Macanita

Quanto + ARINTO + gosto de ti 2018

mineralisch
unkonventionell
fruchtbetont
96+
100
2
Arinto 100%
5
weiß
12,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2037
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96+/100
6
Portugal, Douro
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Quanto + ARINTO + gosto de ti 2018

96+
/100

Lobenberg: Arinto ist eine alte portugiesische Sorte, sie kommt praktisch nirgendwo sonst vor. In Portugal ist sie wegen ihres großen Potenzials sehr beliebt und auch oft im Vinho Verde enthalten. Hier bei Macanita haben wir dann die Turboversion des Arinto, hier wird alles rausgeholt was in dieser edlen Sorte steckt. Der Wein liegt etwas über ein Jahr in neuem französischem Holz, dabei während der gesamten Zeit auch auf der Hefe. Erstaunlicherweise ist das Holz quasi kaum wahrnehmbar und nur die Hefewürze schlägt durch. In die Nase steigt ein äußerst spannender, leicht ungewöhnlicher Duft, wir haben weißen Pfirsich, etwas grüne Birne, ein Touch angeschnittener Apfel, da schwingt ein Hauch von Hochlagen Chardonnay in Richtung Jura oder Schweiz mit. Auch eine ganz spezielle Hefewürze unterlegt den feinen, hellmineralischen, weißfruchtigen Duft mit leicht grünlich-frischen Einsprengseln. Auch eine salzige Brise mit einem kleinen Touch Alge ist dabei. Wirklich hochinteressant und definitiv positiv eigenartig. Der Arinto changiert zwischen dieser hellen Frische mit weißem Steinobst und grünen apfeligen und birnigen Einschüben, sowie einer guten Prise Salz und Feuerstein darunter. Am Gaumen spiegelt sich diese Aromenkombination eins zu eins wider, eine herzhafte Frischeattacke trifft die Zunge mit weißem Pfirsich, Birne, unreifer Quitte und vielleicht etwas weißer Pampelmuse, auch Netzmelone, aber alles völlig ohne Süße. Dafür mit ordentlich Zug und Druck aus der salzbeladenen Säurespur, fast eine gewisse Schärfe an den Zungenrändern zeigend aus der mineralischen Spannkraft. Wow, ist das eine salzige Attacke im Mund, immer wieder schieben sich die Salzladungen über die weiße Frucht, die immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, einschneidend, druckvoll und aromatisch, aber nicht süßfruchtig aromatisch, sondern Mineral-beladen aromatisch. Der Arinto kommt mit dem Oszillographen aus karger Frucht, salzig-mineralischem Druck und markanter Würze daher, sehr pikant, sehr charaktervoll, unglaublich lang und salzig nachschiebend. Diese ganz eigenständige Stilistik ist es, die die handwerklichen Top-Weine aus dem Dourotal so spannend macht, hier wird kein internationaler Stil kopiert, sondern eine ganz eigene Aromenwelt kreiert. Mit diesem massiven Salz-Druck aus den Schieferböden, dieser weißwürzigen Frucht und keinem Gramm Fett oder Süße an diesem kompromisslosen Geradeausläufer von einem Weißwein. Das ist schon sehr beeindruckend was hier in den letzten Jahren produziert wird. Dass Dirk Niepoort das kann ist kein Geheimnis, aber was die Nouvelle Vague Portugals mit Projekten wie Macanita oder Somnium hier am Douro in die Flasche bringt ist nicht weniger als spektakulär. Die Geschmacksknospen werden herausgefordert und das weiße Portugal wird ganz neu interpretiert. Ein Terroirwein par excellece, großes Handwerk. 96+/100

Mein Winzer

Macanita

Antonio Macanita ist ein noch nicht einmal 40 Jahre altes, vinophiles Multitalent, und er ist auf dem besten Wege der renommierteste Winemaker Portugals zu werden.