Der Weißburgunder 'R' kommt aus roten Schiefergestein-Steilllagen. Eine Auslese der kargsten Teile des Weinberg und der ältesten Rebstöcke, also eine Weinbergsselektion. Früher war es meist eine Auswahl der besten Trauben, aber jetzt ist es wirklich eine Auswahl nur der ältesten Rebstöcke. Ganztraubeneinmaischung und lange Maischestandzeit, dann Abpressen der Trauben, reine Spontanvergärung, überwiegend in 500 Liter-Tonneaux. Verbleib auf der Hefe bis zum Sommer. Keine BSA, um die Lebendigkeit zu erhalten und um nicht zu breit zu werden. Rebalter über 45 Jahre, der Rebberg gehört zum Stromberg, hat aber einen etwas weniger steilen Talkesselbereich. Leichte Filtration, da kein BSA geschieht. In der Nase kommt ein leichter Anflug von flintiger Reduktion, da muss man sich schon mächtig ins Zeug legen, um das beim Weißburgunder zu holen. Da braucht man die Trauben aus den kargsten Steilstücken. Minimale Erträge, dadurch bekommt er eine schöne Dichte. In dieser keine-Malo-Stilistik hat er dazu aber eben auch gewaltig viel Zug und eine feine Säurefrische, die das Holz wegfräst und die Konzentration elegant und geschliffen wirken lässt. Wahnsinnig salzig im Mittelmund, man schmeckt die kargen Lagen. Ein wunderbares phenolisch-mineralisches Spiel. Dennoch hat er eine schöne Cremigkeit von der Standzeit und dem sehr feinen Holz. 2022 sind die Burgunder richtig gut geraten an der Nahe, das war bei Dönnhoff und Schönlebers auch schon so. 95-96/100