Dieser Riesling aus alten Weinbergen auf 120 Metern über dem Meeresspiegel ist der Einstieg in die grandiose Welt des Odinstals. Der Wein wächst nicht oben bei Odinstal auf dem Gut, welches über 300 Meter hoch liegt, sondern unten in den regulären Weinlagen der Pfalz auf 120 Metern. Extreme biodynamische Weinbergsarbeit, bio- und demeter-zertifiziert. Feine Reduktion in der Nase, sehr würzig in 2022, weniger Rieslingfrucht im Vordergrund als in manch anderen Jahren. Sehr karg und erinnert mich in der Nase ein bisschen an den Morillon vom Opok von Werlitsch. Quitte mit Amalfizitrone, frisches Heu, sehr würzig und kräuterig. Auch mit schöner Kühle die ein bisschen an Eukalyptus erinnert. Leicht oxidativ im Stil, spürbar niedrig geschwefelt. Leichter Naturaltouch, wie er alle Weine von Odinstal auszeichnet, aber dennoch eine lupenreine, präzise Frucht dahinter. Andreas Schumann verwendet hier nur total cleanes Lesegut. Auch ein zarter Schmelz vom Hefelager kommt mit, der vor allem dem Mittelmund eine schicke Textur verleiht. Etwas ungewöhnlich, aber total spannend. Frische Gartenkräuter, Kerbel, grüner und gelber Apfel, sowohl gebacken als auch frisch. Ein bisschen Birne kommt durch. Der Wein wirkt kühl, schlank und fein und erinnert durchaus etwas ans französische Jura in seiner Art. Man erfreut sich an der Saftigkeit der Frucht und zack, wird man vom intensiven Gerbstofffinale wieder zurück zum Odinstal geführt. Super spannender Stoff und so leicht und delikat, dass man locker eine Flasche alleine schafft. 93-94/100