Chateau Fieuzal Rouge 2025
- Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot
- rot, trocken
- 13,5% Vol.
- Trinkreife: 2031–2055
- Verpackt in: 12er OHK
- voluminös & kräftig
- tanninreich
- saftig
- Lobenberg: 96–98/100
- Parker: 94–96/100
- Yves Beck: 96–98/100
- Colin Hay: 95–97/100
- Gerstl: 19/20
- Frankreich, Bordeaux, Pessac Leognan
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Fieuzal, 124, av. de Mont-de-Marsan, 33850 Léognan, FRANKREICH
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Heiner Lobenberg über:
Chateau Fieuzal Rouge 2025
/100
Dichte rotschwarze Farbe. Ein satter Tanninteppich in der Nase, sehr opulent! Viel Milchschokolade neben roter Frucht: Schlehe, süße Kirsche, Schattenmorellen und reife Zwetschge. Reif, aber nicht fett, sondern nur opulent und wollüstig. Eine tolle Nase! Wow, was für ein leckerer Mund! Satte süße rote Frucht aus süßer roter Kirsche neben schwarzer Kirsche und minimal Brombeere. Etwas Schlehe, dazu Lakritze und eine feine Blumigkeit. Wunderbar verwoben mit samtig-seidigem Tannin. Ein sehr schicker Fieuzal! Fast ein ganz großer Wein, ein extremes Leckerli für die Freude und für lustvolles Trinken. Leicht, luftig und trotzdem dicht und reich. Fieuzal rot hat sich nun über die letzten 6-7 Jahre enorm weiter entwickelt und steht nicht mehr im Schatten des großartigen Weißweinms, er ist inzwischen in der zweiten Reihe der Appellation angekommen. Ja, so soll es sein, so macht das Spaß! *** Mitte der 80er trat das Gut mit seinen bemerkenswerten Weißweinen, die heute inzwischen immer zu den qualitativen Top 10 Bordeaux gehören, in Erscheinung und die Roten begannen langsam die Komplexität und Dichte zu erreichen, die sie heute auszeichnet. Die Lese der Trauben von den durchschnittlich 30 bis 50 Jahre alten Rebenstöcken erfolgt ausschließlich per Hand. Seit 2007 leitet Stephen Carrier die Geschicke des Weingutes.
Jahrgangsbericht
Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.
/100
Parker über: Chateau Fieuzal Rouge
The 2025 de Fieuzal, harvested between September 4 and 26, is a blend of 50% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot and 10% Petit Verdot. It wafts from the glass with aromas of cassis, mulberries, wisteria and flowers. Medium- to full-bodied, layered and precise, it’s built around a fleshy core of fruit framed by velvety, finely grained tannins and concludes with a long, ethereal and perfumed finish. More structured than usual, it remains well balanced, supported by lively acidity and a subtle, gastronomic bitterness on the finish. It's a classical expression and one of the more compelling values in Bordeaux this year.
/100
Yves Beck über: Chateau Fieuzal Rouge
Was für eine wunderbare Eigenschaft, die Frische und Reife im Jahr 2025 so gut zur Geltung zu bringen! Das Bouquet betont zunächst die blumigen Nuancen mit Pfingstrosen-Noten, bevor es an kreidige Nuancen übergeht und schließlich in mitreißende Düfte von reifen schwarzen Beeren und Süßholz. Am Gaumen offenbart sich der Wein nach und nach. Er hat zwar einen geradlinigen Verlauf, der direkt auf den Punkt zielt, nimmt sich aber die Zeit, jede Etappe präzise darzustellen. Die lieblichen und saftigen Noten des Auftakts gehen einem eleganten und kraftvollen Wein voraus, der von kompakten Tanninen und einer prägnanten Säure getragen wird, die das Gaumenende belebt und die fruchtige Wirkung des Finales streckt und auch noch die vorhandene Frische unterstreicht. Ein verbindender und einladender Wein, den man jung und weniger jung genießen kann.
/100
Colin Hay über: Chateau Fieuzal Rouge
(Pessac-Léognan; 50% Cabernet Sauvignon; 40% Merlot; 10% Petit Verdot; 13.5% alcohol; tasted at the UGCB press tasting at the Cité du Vin). This is very pure and aerial, with a lovely Pessac smokiness, but only very subtly present - like the plume from an extinguished candle rather than that from a barbecue! Sombre, almost haunting in its dark berry fruitedness, with just a little black cherry and that redolent graphite of de Fieuzal. Saline in its minerality and reassuring cool at the plungepool core, this is very beautiful and beguiling. A great success.
/20
Gerstl über: Chateau Fieuzal Rouge
Der Duft ist ausgeprägt auf der floralen Seite, dazu schwarze Frucht vom Feinsten, ein feines sehr edles Parfüm, komplex und tiefgründig, mit zarten Noten von schwarzem Trüffel. Das ist der tänzerisch verspielteste Fieuzal den ich kenne, ja geradezu burgundische Feinheit, dazu die geniale Frische in Verbindung mit verführerischer Süsse, ein Genie von Wein. (mg)
Fieuzal
1974 übernahm Gerard Gribelin das Château de Fieuzal und war damit der Initiator einer langen Reihe kellertechnischer Verbesserungen. 1977 wurden Edelstahltanks mit Temperaturregelung installiert, in den 80er Jahren wurde die Maischedauer allmählich verlängert und der Anteil neuer Barriques erhöht.