Pommard Les Combes 2021

Agnes Paquet: Pommard Les Combes 2021

Limitiert

Zum Winzer

95+
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2041
Verpackt in: 12er
9
seidig & aromatisch
strukturiert
3
Lobenberg: 95+/100
6
Frankreich, Burgund, Cote d'Or
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pommard Les Combes 2021

95+
/100

Lobenberg: Eine kleine Einzellage aus überwiegend uralten Reben von rund 80 Jahren mit winzigem Ertrag aus organischer Weinbergsarbeit. Das übliche Rezept bei Agnes für diesen Wein: 80 Prozent entrappte Beeren, 20 Prozent Ganztrauben in der Vergärung. Ausbau komplett im Holz, aber nur gebrauchte Fässer. Seit 2019 wird nur noch mit den Füßen eingemaischt, weil Agnes das als sanfter für die Weine empfindet. Dieser Wein wird zu 100 Prozent im Barrique ausgebaut, nachdem er im Beton nach vorheriger langer, kühler Maischestandzeit spontan vergoren wurde. Logischerweise, allein aufgrund der Lage in Pommard, ist das der Wein mit dem meisten Volumen. Hier kommt sehr satte, fast wuchtige, süße Kirsche. Schwarze Kirsche, noch mehr rote Kirsche, Weichselkirsche, nur ein Hauch Sauerkirsche, etwas würzige Himbeere und reife Zwetschge. Wir sind hier schon eher in der süßen, reichen Frucht. Im Mund wärmer, reicher, voluminöser als der superzarte Auxey Duresses. Hier sind wir dicht. Hier haben wir Tannin & Kraft, aber trotzdem ist es total fein und geschliffen für einen Pommard. Der Wein packt zu und behält doch immer die tänzelnde Kirsche, die Fruchtexpression. Nie wird es zu rund, immer bleibt es verspielt und spannungsreich auf der Kirsche, trotz aller Süße. Schöne Länge. Ein archetypischer Pommard, ohne die Nachteile breiter, dicker Weine. Das ist einfach die Konzeption der Winzerin. Sie liebt die etwas frühere Ernte. Sie liebt die Frische im Wein und daher hat sie auch diesen superfrischen Jahrgang 2021 perfekt in die Flasche gebracht. 95+/100

Jahrgangsbericht

Was für ein unglaubliches Jahr! Auch im Burgund sind wir klimatisch wie charakterlich back to the roots der 80er bis 90er Jahre. Nach einer Serie von heißen bis extrem heißen Jahren seit 2015 eine wirklich willkommene Abwechslung. Die Weine sind berauschend frisch, saftig, straff und explosiv, kristallklar in ihrer Anmutung und Transparenz für die Terroirs. Gerade Letzteres ist ein Profil, das in manchem heißen Vorjahr nicht immer gegeben war. Ein Jahr für echte Burgund Afficionados, für Liebhaber der großen Klassik und der schlanken Finesse. Auf einen recht »normalen« Winter bezüglich Regen und Temperatur folgte ein ungewöhnlich rascher und warmer Frühling mit annähernd 30 Grad gegen Ende März. Der Austrieb erfolgte daher 10 Tage früher als erwartet, also Anfang statt Mitte April. da nahm das Drama seinen Lauf… denn eine Serie von brutalen Frostnächten vom fünften bis zum siebten April verwüstete Weite Teile des Mâconnais, der Côte Chalonnaise und an der Côte d’Or vor allem die Côte de Beaune, denn Chardonnay treibt früher aus als Pinot Noir. Aber selbst nördlichen Bereiche der Côte de Nuits wurden teils noch getroffen, wenn auch deutlich weniger. Nicht nur im Burgund, sondern in ganz Frankreich und Europa eine der kleinsten Weinernten seit Jahrzehnten – puh! Ein maßgeblicher Grund für die weiterhin galoppierende Preisentwicklung der Region. Es gibt einfach zu wenig Wein für die Welt. Der Sommer war eher kühl und sehr regenreich, mit 300mm doppelt so hoch wie normal. Die Trauben wuchsen und reiften entsprechend langsam und spät heran. Erst Mitte August kam die Wende mit beständig sonnig-warmem, trockenem Wetter. Die Lese begann dennoch viel später als in allen Vorjahren, meist erst ab der zweiten, dritten Septemberwoche im Süden des Mâconnais und der Côte Chalonnaise. Gegen die dritte, vierte Septemberwoche waren dann auch die kühleren Gemeinden wie Gevrey und Marsannay dran. Das unbeständige Wetter und einige Herbststürme entlang der Côtes hat die Erträge noch weiter dezimiert, sodass viele nur um die 15 bis 30 Hektoliter geerntet haben in Weiß und Rot. Die Lese zog sich in manchen Gemeinden bis Ende Oktober hin, das gab es kaum in den letzten 20 Jahren. Der Pflanzenschutz war eine Sisyphusarbeit, gerade die Biowinzer mussten quasi durchgehend rennen und auf ihre Sommerurlaube verzichten. Ein Nonstop-Job. Wer sauber gearbeitet hat und ein erfahrenes Leseteam einsetzt, konnte aber brillante, glockenklare Weine ernten. Nehmen wir mal Nicolas Potels Domaine de Bellene als Beispiel: Alkoholgrade im Schnitt um 13 Prozent, keinerlei Anreicherung nötig, keine Entsäuerung. Geht es noch besser?! Lange hatte ich nicht mehr so feine, verspielte, tänzerisch-leichte Pinot Noirs mit strahlend süßsäuerlicher Rotfruchtigkeit auf der Zunge! Weniger würzig-schwarzfruchtig-drückend als die Vorjahre. Einfach traumhaft schön zu trinken, zugänglich, geschliffen, die Tannine kaum spürbar. Die Chardonnays sind wieder etwas zitrischer, auch intensiv kräuterig-minzig und haben diesen spannungsreichen grünlichen Touch in der Frucht, den wir alle so lieben. Hohe Säuren, die aber gut von den hohen Extrakten aus den niedrigen Erträgen gepuffert werden. Eigentlich ist 2021 der Inbegriff dessen, worauf viele Winzer heute hinarbeiten, feine Strukturen, die sich trinkig und geschmeidig anfühlen, infusioniert eher denn extrahiert. Entsprechend waren fast alle absolut begeistert vom Profil der Weine 2021. Einige äußerten aber auch bedenken, ob die überwiegend angelsächsischen Journalisten den Jahrgang ebenso schätzen würden, denn er ist eben sehr oldschool und aromatisch und strukturell weit von den mediterranen Blockbustern von 2018 bis 2020 entfernt. Für mich persönlich ist 2021 Burgund ein wunderbares Highlight, von dem ich mir selbst mehr als von den Vorjahren in den Keller legen werde, weil es die pure Finesse ist. Wer erst in den letzten fünf Jahren mit dem Burgund angefangen hat, der wird den Sprung zu den 2021ern deutlich merken. Genießer, die sich schon 20 Jahre und mehr durch die Region trinken, werden sich in wohlig und genussreich an die Weine von Vorgestern erinnert fühlen, aber mit der geschliffenen Perfektion der Moderne. Für mich, ein wunderschöner Jahrgang.

Mein Winzer

Agnes Paquet

Agnes Paquet hat nach dem Abitur Wirtschaft studiert, es war anfangs nicht ihr Ziel einmal als Winzerin zu arbeiten. Seit Generationen befinden sich einige winzige Parzellen Rebland im Familienbesitz. Die Großeltern arbeiteten noch als Winzer, ein hartes Leben und für die Eltern eher abschreckend....

Pommard Les Combes 2021