Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes 2019

Michel Tardieu - Chateauneuf du Pape: Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes 2019

Zum Winzer

97–98+
100
2
Grenache 80%, Mourvedre 10%, Syrah 10%
5
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2060
Verpackt in: 12er OHK
9
voluminös & kräftig
pikant & würzig
3
Lobenberg: 97–98+/100
Jeb Dunnuck: 95–97/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes 2019

97–98+
/100

Lobenberg: 2019 ist an der Rhône die Fortsetzung der mediterranen Jahre, der Jahre ohne Wasser, der großen Trockenheit. Zwischen April und Mitte September gab es so gut wie keinen Regen, weder im Norden noch im Süden. Die Trockenheit war extrem. Minimale Regenschauer zwischendurch reichten noch nicht einmal aus, um von der Erde aufgenommen zu werden. Seltsamerweise starben die Weinberge nicht ab, sondern alle Weinberge mit alten Reben sahen über die ganze Zeit ganz hervorragend aus. Es gab zwar Wasserstress, aber es gab keinen Stillstand. Der Schlüssel sind also ganz eindeutig alte, tiefwurzelnde Reben. Trotzdem wäre es zu einem desaströsen Ergebnis gekommen, wenn es nicht Mitte September einige anständige Regenfälle von über 20 Millimeter gegeben hätte. Die Entwicklung wäre sonst zu weit fortgeschritten, die Weine hätten ihre Frische verloren. Die Regenfälle wendeten das Blatt vollständig. Aber man muss dazusagen, dass es in Zukunft wahrscheinlich keine großen Weine von der Rhône geben wird, sollte sich die Situation so fortsetzen. 2019 ist es nicht nur gutgegangen, sondern alle Winzer sprechen von einem legendären Jahrgang. Die Weißweine im Süden sind durch die kühlen Nächte vor der Ernte und durch die Regenfälle extrem frisch. Das Ganze mit hoher Reife durch die enormen Sonnenstunden des Sommers. Das bringt einen ähnlichen Spagat, einen ähnlichen Oszillographen, wie in Deutschland, wie in Bordeaux, wie überhaupt in Europa. Crispe, frische, mineralische Weine. Extrem extraktreich, hohe Reife und hohe Frische beieinander. Die Rotweine sind generös und tief und stellen eine Synthese von 2007 und 2016 dar. Die Nordrhône hat nicht ganz so stark unter der Trockenheit gelitten wie die Südrhône, es war auch nicht ganz so heiß. Noble, präzise, harmonische Weine. Aber auch hier kann man von einer strahlenden Zukunft und von einem Best-Ever-Jahrgang ausgehen. 2019 ist schon jetzt, ein Jahr nach der Ernte, eine lebende Legende. Der Vieilles Vignes besteht aus 80 Prozent Grenache, zehn Prozent Syrah und zehn Prozent Mourvèdre. Er wächst auf den Lagen La Crau, La Janasse und Les Gardioles. Also durchaus namhafte Lagen. Die Grenache ist an die 100 Jahre alt, die Mourvèdre an die 80 Jahre und die Syrah 50 Jahre. 14,5 Volumenprozent. Die Hälfte der Trauben wird nicht entrappt. Das bewahrt Frische. Der Anteil an Ganztrauben nimmt immer mehr zu. Früher hat das Michel Tardieu nur bei seiner Cuvée Spéciale so gehandhabt. Inzwischen, mit den immer wärmeren Jahren, ist das ein probates Mittel, um Frische zu bewahren. Spontan vergoren, nach dem Abpressen 12 Monate in ein und zwei Jahre alten Barriques ausgebaut. Dann weitere 12 Monate im großen Fuder. Keine Filtration, keine Schönung. Diese Ganztraubenfermentation wird von vielen Menschen immer wieder missverstanden als rein stilistisches Mittel, um mehr Natürlichkeit zu propagieren. Aber bei den Ganztrauben geht es heute eigentlich um Frische, um das Bewahren von natürlich frisch zu trinkenden Weinen. Die Nase ist natürlich von diesen Rappen beeinflusst. Himbeere, Erdbeere, dunkle Zwetschge. Insgesamt aber eher rotfruchtig aus dem Glas steigend. Wuchtiger Mundeintritt, aber auch hier erstaunlich viel rote Frucht. Reife Walderdbeere, Waldhimbeere, aber auch Amarena Kirsche dazu. Die sehr alte Grenache dominiert durchaus. Und die Rappen machen es durchaus möglich, dass dieser Wein trotz 14,5 Volumenprozent Frische zeigt. Der Wein tänzelt und macht Spaß. Aber er hat natürlich nicht diesen komplett natürlichen Angang wie die Cuvée Spéciale aus gleichem Haus. Er fällt etwas klassischer aus, zeigt aber durchaus Größe. 97-98+/100

95–97
/100

Jeb Dunnuck über: Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes

-- Jeb Dunnuck: Also pure Southern Rhône goodness, the 2019 Châteauneuf Du Pape Vieilles Vignes has classy notes of red and blue fruits, candied orange, flowers, peppery garrigue, and loads of Asian spices. Beautifully textured, silky, and elegant on the palate, it has wonderful tannins, a notable sense of freshness, and a great, great finish. 95-97/100

Mein Winzer

Michel Tardieu – Chateauneuf du Pape

Michel Tardieu ist inzwischen legendär und einer der besten Weinmacher Frankreichs. Robert Parker u. v. a. überhäuften ihn zu Recht mit Superlativen. Sehr oft arbeitet er an der Rhone und in anderen Regionen mit seinem Freund Philippe Cambie zusammen.

Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes 2019