebrauchten Stockinger-Barriques statt. Er arbeitet mit minimalem Schwefeleinsatz und ohne jegliche Schönungen. Marc Soyard steht auf Energie und Leichtigkeit in seinen Weinen – er vermeidet jegliche Schwere. Und so keltert er selbst in heißen Jahren Weine mit viel Drive durch einen ausgeklügelten Weinbau. Er pflegt die Reben wie seinen Garten, immerhin wohnt er fast darin. Der Bourgogne aus Dijon ist strahlend klar und saftig, mit wunderbar animierender Frucht von Granny Smith, Kalkstaub, grüner Birne und Limettenzeste. Straff und mineralisch verwoben, aber immer freudvoll und trinkig bleibend. Das ist herausragender Weinbau, den man schmecken kann.
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.