Ein Versteigerungs-GG von Lauer, ein Unikum! Eine trocken durchgelaufene Partie aus Lauers seltenster Lage Lambertskirch, aus der er oft ein Kabinett macht. Und dann noch aus diesem so speziellen Kracherjahr 2021. 2021 war eine sehr späte Lese an der Saar, bis weit in den November rein, wie früher also. In der Nase schlägt einem zunächst eine dunkelwürzige Rauchigkeit entgegen, Feuerstein ohne Ende. Saar meets Loire! Fast meint man sogar an Vulkangestein zu denken. Zeigt momentan wenig Frucht und läuft voll auf der Mineralität, vielleicht einen Hauch schlanke Mirabelle, Sternfrucht, Kerbel und Eisenkraut, nur ein kleiner Touch Pfirsich. Wirklich oldschool in seiner Anmutung, kühl, kräuterig, rauchig, filigran, aber mit gewaltiger innerer Dichte. Der Mund ist so pikant, dass sich die Zunge rollt. Salz, Feuerstein, Zitruszesten, grüner Speck, Gesteinsmehl, alles rollt hoch und runter. Die Säure spielt mit dem Gaumen, rassig, fast kernig in seiner festen Tanninstruktur, zupackend. Die Mineralität ist dramatisch, fast wirkt er unnahbar in seiner Jugend. Der Wein steht für Minuten im Mund mit dieser herben, kühlen Steinigkeit. Ein großer trockener Klassiker der Saar mit allen Eigenheiten, die diese Region so großartig macht. So mag wohl früher ein durchgegorener 1921er geschmeckt haben?! Einer der besten trockenen 2021er Rieslinge der Saar. 97-99/100