Perrin / Beaucastel

Cotes du Rhone Coudoulet de Beaucastel 2020

voluminös & kräftig
pikant & würzig
fruchtbetont
94–95
100
2
Cinsault, Grenache, Mourvedre, Syrah
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2046
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cotes du Rhone Coudoulet de Beaucastel 2020

94–95
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Im Süden hatten die Reben deutlich mehr mit Trockenstress zu kämpfen, weil hier im Sommer nur wenige Millimeter Regen fielen. Aber besonders die Reben auf Lehmböden und die alten, tiefwurzelnden Rebstöcke, konnten das Ganze gut wegstecken. Probleme gab es erst während der Lese, weil es um den 20. September relativ starke Regenfälle zwischen 40 und 60 Millimetern pro Quadratmeter gab. So kann man durchaus unterscheiden zwischen Weinen, die vor dem Regen gelesen wurden und jenen, die erst danach den Weg in die Keller fanden. An der Südrhône erinnert 2020 sehr an 2018. Wir haben eine sehr saftige und reiche Frucht, aber nicht dieses extrem Fette, ja fast Dramatische, aus 2019. Im Süden ist es – anders als an der Nordrhône – eher kein klassischer, sondern ein saftiger, fruchtstarker Jahrgang wie 2018, der auch schon ziemlich perfekt gelungen war. In Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Der Coudoulet ist ein Blend aus Grenache, Mourvèdre, Syrah und Cinsault. Coudoulet ist ein einziger Plot. Er liegt jenseits einer kleinen Straße an den Ausläufern der Lage La Crau. Willkürlich wurde hier die Grenze von Châteauneuf-du-Pape gezogen. Inhaltlich ist das genau das gleiche, aber der Wein darf sich nur Côtes du Rhône nennen. Das hat eine Kommission vor langer Zeit festgelegt. Vom Rebalter bis zur Verarbeitung gibt es aber keinen Unterschied zum Châteauneuf von Beaucastel. Coudoulet ist wegen etwas mehr Sand im Boden vielleicht sogar etwas feiner, etwas schicker. Der direkte Nachbar ist der Côtes du Rhône Les Garrigues von Janasse, dem ein ähnliches Schicksal beschert ist. Auch die Familie Tardieu hat ihren Top Côtes du Rhône, den Cuvée Spéciale, von hier. Wie bei allen Weinen von Beaucastel, wird natürlich auch dieser Weinberg biodynamisch bearbeitet. Vollständig entrappt, spontan im Holzfuder vergoren. Der Ausbau dann in großen Holzfässern. Dieser Coudoulet ist immer baugleich mit dem Châteauneuf, eben nur etwas feiner und er kostet nur ein Drittel. Der 2020er steigt mit einer aromatischen Mischung aus Amarenakirsche, Holunder, schwarzer Kirsche und Schattenmorelle aus dem Glas. Sehr duftig, sehr ätherisch, fein und verspielt. Trotzdem sehr aromatisch. Leichte Lakritznote dahinter. Eigentlich die superfeine und typische Nase der 2020er Weine. Der Mund erstaunt mich dann doch. Ich hätte ihn etwas banaler erwartet, etwas aromatischer, aber das ist er gar nicht. Er hat viel Grip. Gleich zu Beginn viel Stein, viel Mineralität, Salz schon im mittleren Mund. Tolle Spannung, viel Druck. Fleischiger mittlerer Gaumen. Echt viel Wein für so einen gehobenen Côtes du Rhône, so eine Intensität und Spannung. Im Finale probiert er sich so als hätte er einen hohen Rappenanteil, was ich aber nicht glaube. Er hat diese ungemeine Frische und diese Würzigkeit, dazu eine hohe Veilchen- und Blütenaromatik. Mehr sogar noch im Mund als in der Nase. Große Länge mit extremer Frische. Der Wein ist nie fett, die Tannine sind total seidig, aber der Wein ist sehr intensiv. Ein Coudoulet mit viel Anspruch und hoher Lebenserwartung. 94-95/100

Mein Winzer

Perrin / Beaucastel

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