De l’Orée geht immer stark in Richtung Gewürznelke und Popcorn. Sehr typisch für diesen Wein und deshalb ist er immer erkennbar in der Nase. Hochduftig! Auch orangefarbene Blüten, Orangenzesten und Kumquat, dazu Zitronengras, sehr komplex. Die Balance kommt nicht über eine hohe Säure, sondern über Tannin und Bitterstoff – typisch für Marsanne. De l’Orée zeigt sich im Mund extrem harmonisch. Ein Zusammenspiel aus Zitronengras, Kumquat, Gewürzen und Blumigkeit, dazu die für Marsanne typischen weißen Früchte, Walnuss und weißer Pfirsich. Tolle Reduktion in Mund und Nase, etwas verschlossen im jungen Stadium, aber der Wein wird sich später öffnen. De l’Orée hat von allen Ermitage aus dem Hause Chapoutier die höchste Säure. Hier sind wir in der Liga der allerbesten weißen Hermitage. Der Nachhall mit Zitronengras, Kumquat, Orangenzesten und feinem Bitterstoff steht für Minuten. Jeder, der aus einem großen Jahr den De l’Orée nach 10 bis 15 Jahren trinkt, weiß wovon ich rede. Das gehört zu den ganz großen Weißweinen der Welt. 100/100 *** De L’Orée stammt aus der Einzellage Les Murets am östlichen Rand des Hermitage und hat eine Südexposition. Die Morgensonne bestrahlt zuerst diesen Weinberg. Die Umbenennung von les Murets in de l’Orée wurde wegen der Morgensonne vorgenommen. Chapoutier besitzt vier Hektar in dieser Lage, aber nur anderthalb davon gehen in die Sélection Parcellaire. 100 Prozent Marsanne. Eisenrotgefärbter Lehm, dazu Kieselsteine à la Châteauneuf-du-Pape und Mergel, also verwitterter Kalk und Lehm. Hier wird komplett mit dem Pferdepflug bearbeitet, um die Verdichtung des Bodens zu vermeiden. Alle Marsanne werden bei Chapoutier zu 100 Prozent in Demi-muids ausgebaut, also in 600-Liter Holzfässern. 10 Prozent neues Holz, 90 Prozent Zweit- und Drittbelegungen. Die Trauben werden direkt abgepresst vor der spontanen Gärung, die teilweise bis zu vier Monate andauert. Während des Ausbaus findet keine Bâtonnage statt. Gefüllt werden die weißen Ermitage bei Chapoutier inzwischen nach elf Monaten, nicht wie früher nach dreizehn.