Der 2023er. Schwarz mit rubinroten Reflexen. Hochintensive Nase – vornehmlich Merlot, obwohl die Cépage 60 Prozent Cabernet Sauvignon enthält und nur 40 Prozent Merlot. Aber hier kommt satte schwarze Frucht mit schwarzer Kirsche, Cassis und süßer Maulbeere. Sehr charmant und voluminös, Nutella dahinter und ein feiner Hauch von Veilchen, dazu dunkle Lakritze. Aber alles sehr weich, sehr opulent, sehr aromatisch. Auch der Mund ist komplett von Merlot geprägt mit schwarzer Kirsche, Maulbeere und süßer schwarzer Heilerde. Dann kommt langsam die Cabernet mit Sauerkirsche und roter Johannisbeere. Das Ganze mit Cassis, Veilchen und schwarzer, salziger holländischer Lakritze. Mittlere Länge. Insgesamt harmonisch und balanciert. Alles passt, ein sehr schicker Wein. Das wird in fünf Jahren schon große Freude machen und Everybody’s Darling mit Klasse werden. Toller Erfolg für dieses insgesamt ungewöhnliche Jahr. *** Das Haut-Médoc-Château liegt direkt neben Château Lagrange aus Saint-Julien. Dementsprechend eindeutig vom Terroir und der ganzen Ausprägung ein Saint-Julien-Wein. Seit mehr als 10 Jahren wird kräftig in die Weinberge investiert. Das Château gehört zum Négociant CVBG, einem der vier größten Négociants des Bordelais. Somit gehört es auch zum Imperium der Champagner-Familie Thienot. Château Belgrave hat 54 Hektar an Weinbergen in Produktion. In den letzten Jahren wurde hier so massiv in die Anpflanzung der Weinberge investiert. Inzwischen stehen hier 10.000 Stöcke pro Hektar. Der Ertrag liegt dementsprechend bei unter 500 Gramm Trauben pro Weinstock. Eng am Stamm wachsende Träubchen, das ist das Ideal. Das Terroir hier sind Kiesböden mit Lehm, eben identisch wie bei Lagrange. Im Weinberg wird biologisch gearbeitet, aber das Weingut ist noch nicht zertifiziert. Spontane Vergärung, Ausbau in überwiegend neuen französischen Barriques. Château Belgrave ist eines der wenigen als Cru klassifizierten Weingüter der Klassifikation von 1855. Also schon seit dieser Zeit ein erfolgreiches Château, denn die Klassifikation von 1855 richtete sich ausschließlich nach dem damals durchschnittlich erzielten Verkaufspreis. Belgrave profitiert wie viele Médoc und Haut-Médoc Weingüter vom sich erwärmenden Klima, denn hier gibt es durchaus kühle Terroirs. Die mediterrane Wärme bekommt den Weinen hier extrem gut.