Gevrey-Chambertin Village 2020

Domaine Thierry Mortet: Gevrey-Chambertin Village 2020

BIO

Zum Winzer

93–95
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2024–2035
Verpackt in: 6er
9
pikant & würzig
saftig
seidig & aromatisch
3
Lobenberg: 93–95/100
Gerstl: 19/20
6
Frankreich, Burgund, Cote d'Or
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gevrey-Chambertin Village 2020

93–95
/100

Lobenberg: Die Nase ist recht fein und eher im rotfruchtigen Spektrum angesiedelt, ein bisschen Rauch, zarte Salzkaramelle, Schattenmorelle, rote und schwarze Johannisbeere, sehr klassisch Gevrey. Die steinige Rauchigkeit ist typisch für Mortet, aber es wirkt insgesamt heller und transparenter als in den Vorjahren, deutlich weniger schwarzfruchtig als 2018. Im Mund mischen sich blaue Beeren und Cranberry zur Sauerkirsche. Teer und Graphit als mineralische Unterlage, dennoch sehr elegant, schlank gebaut, schön gerade. Schöne saftige Brombeere, aber auch das geschieht ohne Wucht, eher fein und elegant, gar nicht so immens konzentriert, sondern trinkfreudig und ausgewogen. Bei Thierry ist es ein erstaunlich leichtfüßiger, schwebender Jahrgang, der gar nicht so extrem auf die Dichte hinausläuft, obwohl er schon die immense Struktur durchscheinen lässt, die vor allem im Nachhall nochmal mächtig reingreift. Das sehr feine Tannin kleidet den gesamten Mund aus. Elegant und saftig, ein fast zarter Ausdruck von Gevrey, wäre da nicht auch die etwas herbere Seite der Frucht und dunkelwürzige Mineralanmutung. 93-95/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

19
/20

Gerstl über: Gevrey-Chambertin Village

-- Gerstl: Pirmin Bilger: Die Weine von Thierry Mortet zeichnen sich immer durch ihren besonders zarten und feinen Charakter aus. Ich finde, dass dies beim Jahrgang 2020 besonders gut zum Ausdruck kommt. Dieses Bouquet ist einfach bezaubernd und strahlt eine sinnliche Duftwolke aus. Zarte, rotbeerige Aromen nach Himbeere, Johannisbeere und etwas Erdbeere, dazu zeigen sich Noten von schwarzer Kirsche und tänzerischen floralen Nuancen. Auch hier haben wir die Wärme und Frische des Jahrgangs wunderschön vereint. Welch herrliche Saftigkeit am Gaumen mit frischer und reifer roter Frucht, ich staune über die Energie in diesem Village. Im Abgang kommt sehr viel Terroir mit würzigen und mineralischen Aromen zum Vorschein. Einmal mehr zaubert Thierry einen überragenden Wein hervor. 19/20

Mein Winzer

Domaine Thierry Mortet

Das Domaine befindet sich im Zentrum von Gevrey-Chambertin an der Côte de Nuits zwischen Dijon und Nuits-Saint-Georges. Zunächst ging die Familiendomaine Charles Mortet & Fils 1984 auf die Gebrüder Thierry und Denis Mortet über. 1992 aber teilten sie das Weingut auf und fortan gingen beide Brüder...