Gigondas L'Argnee Vieilles Vignes

Perrin / Beaucastel

Gigondas L'Argnee Vieilles Vignes 2019

fruchtbetont
pikant & würzig
strukturiert
100
100
2
Grenache 100%
5
rot
15,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2060
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 100/100
6
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gigondas L'Argnee Vieilles Vignes 2019

100
/100

Lobenberg: 2019 ist an der Rhône die Fortsetzung der mediterranen Jahre, der Jahre ohne Wasser, der großen Trockenheit. Zwischen April und Mitte September gab es so gut wie keinen Regen, weder im Norden noch im Süden. Die Trockenheit war extrem. Minimale Regeschauer zwischendurch reichten noch nicht einmal aus, um von der Erde aufgenommen zu werden. Seltsamerweise starben die Weinberge nicht ab, sondern alle Weinberge mit alten Reben sahen über die ganze Zeit ganz hervorragend aus. Es gab zwar Wasserstress, aber es gab keinen Stillstand. Der Schlüssel sind also ganz eindeutig alte, tiefwurzelnde Reben. Trotzdem wäre es zu einem desaströsen Ergebnis gekommen, wenn es nicht Mitte September einige anständige Regenfälle von über 20 Millimeter gegeben hätte. Die Entwicklung wäre sonst zu weit fortgeschritten, die Weine hätten ihre Frische verloren. Die Regenfälle wendeten das Blatt vollständig. Aber man muss dazusagen, dass es in Zukunft wahrscheinlich keine großen Weine von der Rhône geben wird, sollte sich die Situation so fortsetzen. 2019 ist es nicht nur gutgegangen, sondern alle Winzer sprechen von einem legendären Jahrgang. Die Weißweine im Süden sind durch die kühlen Nächte vor der Ernte und durch die Regenfälle extrem frisch. Das Ganze mit hoher Reife durch die enormen Sonnenstunden des Sommers. Das bringt einen ähnlichen Spagat, einen ähnlichen Oszillographen, wie in Deutschland, wie in Bordeaux, wie überhaupt in Europa. Crispe, frische, mineralische Weine. Extrem extraktreich, hohe Reife und hohe Frische beieinander. Die Rotweine sind generös und tief und stellen eine Synthese von 2007 und 2016 dar. Man kann von einer strahlenden Zukunft und von einem Best-Ever-Jahrgang ausgehen. 2019 ist schon jetzt, ein Jahr nach der Ernte, eine lebende Legende. Das ist nur ein Hektar in biodynamischer Bearbeitung, weit unterhalb von Clos des Tourelles gelegen, neben den Einzellagen von Saint Cosme. Uralte Reben, die vor der Reblaus gepflanzt wurden. Sie sind wurzelecht, weil die Reben auf sandigen Böden stehen, in denen sich die Reblaus nicht wohlfühlt. Bei diesem Wein werden die Trauben nicht entrappt, dann spontan vergoren und im Holzfuder und Tonneau ausgebaut. Die Böden sind auf dem felsigen Untergrund von Gigondas gelegen, aber der größte Teil ist überwiegend leichter Sand als Auflage. Wie ich das schon bei Clos des Tourelles hatte, so ist das auch beim L´Argnée aus den uralten Reben. Eine unglaubliche Fokussierung, ein wahnsinnig mittiger Lauf. Im L´Argnée allerdings deutlich opulenter als im Clos des Tourelles. Die Reben sind älter, der Wein kommt viel wuchtiger und viel konzentrierter Rüber. Eisen muss im Boden sein, etwas Blutgeruch. Eingekochte, konzentrierte schwarze und rote Kirschen, mit Schattenmorellen, mit ein bisschen Schlehe. Diese Wildheit aus dem Nichtentrappten. Das ist ganz großes Kino in der Nase. Das ist absolut die Liga der besten Weine von Saint Cosme. Im Unterschied eben dazu, dass bei den Perrins nicht nur biodynamisch gearbeitet wird, sondern auch keine Barriques verwendet werden. Der Wein ist also deutlich weniger vom Holz geküsst. Aber genauso extrem konzentriert und dabei nicht fett werdend. Unendlich fein. Großer, tiefer, würziger Stoff. Im Mund kann er diesen Eindruck sogar noch toppen. Durch die Ganztrauben hat der Wein eine wahnsinnige Spannung und eine wahnsinnig frische Würze erhalten. Das Ganze mit dieser hochkonzentrierten Beerenfrucht. Aber nicht marmeladig, sondern nur geradeausschiebend. Ein Riesenteil und einer der besten Gigondas, die ich je probiert habe. 99-100/100

Mein Winzer

Perrin / Beaucastel

Beaucastel ist ganz sicher seit Jahrzehnten der Primus inter Pares in der südlichen Rhone und einer der wenigen Betriebe, der für den roten Chateauneuf noch alle 13 zugelassenen Traubensorten verwendet. Sie werden getrennt ausgebaut und erst danach assembliert. Grenache ist der Körper, Syrah der...

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