Gevrey-Chambertin 1er Cru Clos Prieur 2020

Domaine Thierry Mortet: Gevrey-Chambertin 1er Cru Clos Prieur 2020

BIO

Limitiert

Zum Winzer

95–96+
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2050
Verpackt in: 6er
9
tanninreich
strukturiert
seidig & aromatisch
3
Lobenberg: 95–96+/100
6
Frankreich, Burgund, Cote d'Or
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gevrey-Chambertin 1er Cru Clos Prieur 2020

95–96+
/100

Lobenberg: Die Lage liegt unterhalb des Mazis-Chambertin Grand Cru. Der Weinberg liegt auf 100 Prozent massivem Kalkstein. Und während wir gerade im Lieu-dit Vigne Belle bei Chapelle-Chambertin lagen und auf Grund der Bodensituation so starke Graphitnoten hatten, so sind wir hier wieder zurück bei etwas heller anmutendem Kreidestaub, aber zugleich dunklerer, reiferer Frucht, die von Kakaopulver und Pfeffer begleitet wird. Süße Schwarzkirsche, kraftvoll, konzentriert, reif, aber auch hier bleibt es relativ kühl in der Aromatik, wirkt nicht gekocht. Es kommt bloß noch mehr Süße und Wollust in dieser Duftwolke mit. Die kreidige Mineralität verleiht dem Weine dennoch eine bezaubernde Frische. Im Mund kommt der Clos Prieur etwas ausladender daher als die Village-Lagen, intensiver, reicher, zugleich saftig, mit hoher Spannung und schöner Extraktsüße aus Brombeere und süßer Herzkirsche. Der Kern ist sehr elegant, enorm lang, in feinste Tannine gehüllt. Auch Clos Prieur läuft trotz seiner Power schön geradeaus und wirkt sehr transparent, die Tannine ziehen sich lange hinten raus, werden aber stets von dieser betörenden Extraktsüße begleitet. Die Frische rauscht im Finale wie eine Welle heran. Auch das Finish bleibt kühl und elegant in teeriger Schwarzkirsch-Brombeer-Aromatik. Clos Prieur hat schon ganz klar 1er Cru-Gewicht, bleibt aber innerhalb der 1ers Crus doch auf der eleganten, feinen, genussvollen Seite. 95-96+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Domaine Thierry Mortet

Das Domaine befindet sich im Zentrum von Gevrey-Chambertin an der Côte de Nuits zwischen Dijon und Nuits-Saint-Georges. Zunächst ging die Familiendomaine Charles Mortet & Fils 1984 auf die Gebrüder Thierry und Denis Mortet über. 1992 aber teilten sie das Weingut auf und fortan gingen beide Brüder...