Für die Domaine selbst ist Beauroy der klassischste Chablis 1er Cru von allen. Das Terroir erstreckt sich am linken Ufer des Serein auf kimmeridgischem Kalkstein, jenen geschichtsträchtigen Böden aus dem Oberjura, die reich an marinen Fossilien sind und den Reben eine maximale Drainage abverlangen. Rund 20 Prozent im Holz vergoren, der Ausbau ansonsten in kleinen Edelstahltanks – Didier Séguier setzt hier konsequent auf den reinen Ausdruck des Terroirs. Der Wein ist schnörkellos und geschliffen, sehr mineralisch, moderat reif und stahlig in der Stilistik. In der Nase zeigt sich eine hellgelbe Frucht mit feinen grünen Reflexen: Birne, Passionsfrucht und Amalfizitrone geben den Ton an, untermalt von charakteristischen floralen Noten weißer Blüten und einer fast rauchigen Feuerstein-Aromatik. Das ist Chablis, wie er im Buche steht – ein maritimes Bouquet, das an Austernschalen und kühle Meeresbrisen erinnert. Der Mund ist reich und cremig, dabei anschmiegsam, sehr klar und pur. Er läuft auf gelber Steinobstfrucht mit zarten Anklängen von Seegras und hellen Mandeln. Man spürt sofort die kühle Präzision des Jahrgangs 2021, der dem Wein eine wunderbare Frische und Energie verleiht. Die Textur ist seidig, fast satiniert, und doch bleibt dieser Beauroy durchgehend racy und fokussiert. Er baut in der Mitte eine schöne Fülle auf, ohne dabei fett zu wirken, und mündet in ein langes, salziges Finale mit feinem kreidigen Grip. Ich verstehe, warum dieser Wein als einer der klassischsten Chablis gilt, weil er so perfekt ausgewogen und unaufgeregt schick ist. Er ist bereits jetzt sehr einladend, besitzt aber genug mineralisches Rückgrat für eine schöne Entwicklung. Ein wunderbarer Purist, der zeigt, warum William Fèvre zu Recht als einer der größten Terroir-Dolmetscher der Region gilt.