Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape

Cotes du Rhone Blanc nobles origines (ehem. Guy Louis) 2020

BIO

voll & rund
niedrige Säure
94+
100
2
Grenache blanc 35%, Clairette Blanche 20%, Marsanne 15%, Roussanne 15%, Viognier 15%
5
weiß
14,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2045
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 94+/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cotes du Rhone Blanc nobles origines (ehem. Guy Louis) 2020

94+
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Dort geht 2020 sicherlich als ein Jahrhundertjahrgang in die Geschichte ein. Die Tardieus vergleichen den Jahrgang 2020 mit einer Mischung aus dem superklassischen und frischen Jahr 2016 und der Tiefe und Dichte aus 2015. Auf keinen Fall so extrem fett und üppig wie 2018 und 2019, sondern deutlich klassischer. Deshalb ist 2020 aus ihrer Sicht einer der ganz großen Jahrgänge überhaupt an der Nordrhône. Im Norden gab es 2020 keinen richtigen Trockenstress für die Reben, weil es im August ein paar Regenfälle gab. Sie kamen genau zur richtigen Zeit. Die Lese startete recht früh, bei Tardieu am 10. September. Also deutlich früher als in anderen Jahren. Insgesamt ist es ein saftiges, reifes Jahr, ohne Überreife, ohne übermäßig Fett wie in 2019 und 2018. Große Frische, klassische Ausrichtung, langlebig und dicht. An der Südrhône gab es deutlich mehr Trockenstress, weil hier im Sommer nur wenige Millimeter Regen fielen. Aber besonders die Reben auf Lehmböden und die alten, tiefwurzelnden Reben, konnten das Ganze gut wegstecken. Probleme gab es erst während der Lese, weil es um den 20. September relativ starke Rebenfälle zwischen 40 und 60 Millimetern pro Quadratmeter gab. So kann man durchaus unterscheiden zwischen Weinen, die vor dem Regen gelesen wurden und jenen, die erst danach den Weg in die Keller fanden. An der Südrhône erinnert 2020 sehr an 2018. Wir haben eine sehr saftige und reiche Frucht, aber nicht dieses extrem Fette, ja fast Dramatische, aus 2019. Im Süden ist es – anders als an der Nordrhône – eher kein klassischer, sondern ein saftiger, fruchtstarker Jahrgang wie 2018, der auch schon ziemlich perfekt gelungen war. Richtig klassisch ist 2020 der Norden. Aber klassisch mit einem Plus an einer Form von Reife, die es früher so nicht gab. In Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Der Nobles Origines ist der ehemalige Guy Louis. Die Tardieus haben das Label und den Namen neugestaltet, ohne jedoch den Inhalt zu verändern. Weiterhin ist es eine Zusammenarbeit mit verschiedenen, teils biologisch arbeitenden Winzern, von denen sie schon lange Trauben beziehen. Der Name Nobles Origines wurde gewählt, weil der Wein zu 100 Prozent aus Top-Crus verschiedener Appellationen des Rhônetals stammt: Condrieu, Saint-Joseph, Saint-Péray, Crozes-Hermitage und Châteauneuf-du-Pape. Ein Drittel dieses Weins kommt aus dem Norden, zwei Drittel kommen aus dem Süden. 35 Prozent Grenache, 20 Prozent Clairette, 15 Prozent Marsanne, 15 Prozent Roussane und 15 Prozent Viognier. Die Grenache-Reben sind 70 Jahre alt, die Marsanne und Roussanne 60, die Clairette 40 und die Viognier 30 Jahre. Der Wein hat 14 Volumenprozent Alkohol. Nach der langsamen Ganztraubenpressung wird der Most im Beton vergoren und der Wein dann acht Monate im Barrique ausgebaut, teils neues Holz, teils Zweit- und Drittbelegungen. Keine Schönung und Filtration vor der Füllung in die authentischen Burgunderflaschen. Ab dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält. Dieses warme und trockene Jahr 2020 brachte erstaunlicherweise schon in Bordeaux unglaublich schöne Weißweine hervor. Das setzt sich hier fort. Eine unglaublich schicke Aromatik. Kein Extremist, sondern nur ein feiner, aromatischer, leckerer und sehr duftiger Weißwein. Sehr interessanter Mund. Wir haben eine gewisse Phenolik, einen schönen Druck, Kalkstein-Mineralität, Länge und Salz. Ziemlich viel Power in der Mitte entwickelnd, aber trotzdem eine sehr verwobene, feine, delikate Frucht. Lecker! Netzmelone, weißer Pfirsich, Akazienhonig und etwas grüne Aprikose und Kiwi dazu. Ein feiner und schicker Wein, der sicherlich eine Dominanz der Südrhône aufweist und in dem die Clairette und die Viognier mit ihrer hocharomatischen Art und der leichten Öligkeit durchaus ein beträchtliches Wort mitzureden haben. Der Wein macht Freude und ist in keiner Weise vom Holz dominiert, was aber durchaus einen Teil seines Charmes ausmacht. 94+/100

Mein Winzer

Michel Tardieu – Chateauneuf du Pape

Michel Tardieu ist inzwischen legendär und einer der besten Weinmacher Frankreichs. Robert Parker u. v. a. überhäuften ihn zu Recht mit Superlativen. Sehr oft arbeitet er an der Rhone und in anderen Regionen mit seinem Freund Philippe Cambie zusammen.