Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape

Cotes du Rhone Vieilles Vignes Cuvee Speciale 2020

BIO

saftig
pikant & würzig
strukturiert
96
100
2
Grenache 95%, Diverse 5%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2046
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 96/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cotes du Rhone Vieilles Vignes Cuvee Speciale 2020

96
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Im Süden hatten die Reben deutlich mehr mit Trockenstress zu kämpfen, weil hier im Sommer nur wenige Millimeter Regen fielen. Aber besonders die Reben auf Lehmböden und die alten, tiefwurzelnden Rebstöcke, konnten das Ganze gut wegstecken. Probleme gab es erst während der Lese, weil es um den 20. September relativ starke Regenfälle zwischen 40 und 60 Millimetern pro Quadratmeter gab. So kann man durchaus unterscheiden zwischen Weinen, die vor dem Regen gelesen wurden und jenen, die erst danach den Weg in die Keller fanden. An der Südrhône erinnert 2020 sehr an 2018. Wir haben eine sehr saftige und reiche Frucht, aber nicht dieses extrem Fette, ja fast Dramatische, aus 2019. Im Süden ist es – anders als an der Nordrhône – eher kein klassischer, sondern ein saftiger, fruchtstarker Jahrgang wie 2018, der auch schon ziemlich perfekt gelungen war. In Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Die Cuvée Spéciale ähnelt etwas dem Châteauneuf-du-Pape Cuvée Spéciale, weil es ein fast reiner Grenache ist. 95 Prozent Grenache und fünf Prozent Rebsorten, die im gemischten Satz wachsen. Die Plots für den Wein liegen an der Grenzen zwischen Châteauneuf-du-Pape und Courthézon, also dort, wo auch Beaucastel und Janasse ihre besten Reben stehen haben. Die Rebstöcke bei Tardieu sind rund 70 Jahre alt. Der Wein hat 14,5 Volumenprozent Alkohol. Der Trauben werden nicht entrappt – eine weitere Ähnlichkeit zur Cuvée Spéciale aus dem Châteauneuf-du-Pape. Die Reben stehen nur eben direkt außerhalb der Appellation, was der Qualität der Weine jedoch keinen Abbruch tut. Nach der Spontangärung in Betonfudern wird der Wein schonend abgepresst und für acht Monate in zwei- und dreijährigen Barriques ausgebaut. Danach weitere zehn Monate im Stockinger-Fuder. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die authentischen Burgunderflaschen gefüllt werden. Ab dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält. Der Wein hat 2020 eine extrem charmante Nase. Reine Himbeere, reif, reich und süß. So duftig! Die 100 Prozent Rappen sind nur in Form einer gewissen Frische im Beiwerk zu finden. Aber die Süße der saftigen Frucht ist wirklich verblüffend. Die Rappen sind nur im Nachhall als leichte Krautwürze zu spüren. Eine Ergänzung der wunderbaren Mineralität. Der mittlere Mund selbst ist einfach nur süße rote Frucht, süße Kirsche, wieder Himbeere und dazu Erdbeere. Sehr intensiv, hocharomatisch, saftig und komplex. Am Ende dieser mineralische, von den Rappen unterlegte, feine Nachhall. Wenn man beide Côtes du Rhône der Tardieus vergleicht, den Nobles Origines und den Cuvée Spéciale, dann sind das im Grunde zwei ganz verschiedene Weine. Sie sind letztlich nicht vergleichbar, weil der Nobles Origines einen immensen Geradeauslauf hat und ein superdefinierter, kraftvoller Côtes du Rhône ist. Die Cuvée Spéciale ist einfach nur ein purer, zarter Hedonismus im Sinne des Erzeugers Rayas. Genau das ausdrückend, was Ursprünglichkeit in großartigem Châteauneuf und Côtes du Rhône zeigen kann. Ein wirkliches Meisterwerk. 96/100

Mein Winzer

Michel Tardieu – Chateauneuf du Pape

Michel Tardieu ist inzwischen legendär und einer der besten Weinmacher Frankreichs. Robert Parker u. v. a. überhäuften ihn zu Recht mit Superlativen. Sehr oft arbeitet er an der Rhone und in anderen Regionen mit seinem Freund Philippe Cambie zusammen.

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