Bodega Zarate: Albarino 2025

Bodega Zarate: Albarino 2025

Zum Winzer

Albarino 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2035
frische Säure
mineralisch
leicht & frisch
Lobenberg: 93–94/100
Parker zu 2024: 93/100
Spanien, Galicien, Rias Baixas
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Albarino 2025

93–94
/100

Der Wein wächst komplett in der DO Rias Baixas und enthält Trauben aus allen Weinbergen von Zarate, eine Art Zweitwein-Cuvée aus den Einzellagen also. Auch dieser Basiswein von Galizien-Superstar Zarate kommt damit schon von im Schnitt 35 Jahre alten Reben. Karge, zerklüftete Granitfelsen sind immer deren Untergrund. Der Wein wird nur im Stahl ausgebaut mit 3 Monaten Hefelager. Zunächst ein kleiner reduktiver Stinker von den sehr kargen Böden, etwas Luft tut dem Wein gut. Alle Weine von Zarate zeigen eine eher zurückgenommene Frucht, das sind keine lauten Fruchtkracher, sondern sehr subtile, mineralische, ruhige und elegante Weine. Ein ganz eigener Stil. Dann strömt allerdings, wie man das von Albarino gewohnt ist, eine Flut von steinig unterlegten Zitrusaromen aus dem Glas. Limetten- und Zitronenschale, herb und karg im positiven Sinne. Alles auf kreidiger, ja sogar feuersteiniger Unterlage, nicht fruchtig, nicht laut, ein sehr straighter und rassiger Albarino, der Reminiszenzen an die kargen Granitböden weckt. Wer gerne Nahe- oder Moselriesling trinkt, der wird an diesem Albarino seine Freude haben. Die Nase ist was für Puristen. Ein bisschen grüne Quitte kommt hinzu, vielleicht minimal etwas von Apfelblüte, aber eben nie floral-duftig werdend, sondern karg-steinig bleibend, hier werden keine Kompromisse gemacht. Der Mundeintritt ist ebenso krass wie die Nase es vermuten lies, ein Zitrushammer, der die Augen schmal werden lässt. Die steinige Würze und die Pikanz aus dieser atemberaubenden Säurestruktur bekommen hintenraus nochmal ordentlich Nachdruck. Limettenschale, Zitrone, sehr pur, sehnig und straff wie ein Athlet schießt der Albarino über die Zunge und die Säurespur räumt den Weg frei. Feine Kräuternuancen im Abgang, Zitronenmelisse, feine Salzigkeit, kühl und saftig. Kompromisslos trocken und dazu immer diese phänomenale Steinigkeit, die der Frucht nur wenig Raum lässt. Dabei kommt im Finish doch ein ganz klein wenig Steinobst durch und zeigt die Nachhaltigkeit und Fülle, die der Wein trotz seiner rassigen Art definitiv hat. Das ist kein Leichtwein, auch wenn er den Antritt eines Mosel Rieslings hat, kommt hier doch etwas von der spanischen Power durch, was den Wein zu einem schönen Speisebegleiter für mediterrane Fischgerichte macht. Aber salzig und sehr mineralisch sollte man schon lieben, ein kleiner Extremist und ein Albarino in seiner reinsten Form, eine höchst erfrischende Delikatesse, aber säureempfindlich sollte man besser nicht sein.

Jahrgangsbericht

2025 ist ein hervorragendes Jahr in Spanien, wenn auch mit vielen Ertrags Einbrüchen wegen der Trockenheit und vielen lokalen Schwierigkeiten wie Mehltau und Hagel. Ein wärmeres Jahr als das überaus schicke und elegante Jahr 2024, eher im Druck an 2023 erinnernd, aber mit mehr fruchtiger Saftigkeit und weniger Alkohol. Es gab mit über 500 mm in Summe genug Regen im Frühjahr. Das führte vermehrt lokal zu Mehltau (was die Qualität nicht mindert), in einigen Regionen gab es deshalb 50% weniger Menge. Der Sommer war sehr trocken (auch dadurch starke Ertragseinbußen) aber nicht zu heiß, im milderen Spätsommer gab es hier und da hilfreiche Regenfälle. Die Ernte verlief überall ziemlich früh und letztlich perfekt, wenn auch nicht überall homogen. In Summe gab es überwiegend Weine mit hoher Fruchtkonzentration und extremer Aromatik und Ausdrucksstärke bei großartiger Balance und relativ niedrigem Alkohollevel. Viele Winzer berichteten von einer so noch nie erlebten Harmonie und Eleganz. Das alles erinnert sehr an Bordeaux 2025! Das gilt vom Osten bis zum Westen, von Jumilla bis zur Rioja und Bierzo. Die Hochlagen Spaniens oberhalb 600 Metern waren klar im Vorteil, zum Glück haben die allermeisten Weltklasse-Winzer ihre Weinberge zwischen 600 und 1100 Höhenmetern. Nur Galizien profitiert auch in Flachlagen extrem vom atlantischen Klima und Regen. Ricardo Perez aus dem Bierzo (Descendientes Palacio) fasste das Jahr zusammen in einem Wort: »Buenisimo«.

Verkostungsnotiz
93
/100

Parker zu 2024 über: Albarino

The nose of the 2024 Zarate shows something savory, with a clear influence from the sea breeze and an almost salty twist in the finish. This is, of course, their flagship Albariño that always shows the character of the year, here very complete, with good ripeness, 13% alcohol and a very balanced mouthfeel. This is clean and precise, harmonious and elegant, with the chalky, slightly grainy finish from the granite soils. It's superb at this price point.

Mein Winzer

Bodega Zarate

Schon 1707 wurde hier die Bodega Zarate von Diego Zarate y Murga, dem von Felipe V zum ersten Marquis von Montesacro ernannten Adeligen, gegründet. Heute ist die Bodega einer der Topstars der Appellation und ist im Besitz von über 100 Jahre alten wurzelechten Reben, die wahrhaftig der lebendige...

Albarino 2025