Cotes du Rhone Blanc Guy Louis 2019

Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape

Cotes du Rhone Blanc Guy Louis 2019 BIO

95
100
9
voll & rund, niedrige Säure
2
Grenache blanc 35%, Marsanne 20%, Roussanne 20%, Clairette Blanche 15%, Viognier 10%
3
Lobenberg 95/100
5
Weißwein
barrique
14,0% Vol.
Trinkreife: 2024–2046
Verpackt in: 12er OHK
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite,

Abfüllerinformation

Abfüller / Importeur: Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape, Quartier Les Ferrailles - Route de Cucuron, 84160 Lourmarin, FRANKREICH


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lobenberg

Lobenberg über:Cotes du Rhone Blanc Guy Louis 2019

95
/100

Lobenberg: 2019 ist an der Rhône die Fortsetzung der mediterranen Jahre, der Jahre ohne Wasser, der großen Trockenheit. Zwischen April und Mitte September gab es so gut wie keinen Regen, weder im Norden noch im Süden. Die Trockenheit war extrem. Minimale Regenschauer zwischendurch reichten noch nicht einmal aus, um von der Erde aufgenommen zu werden. Seltsamerweise starben die Weinberge nicht ab, sondern alle Weinberge mit alten Reben sahen über die ganze Zeit ganz hervorragend aus. Es gab zwar Wasserstress, aber es gab keinen Stillstand. Der Schlüssel sind also ganz eindeutig alte, tiefwurzelnde Reben. Trotzdem wäre es zu einem desaströsen Ergebnis gekommen, wenn es nicht Mitte September einige anständige Regenfälle von über 20 Millimeter gegeben hätte. Die Entwicklung wäre sonst zu weit fortgeschritten, die Weine hätten ihre Frische verloren. Die Regenfälle wendeten das Blatt vollständig. Aber man muss dazusagen, dass es in Zukunft wahrscheinlich keine großen Weine von der Rhône geben wird, sollte sich die Situation so fortsetzen. 2019 ist es nicht nur gutgegangen, sondern alle Winzer sprechen von einem legendären Jahrgang. Die Weißweine im Süden sind durch die kühlen Nächte vor der Ernte und durch die Regenfälle extrem frisch. Das Ganze mit hoher Reife durch die enormen Sonnenstunden des Sommers. Das bringt einen ähnlichen Spagat, einen ähnlichen Oszillographen, wie in Deutschland, wie in Bordeaux, wie überhaupt in Europa. Crispe, frische, mineralische Weine. Extrem extraktreich, hohe Reife und hohe Frische beieinander. Die Rotweine sind generös und tief und stellen eine Synthese von 2007 und 2016 dar. Die Nordrhône hat nicht ganz so stark unter der der Trockenheit gelitten wie die Südrhône, es war auch nicht ganz so heiß. Noble, präzise, harmonische Weine. Aber auch hier kann man von einer strahlenden Zukunft und von einem Best-Ever-Jahrgang ausgehen. 2019 ist schon jetzt, ein Jahr nach der Ernte, eine lebende Legende. Alle Weißweine von Tardieu werden nach einer Ganztraubenpressung ohne Standzeit in die Vergärung genommen, um keine Säure zu verlieren. Der Guy Louis ist eine Komposition aus 35 Prozent Grenache, 20 Prozent Marsanne, 20 Prozent Roussanne, 15 Prozent Clairette und 10 Prozent Viognier. Die Grenache-Reben sind 70 Jahre alt, die Marsanne und Roussanne 60 Jahre, die Clairette 40 Jahre und die Viognier 30 Jahre alt. 14 Volumenprozent. 2019 gab es keine Bourboulenc aus dem Süden. Die Tardieus haben sich jetzt etwas mehr auf den Norden konzentriert, der ein Drittel der Cuvée stellt. Zwei Drittel kommen aus dem Süden, überwiegend aus Lirac. Der Wein wird spontan vergoren und danach acht Monate im Barrique aus Allier und Tronçais ausgebaut, sowohl Neuholz als auch Zweit- und Drittbelegungen. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert. Der Guy Luis ist wahrscheinlich einer der spannendsten Weißweine der Rhône überhaupt und er ist von seinem Format irgendwo zwischen einem weißen Châteauneuf-du-Pape, einem weißen Saint-Joseph und einem Crozes-Hermitage einzuordnen. Ein Wein, der Jahrzehnte altern und den man nach 20 Jahren durchaus in eine Verkostung stecken kann. Das Famose an 2019 ist die geniale Frische. Dieser Wein wird erstaunlicherweise von den kleinen Bestandteilen der Cuvée, von der Clairette und der Marsanne, dominiert. Das macht den Wein sehr elegant und großrahmig. Weißer Pfirsich, weiße Birne, darunter ein bisschen rote Frucht, rote Johannisbeere. Ein bisschen Aprikose, recht viel Stein. Sehr fein, sehr erhaben. Die Roussanne gibt Stütze und die Grenache etwas Feinschwebendes. Der Mund ist deutlich massiver. So unendlich viel Power. Nicht fett, aber Power, Druck. Er hat keine Phenolik, denn er hatte ja keine Standzeit. Und trotzdem schiebt er gewaltig mit unglaublichen Gesteinsmassen. Auch hier ist die Marsanne wieder die Dominante. Es ist eine Hermitage-Version mit ein bisschen grüner Aprikose, mit Limette und Zitronengras. Sogar ein bisschen weißer und roter Pfirsich darunter. Das Finale ist cremig und auch blumig. Etwas Waldmeister und ein Hauch Sanddorn. Lange stehenbleibend. Der Wein braucht Zeit und er kann für Jahrzehnte altern. Das ist ein großer Wein von der Rhône, mit einem sehr nördlichen Touch. Das ist einfach großer Stoff! 95/100

Mein Winzer

Michel Tardieu – Chateauneuf du Pape

Michel Tardieu ist inzwischen legendär und einer der besten Weinmacher Frankreichs. Robert Parker u. v. a. überhäuften ihn zu Recht mit Superlativen. Sehr oft arbeitet er an der Rhone und in anderen Regionen mit seinem Freund Philippe Cambie zusammen. […]

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