Drei Parzellen im Clos de Beze befinden sich seit den 1930er Jahren in Familienbesitz der Faiveleys, insgesamt ergibt das 1.3 Hektar. Die jüngsten Reben sind bald 40 Jahre alt und die ältesten sind Pflanzjahr 1949. Ost-Südost-Ausrichtung auf Kalksteinfels mit Tonmergel, sehr steinig. Ein gewisser Anteil Ganztrauben wird hier immer mitvergoren. Traditionell im offenen Holzcuve vergoren. Anschließender Ausbau für 16 bis 18 Monate mit einem Neuholzanteil von knapp zwei Dritteln, ein Drittel Zweitbelegung. Clos de Beze ist der beste Teil des Chambertin-Hanges, ein Wein von beeindruckendem Format und spielerischer Kraft. Grandiose Mischung aus blauen und roten Waldbeeren, Weinbergpfirsich, Schwarzkirsche. Hochverdichtet, wie aus einem Guss. Das Parfüm des 2021er ist einfach überwältigend, so zart und fein. Rauch und Kakaonoten. Eine Orgie der Feinheit und barer Kraft zugleich. Er versteckt seine Kraft und Konzentration nicht, er wird nur nicht laut dabei. Wunderbare Extraktsüße in dieser verspielten, von Veilchen und Alpenblumen eingerahmten blauen Frucht, ein kleiner Hauch ganz feine Lakritze darunter. Die Struktur des Clos des Beze ist immens, die kreidigen Tanninen beißen sich am Gaumen fest und ziehen sich durch den Nachhall wie sein mineralisches Skelett. Er lässt nicht mehr los, alles wird belegt. Seidig par excelle, die Tannine sind so finessenreich und geschmeidig in diesem Jahr. Alle Domaines, natürlich auch Faiveley, waren sehr vorsichtig beim Extrahieren. Noch mehr als sonst, weil das Jahr aufgrund des Frostes und des regnerischen Sommers so delikat geraten ist. Aber trotz der großen Feinheit hat der Wein eine unglaubliche Länge. Sobald die saftig-delikate Frucht dahingeschieden ist, geht es hier nur noch um Gestein und Struktur. Während man auf 2019 und 2020 getrost 15 bis 20 Jahre warten kann, ist dieser 2021er selbst aus dem Fass schon ein Genuss und in 5 bis 7 Jahren trinkreif.