Roussanne Vieilles Vignes 2021

Perrin / Beaucastel: Roussanne Vieilles Vignes 2021

Zum Winzer

100
100
2
Roussanne 100%
5
weiß, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2031–2061
Verpackt in: 3er OHK
9
voll & rund
exotisch & aromatisch
3
Lobenberg: 100/100
Suckling: 97–98/100
Jeb Dunnuck: 96–99/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Roussanne Vieilles Vignes 2021

100
/100

Lobenberg: Das ist der älteste Plot auf Beaucastel. Ein Großteil wurde 1908 gepflanzt, aber schon als der Urgroßvater Beaucastel übernahm, standen hier alte, veredelte Roussanne. Wir sind hier also wirklich bei einem durchschnittlichen Alter von 120 Jahren und mehr. Hier gibt es auch noch mehr sandige Böden für die Feinheit. Winzige Erträge unter 20 Hektoliter pro Hektar. Das gleiche Rezept wie beim Châteauneuf blanc: Ganztraube angequetscht, für einige Stunden in der Presse belassen, langsam abgepresst und dann spontane Fermentation komplett im Barrique. Hier ist es 80% neues Holz. Die malolaktische Vergärung erfolgt danach, aber nur bei ungefähr 50% der Fässer. Das famose an diesem Wein ist, und deshalb ist es einer der ganz großen Weißweine der Welt, dass er trotz dieses riesigen Anteils an neuem Holz und 100% Roussanne, die ja normalerweise durch ihre Rosmarinartige, üppige, exotische Schwere auffällt, so unglaublich leicht und beschwingt ist. Der 2021er hat eine reiche, dichte Nase, wie nicht anders zu erwarten. Es ist eben Roussanne. Rosmarin mit Anis, hier die Salmiakpastillen schon in der Nase, die drückende Lakritze. Salbei, viele weitere Kräuter der Provence, enorm schiebend und pfeffrig. Süße Papaya, auch ein Hauch Maracuja. Aber auch Zitronengras und Limette, eine kraftvolle Frische dieses großen Weißweinjahrs. Ein ziemliches Powerteil, nicht fett, aber hochintensiv. Ganz viel Schub auch im Mund. Die Balance kommt nur aus dieser immensen Mineralität. Das Finale mit Lakritze, Sternanis und Salmiakpastillen. Was für eine Power, was für ein Schub im Nachhall! Ganz viel Gestein drückt gegen die massive Frucht. Der Wein ist nicht fett, aber es ist einfach verdammt viel Wein, eine extreme Aromatik. Auf diesen Roussanne sollte man lange lange warten. Ein singuläres Ereignis, der steht ganz für sich allein und er ersetzt jede Mahlzeit! 100/100

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

97–98
/100

Suckling über: Roussanne Vieilles Vignes

-- Suckling: Brimming with citrus and acacia-blossom aromas, this extremely concentrated dry white has astonishing tension and vitality for this appellation. How can you resist the floral honey note at the fleshy heart of this masterpiece, or the astonishing mineral freshness at the super-long finish? 100% roussanne from ancient vines. From organically grown grapes. 97-98/100

96–99
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Jeb Dunnuck über: Roussanne Vieilles Vignes

-- Jeb Dunnuck: In contrast, the 2021 Châteauneuf Du Pape Roussanne Vieilles Vignes (100% Roussanne) is brought up in all new oak, and it has a normal pH of 3.7 and an alcohol of 14.5%. (In comparison, the classic white has a pH of 3.6 and slightly less alcohol at 14%.) Rich, full-bodied, and opulent, it has a gorgeous perfume of caramelized white peach, acacia flowers, toasted spices, and orange blossom. One of the most powerful, concentrated whites in the vintage, its oak is perfectly integrated, it's flawlessly balanced, and as I've written in the past, it's the Montrachet of the Southern Rhône! 96-99/100

Mein Winzer

Famille Perrin

Beaucastel ist ganz sicher seit Jahrzehnten der Primus inter Pares in der südlichen Rhone und einer der wenigen Betriebe, der für den roten Chateauneuf noch alle 13 zugelassenen Traubensorten verwendet.