Die Gimmeldinger Weinberge sind etwas zweigeteilt. Es gibt einige sehr windoffene und einige etwas geschütztere Wärmere Lagen, die für Burgunder sehr geeignet sind. Die windigeren Lagen auf der Kuppe, wo die Meerspinne und der Kapellenberg liegen, sind kühler. Der Kapellenberg hat Buntsandstein- und Kalksteineinflüsse, liegt oberhalb der Meerspinne und ist auch etwas kühler. Der Wein repräsentiert schon deutlich, was Gimmeldingen perfekt kann: kühle, kristalline Rieslingaromatik. Relativ warm spontan komplett durchgegoren auf quasi Null Zucker, aber es schmeckt so wunderbar harmonisch und ausgewogen. Der Ausbau erfolgte überwiegend im Tonneau, was dem 23er nochmal eine neue Dimension verleiht. Zunächst rauchig und reduktiv, nicht viel Frucht zeigend. Mit etwas Luft öffnet sich dann die total kristalline, sehr puristische, glockenklare Nase. Überwiegend reife, gelbe Zitrusfrüchte. Amalfizitronen, helle Mandarine, ein Hauch Bergamotte. Dazu kühle Kräuternoten von Melisse und Verbene und zerstoßener Kalkstein. Am Gaumen dann wieder ordentlich Druck aus der salzigen Mineralität. Das schiebt mit toller Substanz, aber hat auch Saft, Zug und tollen Grip. Feine Würze im Nachhall. Eine geschmackliche Antithese zu üppigen Pfälzer-Rieslingen mit ganz feiner Klinge. Es gibt nicht wenige, die einen solchen Riesling als GG vermarkten würden. Ein erstes Gewächs auf absolutem Spitzenniveau!