Chateauneuf du Pape V.V. Cuvee Speciale 2020

Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape

Chateauneuf du Pape V.V. Cuvee Speciale 2020

voluminös & kräftig
pikant & würzig
100+
100
2
Grenache 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2062
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 100+/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateauneuf du Pape V.V. Cuvee Speciale 2020

100+
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Im Süden hatten die Reben deutlich mehr mit Trockenstress zu kämpfen, weil hier im Sommer nur wenige Millimeter Regen fielen. Aber besonders die Reben auf Lehmböden und die alten, tiefwurzelnden Rebstöcke, konnten das Ganze gut wegstecken. Probleme gab es erst während der Lese, weil es um den 20. September relativ starke Regenfälle zwischen 40 und 60 Millimetern pro Quadratmeter gab. So kann man durchaus unterscheiden zwischen Weinen, die vor dem Regen gelesen wurden und jenen, die erst danach den Weg in die Keller fanden. An der Südrhône erinnert 2020 sehr an 2018. Wir haben eine sehr saftige und reiche Frucht, aber nicht dieses extrem Fette, ja fast Dramatische, aus 2019. Im Süden ist es – anders als an der Nordrhône – eher kein klassischer, sondern ein saftiger, fruchtstarker Jahrgang wie 2018, der auch schon ziemlich perfekt gelungen war. In Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Die Cuvée Spéciale besteht zu 99 Prozent aus Grenache von über 100 Jahre alten Reben, die nach der Reblauskrise neu gepflanzt wurden. Sie liegen unten am Grund von La Crau auf Lehm- und Sandböden. Der Trauben werden nicht entrappt und als Ganztrauben im Beton spontan vergoren. Danach erfolgt der Ausbau für 12 Monate in Barriques mit Zweit- und Drittbelegung. Anschließend wird der Wein für weitere 12 Monate in große Holzfuder von Stockinger gelegt. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die authentischen Burgunderflaschen gefüllt werden. Ab dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält. Die Nase ist – wie 100 Prozent Grenache erwarten lassen – hochgradig duftig und aromatisch. Viel rote Frucht. Himbeere, rote Kirsche, aber auch hier schon die Rappen, die Mineralität und die unendliche Feinheit der Tannine aus 2020. So komplex, so fein, so lang. Gar nicht mal Lakritze, sondern eher die Vorstufe Süßholz, dazu eine feine Veilchennote. Die Nase ist unglaublich schick und erinnert sofort an Rayas. Auch der Mund ist extrem schick, das kann man gar nicht anders sagen. Die Tannine sind traumhaft verwoben. Unglaublich fein. Nichts Harsches, das Süßholz wird etwas mehr zur süßen, salzigen Lakritze. Große Länge hintenraus, mit Salz. Zwischendurch feine schwarze Kirsche, aber auch ein bisschen Backpflaume. Reich, dicht und intensiv, aber niemals fett. Immer fein bleibend. Das Ganze ergibt zusammen mit den Rappen einen hocheleganten und delikaten Châteauneuf-du-Pape der Extraklasse. Ich probiere Tardieu schon sehr lange und es gibt viele Extreme wie das Blockbuster-Jahr 2019, das elegante 2016 oder das reiche 2015. Aber die Perfektion, die Harmonie und die Balance aus 2020 habe ich bisher noch nie gehabt. Das ist höchstwahrscheinlich der größte Châteauneuf, den die Tardieus je erzeugt haben. Weil er eben nicht erschlägt, sondern einfach nur hochgradig komplex, delikat und fein ist. Grandioser Stoff! 100+/100

Mein Winzer

Michel Tardieu – Chateauneuf du Pape

Michel Tardieu ist inzwischen legendär und einer der besten Weinmacher Frankreichs. Robert Parker u. v. a. überhäuften ihn zu Recht mit Superlativen. Sehr oft arbeitet er an der Rhone und in anderen Regionen mit seinem Freund Philippe Cambie zusammen.