Riesling Lambertskirsch Großes Gewächs (Versteigerungswein) 2021

Peter Lauer: Riesling Lambertskirsch Großes Gewächs (Versteigerungswein) 2021

Neu

Zum Winzer

97–99
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2046
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
voll & rund
3
Lobenberg: 97–99/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Lambertskirsch Großes Gewächs (Versteigerungswein) 2021

97–99
/100

Lobenberg: Ein Versteigerungs-GG von Lauer, ein Unikum! Eine trocken durchgelaufene Partie aus Lauers seltenster Lage Lambertskirch, aus der er oft ein Kabinett macht. Und dann noch aus diesem so speziellen Kracherjahr 2021. 2021 war eine sehr späte Lese an der Saar, bis weit in den November rein, wie früher also. In der Nase schlägt einem zunächst eine dunkelwürzige Rauchigkeit entgegen, Feuerstein ohne Ende. Saar meets Loire! Fast meint man sogar an Vulkangestein zu denken. Zeigt momentan wenig Frucht und läuft voll auf der Mineralität, vielleicht einen Hauch schlanke Mirabelle, Sternfrucht, Kerbel und Eisenkraut, nur ein kleiner Touch Pfirsich. Wirklich oldschool in seiner Anmutung, kühl, kräuterig, rauchig, filigran, aber mit gewaltiger innerer Dichte. Der Mund ist so pikant, dass sich die Zunge rollt. Salz, Feuerstein, Zitruszesten, grüner Speck, Gesteinsmehl, alles rollt hoch und runter. Die Säure spielt mit dem Gaumen, rassig, fast kernig in seiner festen Tanninstruktur, zupackend. Die Mineralität ist dramatisch, fast wirkt er unnahbar in seiner Jugend. Der Wein steht für Minuten im Mund mit dieser herben, kühlen Steinigkeit. Ein großer trockener Klassiker der Saar mit allen Eigenheiten, die diese Region so großartig macht. So mag wohl früher ein durchgegorener 1921er geschmeckt haben?! Einer der besten trockenen 2021er Rieslinge der Saar. 97-99/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Peter Lauer

Ein junger VDP-Winzer. Das Weingut liegt in Ayl, hat sieben bis acht Hektar und wird in fünfter Generation von Florian Lauer bewirtschaftet. Das Weingut arbeitet biologisch-organisch, ist aber nicht zertifiziert und folgt auch nicht allen Richtlinien, da der Winzer Kupfer ablehnt.