Pommard 1er Cru Les Grands Epenots 2020

Domaine Pierre Morey Pommard 1er Cru Les Grands Epenots 2020

BIO

Zum Winzer

95–96+
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2050
Verpackt in: 12er
9
strukturiert
seidig & aromatisch
frische Säure
3
Lobenberg: 95–96+/100
Parker: 92–94/100
6
Frankreich, Burgund, Cote d'Or
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pommard 1er Cru Les Grands Epenots 2020

95–96+
/100

Lobenberg: Natürlich wird Grands Epenots biodynamisch bewirtschaftet. Komplett entrappt und spontan vergoren, dann im hälftig neuen Holz ausgebaut. Epenots, das ist die Lage in Pommard schlechthin. Innerhalb der Côte de Beaune gilt Pommard als druckvollste, kraftvollste und opulenteste Gemeinde unterhalb der Grands Crus aus Corton. Pommard war vor Jahrzehnten einer der berühmtesten Rotweine Burgunds überhaupt. Wer einmal die grandiosen Pommards der Domaine Comte Armand (Weinmacher Benjamin Leroux) verkosten durfte, der weiß, dass begnadete Künstler genau hier auf diesem Terroir und Mikroklima den Spagat zwischen Volnay und Chambolle Musigny, also der Côte de Beaune und der Côte de Nuits, schaffen können. Es ist häufig der Fall, dass Weinlagen, die auf Gemeindegrenzen liegen schon Eigenschaften der jeweils anderen Gemeinde zeigen. Epenots grenzt direkt an Volnay und es ist offensichtlich, dass diese Feinheit von Volnay auch in Epenots zu finden ist, wenn man die Weine mit anderen Pommards vergleicht. Dennoch kommt der Wein dunkler und steiniger aus dem Glas als der fruchtbetonte Monthelie. Viel Schwarzkirsche, auch Cassis, aber nicht wuchtig, sondern elegant. Zeigt viel Finesse und Feinheit für einen Pommard. Auch im Nachhall dominieren Schwarzkirsche und Brombeere, die von ultrafeinen, kreidigen Tanninen unterlegt sind. Fest gebaut, aber wunderbar frisch und saftig. Strahlende Frucht, ein ganzer Korb voller Waldfrüchte. Das Ganze in dieser extremen Frische und konzentrierten Pikanz. Die hedonistische Reichhaltigkeit der Weine ist wirklich göttlich, aber zugleich ist die Frische da, was den Weinen eben auch eine superbe Trinkbarkeit verleiht. Extrem feiner, eleganter und zugleich mega druckvoller Stoff – SO etwas gibt es nicht alle Jahre, das ist klar. 95-96+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

92–94
/100

Parker über: Pommard 1er Cru Les Grands Epenots

-- Parker: The 2020 Pommard 1er Cru Les Grands Epenots is lovely, mingling aromas of wild berries and plums with hints of raw cocoa and loamy soil in an inviting bouquet. Medium to full-bodied, seamless and velvety, it's deep and concentrated, underpinned by powdery tannins and lively acids. 92-94/100

Mein Winzer

Domaine Pierre Morey

Seinen sagenhaften Ruf erarbeitete Pierre Morey sich als Weinbergsdirektor vom Weingut Comtes Lafon. Nach 10 Jahren in dieser Funktion machte er den nächsten Schritt und wurde für weitere 20 Jahre der leitende Kellermeister des biodynamischen, mythenhaften und besten Weißwein-Weinguts Frankreichs,...