Tollot Beaut

Aloxe Corton 2019

strukturiert
seidig & aromatisch
frische Säure
93–94
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2034
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 93–94/100
6
Frankreich, Burgund, Cote d'Or
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Aloxe Corton 2019

93–94
/100

Lobenberg: Seit dem Jahrgang 2014 setzt man nach der Entrappung eine optische Traubensortiermaschine zusätzlich zur strengen Lese im Weinberg ein. Das gibt den Weinen nochmal ein Plus an Feinheit und Klarheit der Frucht, denn unreife oder unkorrekte Beeren werden per Luft rausgeschossen, und auch Stiele, Rappen oder anderer Beifang kommen nicht durch diese Kontrolle. Nathalie Tollot ist kein Freund von Neuholz. Die 1er Crus haben circa 20-30% und auch die Grand Crus immer nur 50% Neuholzanteil. Im Gegensatz zum Beaune 1er Clos du Roi hat Grèves wenig Probleme mit heißen und trockenen Jahren, weil der Boden von feinen Wasseradern durchzogen ist und somit immer etwas bereithält. Grèves wurde dennoch genau wie Clos du Roi am 10 September vor 8 Uhr morgens in einem Rutsch gelesen. Beaune Grèves sitzt relativ mittig über der Stadt Beaune, mitten im Sweetspot der besten Lagen der Gemeinde. In den alten Aufzeichnung war es stets als Tête de Cuvée klassiert, also das was heute zumeist als Grand Cru klassifiziert ist. Grèves hat definitiv herausragende Qualitäten und ist fraglos eine der besten Lagen der Côte de Beaune, dennoch – zu unrecht – immer etwas hinter berühmteren Namen zurückstehend. Dadurch sind aber auch die Preise erfreulicherweise noch im moderaten Bereich für viele Beaune Grèves, wer klug ist, schlägt hier zu. Die Nase ist fein und harmonisch, sehr präzise, geradezu kristallin, mit sehr purer Frucht. Dunkle Kirsche, Sauerkirsche, Johannisbeere, schöne Mischung aus roter und schwarzer Frucht, sowie frischer und sehr reifer Frucht. Hohe Spannung und zugleich hohe Reife. Man riecht bereits eine intensive Phenolik, dazu einen fein verwobenen Holztouch, der die Komplexität noch weiter erhöht. Insgesamt wirkt der Grèves trotz seiner dunklen Frucht sehr strahlend und hell. Man spürt die hohe Frische aus der frühen Lese, die Knackigkeit der Frucht, die Brillanz der Aromen, alles vibriert, strotzt vor Energie und Saft. Grèves hat unglaublich viel Strahlkraft, Salz und Mineralanmutung, etwas zupackend kreidiges, auch graphit- und eisenartiges, dazu pfeffriges, das ist schon sehr typisch für diese komplexe Lage. Dennoch überstrahlt die vollreife, satte, wunderschöne Frucht im momentanen Stadium noch diesen Mineralcharakter, nimmt alles ein. Der Wein wird sicher 8 bis 10 Jahre brauchen, um seine volle Komplexität und Würze zu entfalten. Aber es wird auch die höchste Freude sein ihn in den ersten 12 Monaten nach dem Release in dieser hedonistischen Fruchtphase zu einem Boeuf Bourguignon zu genießen. 2019 ist überwältigend in seiner Reichhaltigkeit, Intensität und Frische, das ist schon eine Köstlichkeit. 96+/100Seit dem Jahrgang 2014 setzt man nach der Entrappung eine optische Traubensortiermaschine zusätzlich zur strengen Lese im Weinberg ein. Das gibt den Weinen nochmal ein Plus an Feinheit und Klarheit der Frucht, denn unreife oder unkorrekte Beeren werden per Luft rausgeschossen, und auch Stängel, Rappen oder anderer Beifang kommen nicht durch diese Kontrolle. Nathalie Tollot ist kein Freund von Neuholz. Die 1er Crus haben circa 20-30% und auch die Grand Crus immer nur 50% Neuholzanteil. Wenn man von Beaune oder Chorey nach Aloxe wechselt im Glas, ist es ziemlich evident, dass die Böden hier deutlich anders werden. Aloxe sitzt am Fuß des Corton und hat an vielen Stellen dessen rote, eisenoxidreichen Böden. Die Mineralität und die ganze Art der Weine wird anders. Verglichen mit Chorey oder Savigny wird es dunkler in der Anmutung, Cassis, Brombeere, auch ein bisschen Brombeerstrauch und Cassis-Grün, das ist alles fein verwoben und gibt eine ätherische Frische dazu, fast ein wenig Minze. Dann eine deutliche Graphitunterlegung. Im Mund grandiose Saftigkeit, als würde man in eine vollreife, pikant-würzige, herbsüße Brombeere beißen. Fast eine Aromenexplosion im Mund! Was für ein hedonistischer und gastronomischer Wein. Wenn Burgund nicht so teuer wäre, dann wäre das der perfekte Bistrowein für den Offenausschank, weil er einfach unfassbar delikat ist und jeden verzaubern wird. Dafür ist er allerdings etwas zu teuer, doch für zu Hause ist dieser Wein die reinste Freude in seiner freundvoll, saftigen Fruchtintensität. Dazu kommt, dass der Wein trotz seiner vordergründigen Delikatesse keineswegs ein einfacher Zechwein ist. Da ist schon salzige, griffige Struktur, Länge, Finesse und Druck dahinter. Aber es schmeckt eben schon aus dem Fass so unglaublich gut, der Wein bietet alles an. 93-94/100

Mein Winzer

Tollot Beaut

Dieses Haus ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts im Familienbesitz und gehört sicherlich zu den zuverlässigsten des Burgund. Nathalie Tollot und ihre Geschwister kümmern sich mit größter Akribie um die Weinberge des kleinen, edlen Hauses. Die extrem niedrigen Erträge aus organischem Weinbau...