Chateauneuf du Pape Chante le Merle Vieilles Vignes

Bosquet des Papes

Chateauneuf du Pape Chante le Merle Vieilles Vignes 2018

saftig
pikant & würzig
strukturiert
tanninreich
98–100
100
2
Grenache 80%, Mourvedre 10%, Syrah 10%
5
rot
15,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2052
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 98–100/100
Parker: 93–95/100
Jeb Dunnuck: 92–94/100
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateauneuf du Pape Chante le Merle Vieilles Vignes 2018

98–100
/100

Lobenberg: Die Vergärung findet hier zu 100% im Betontank statt, immer spontan. Der Ausbau findet komplett in großen Holzfudern und zu einem kleinen Teil in 500 Liter Tonneaus statt. Die Cuvée Tradition 2018 hat ungefähr 2% Vaccarese, 2% Cinsault, 12% Mourvèdre, 10% Syrah und 74% Grenache. Es gibt 2018 wie fast überall in Châteauneuf auch hier sehr geringe Mengen, auch 2017 war die Ernte schon klein bei Bosquet des Papes. Es gibt nur 30.000 Flaschen Tradition und jeweils nur 6.000 Flaschen vom Gloire de mon Grand Pere und von der Speciale Cuvée Chante le Merle. In normalen Jahren wie 2016 gibt es von den Lagenweinen 10.000 Flaschen und 50.000 Tradition. 2017 war wegen des Frostes reduziert, 2018 wegen des Mehltaus. Der Charakter in allen 3 Weinen zeigt sich ähnlich wie bei unserer Einschätzung bei Tardieu und Clos des Papes. 2018 ist ein sehr reicher, massiver Jahrgang, der allerdings nicht so eine Kombination von Blockbustern und Eleganz hat wie 2016 und 2017. Diese beiden Jahrgänge stellen sich inzwischen als nahezu gleichwertig dar. 2018 ist reicher, hat zwar weniger Farbe, ist aber tanninreicher, das Tannin ist butterweich und samtig. Wir haben eine große Übereinstimmung mit Bordeaux, satte, reiche, samtige Gerbstoffe, etwas weniger Eleganz als 2016. Das heißt im Ergebnis, dass 2018 trotz der geringeren Säure wahrscheinlich einen viel längeren Zeitraum brauchen wir, um zur optimalen Trinkreife zu gelangen, dafür werden es immense Langläufer werden mit diesen butterweichen, extremen Tanninmassen. Der Chante Le Merle stammt von 80 bis 100 jährigen Reben auf 3 verschiedenen Terroirs, sandige Böden, rote Lehmböden und auch die klassischen Châteauneuf Kiesel. 45% stammen vom Kies, 35% vom Lehm, der Rest ist vom Sand. 85% Grenache und 15% Mourvèdre in 2018. Der Anteil der Mourvèdre ist in allen Blends, in denen er beteiligt ist, anteilig stets gestiegen in den letzten Jahren, weil er so gut an die sich ändernden Klimaverhältnisse angepasst ist. Der Wein ist zu 100% nicht entrappt, also komplette Ganztraubengärung im Betontank. Ausbau im Holzfuder und ein klein wenig im 500 Liter Tonneau, keine Barriques. Dieser Wein heißt übersetzt Gesang der Amseln. Er streitet häufig mit dem Gloire de mon Grand-Père um die Krone in diesem Weingut. Die Speciale Cuvée La Folie, die es 2016 gab, gibt es 2017 und 2018 nicht. Das ist eigentlich eine Speciale Cuvée von Philippe Cambie gewesen, zu 100% entrappt und komplett im neuen Holz ausgebaut, Barriques und Tonneaus. Ich bin froh, dass Nicolas von diesem Weg wieder zurückgegangen ist und deshalb ist das beste was er hat heute in den Chante Le Merle gegangen. Ganz in alter Châteauneuf Tradition ist alles im großen Holz, so soll es sein. Dieser Stil spiegelt das Weingut meines Erachtens auch viel besser wider. Die Nase hat deutlich mehr Mourvèdre, hier kriegen wir zur Himbeere auch sehr viel Schwarzkirsche, Maulbeere, Holunder, etwas Eukalyptus, immer weiter zunehmend, auch Minze, das Ganze fein verwoben und ganz am Ende obsiegt vielleicht sogar die Schwarzkirsche, hocharomatisch. Im Mund spielt die Mourvèdre ihre Trümpfe aus mit dieser wahnsinnig schönen Schärfe, die aber natürlich auch aus den 100% Ganztrauben kommt. Die Rappen waren komplett reif und deshalb bildet die wahnsinnige Krautwürze, diese Tanninschärfe, zusammen mit der Würze der Mourvèdre eine unglaubliche Harmonie. Wir sind auf einem ganz anderen Weg als beim reinen Grenache, der zu 50% entrappt wird im Gloire de mon Grand Pere. Im Chante Merle kommt von allem sehr viel, das ist kein zarter Traumwein, sondern das ist ein herausfordernder Wein, der aber genauso butterweiche Tanninmassen hat, genauso seidiges Tannin hat. Aber das Ganze eben von der Ganztraubenrappigkeit und von der Mourvèdre mit Struktur versetzt. Das ist ein hochfeiner Kracher, wenn man so etwas als Kombination sagen kann, der alle Sinne erfordert und der multikomplex changiert und für Minuten stehen bleibt. Wahnsinniges Fruchtpotpourri in unendlicher Raffinesse und Feinheit. Obwohl ich den Gloire de mon Grand Pere als den verträumteren Wein ansehe, ist dieser Chante Merle wohl der etwas größere Wein, aber eben auch der anspruchsvollere. Nachdem ich 2016 und 2017 nochmal probiert habe, bin ich völlig baff, dass 2018 in Châteauneuf, zumindest da wo es gelungen ist, ganz große Weine hervorgebracht hat. Man muss 10 und mehr Jahre warten bis die massiven Tannine integriert sind, obwohl sie butterweich sind. Dann wird das eine große Harmonie, nicht so fein, nicht so elegant wie 2016 und 2017, dafür von unten heraus viel profunder noch schiebend. Superber Stoff. 98-100/100

93–95
/100

Parker über: Chateauneuf du Pape Chante le Merle Vieilles Vignes

-- Parker: A blend of 85% Grenache and 15% Mourvèdre, the 2018 Chateauneuf du Pape Chante le Merle Vieilles Vignes comes from vines that are more than 80 years old. It offers up wonderful scents of Asian five spice powder, layered over raspberry and kirsch notes. Full-bodied, velvety and rich, it's concentrated and long on the finish, with plush tannins and nary a hard edge. 93-95/100

92–94
/100

Jeb Dunnuck über: Chateauneuf du Pape Chante le Merle Vieilles Vignes

-- Jeb Dunnuck: The 2018 Châteauneuf Du Pape A La Gloire De Mon Grand-Pere is nearly all Grenache (50% destemmed) that was aged 80% in demi-muids and 20% in foudre. Rocking kirsch, dried flowers, and peppery garrigue notes all emerge from this beautiful wine that has full-bodied richness, a seductive, layered texture, ripe tannins, and a great finish. It's brilliant wine in the vintage and is already hard to resist. 92-94/100

Mein Winzer

Bosquet des Papes

Bosquet des Papes wird von der Familie Boiron bewirtschaftet. Nur 27 Hektar Rebfläche, die überwiegend mit den Klassikern der südlichen Rhône bestockt sind. Im Zentrum steht natürlich die Grenache aber eben auch der betont klassische Ausbau sowie die Cuvéetierung nach lehrbuchartiger Facon. [...]

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