Wie immer ist der A Tempo deutlich geprägt von Phenolik, von Schalenkontakt. Deutlich schiebend, auch Rappen von der Maischung. Sanddorn über Kumquat, warme rote Frucht in der Nase. Viel Schub und Druck. Neu in der Cuvée ist ein Teil, der in einem kleinen Ei aus gebranntem Lehm ausgebaut wird. Das gibt noch mehr Fülle. Sehr reich und druckvoll in der Nase und wie immer sehr untypisch für einen weißen Châteauneuf-du-Pape – unique! Der Wein zeugt unglaublichen Nerv und Vibration, der Mund schiebt, ist aber nicht fett, denn der Großteil wird ja nicht im Holz ausgebaut. Aber die Vibration und die Spannung im Mund sind schon gewaltig. Wieder Sanddorn, Kumquat und Orangenzesten, auch reife Nektarine und ein wenig eingelegte Walnüsse. Dann Zitronengras und in Puderzucker gewendete Limetten. Feine Zitrussäure am Zahnfleisch und auf der Zunge. Der Wein steht für Minuten. Cremig, dicht und kraftvoll, aber niemals fett. Ganz sicher kein Wein für den Einsteiger, sondern für sehr erfahrene Trinker. Der Winemaker Andreas Lenzenwöger hat diesen Wein nicht ganz so extrem vinifiziert wie seinen eigenen Definitely Red Le Blanc. Also etwas mehr Zugeständnisse an uns und an das normale Trinkervolk. Aber in seiner honigcremigen, sanddornbeladenen Zitronengras-Limettenfrucht und seiner extrem süßsauren, pikanten Art, dem unglaublich stehenden Schub und der Mineralität, ist das sicherlich ein Wein, der kaum mit etwas zu vergleichen ist. Großes Kino – ganz sicher! Aber bitte die Flasche zu zweit teilen. Für einen allein ist das einfach ein bisschen too much. Obwohl er nicht fett ist, sondern fein und elegant. Aber diese Intensität und die Vibration sprengen einfach alles. 98-100/100 *** Der Weinberg für den A Tempo liegt neben Chateau La Nerthe auf der Höhe. Hat nur 0,8 Hektar, Südlage, direkt unter der Großlage La Crau. Wir haben 3 verschiedene Bodentypen innerhalb dieser 0,8 Hektar. Einmal komplett Sand für die Feinheit, dort steht die Roussanne, dann steinige Böden mit richtig großen Felsbrocken und der dritte Bereich ist lehmig und sandig. In den Weinbergen steht jeweils ein Drittel Roussanne, Grenache Blanc und Clairette. Das sind bis zu 50 Jahre alte Rebstöcke. Die Umstellung auf die Biodynamie wurde von Andreas Lenzenwöger, dem österreichischen Weinmacher der Domaine du Pegau, in 2014 vorgenommen. Einzelstöcke für Grenache Blanc und Clairette, die Roussanne steht auf Drahtrahmen. Der Ertrag geht auf unter 500 Gramm pro Stock und es gibt eine massive Vorlese. Die überreife Botrytis wird komplett eliminiert, es gibt also nur extrem sauberes Lesegut. Es wird geerntet als Ganztraube, ab in die Presse, und da Maischestandzeiten von 4-5 Stunden. Es wird nicht nach Rebsorten ausgebaut, sondern gemischt, aber dann wird ein bisschen experimentiert. Purer Ablaufsaft, also ohne Presse. Der Wein wird in vier Jahre alte Barriques von Guigal gegeben. Also kein neues Holz. Alles verbleibt auf der Vollhefe nach der spontanen Vergärung. Mit der Hefe verbleibt er etwa ein Jahr im Fass. Keine Bâtonnage.