Spätburgunder Gundersheimer Aus Ersten Lagen 2021

Wittmann: Spätburgunder Gundersheimer Aus Ersten Lagen 2021

BIO

VDP

Limitiert

Zum Winzer

95
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2036
Verpackt in: 6er
9
seidig & aromatisch
pikant & würzig
3
Lobenberg: 95/100
6
Deutschland, Rheinhessen
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Gundersheimer Aus Ersten Lagen 2021

95
/100

Lobenberg: Erst seit wenigen Jahren ist Philipp Wittmann in Gundersheim unterwegs. Die zerklüfteten, leicht hängigen Weinberge sind super spannend und Philipp hat lange damit geliebäugelt in der Großen Lage Höllenbrand Parzellen zu übernehmen. Als sich die Chance ergab hat er zugeschlagen. Aus dieser Top-Lage wird dieser Spätburgunder und der Gundersheimer Riesling erzeugt, beide potenziell GG-Material. Sehr selektive Handlese, Sortierung der Trauben und dass Abbeeren von Hand sowie eine traditionelle Maischegärung mit behutsamen Unterstoßen des Maischekuchens von Hand, sind die Grundlage für diesen finessenreichen Pinot. Schon beim ersten Probieren war mir klar, dass wir diesen Wein brauchen! Die Nase ist eine Wucht, kraftvoll und tief, aber so fein dabei. Reiche, intensive, rote Frucht, alles vibriert und spielt, Sauerkirsche, Veilchen, ein Duft wie ein großer Burgunder. Erdig-würzig, kalkig, satt mineralisch. Ein traumhafter Duft! Nicht weniger betörend geht es im Mund zu, wo sich erst kreidige Frische mit Sauerkirsche und Johannisbeere ausbreitet, um dann von einer fest zupackenden Struktur und erdiger Würze pikant abgelöst zu werden im Nachhall. Ein super Spätburgunder und einer der besten, die Philipp bisher gemacht hat. Exzellent! 95/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Wittmann

Das Weingut Wittmann existiert seit vielen Generationen. Inzwischen führt Philipp Wittmann das Weingut in langer Familientradition. Die Eltern, Elisabeth und Günter, sind schon noch tatkräftig dabei, aber sie erkannten sehr früh das unbändige Qualitätsstreben und die Führungsqualität des Sohnes, und...

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