Im Portrait

van Zellers Quinta Vale Dona Maria

Cristiano van Zeller, charismatischer und ehrgeiziger Besitzer der Quinta do Vale Dona Maria, war als jüngster Spross der Familie van Zeller in unzähligster Generation Besitzer des berühmtesten Portweinhauses Quinta do Noval. (Echter Port-Adel: Sein Uronkel gründete das heute größte Porthaus "Sogrape", zu dem die Ferreira-Group und Sandemans gehören.) Erbstreitigkeiten zwangen die Familie 1993 zum Verkauf, aber Cristiano hat sofort mit der seit 1868 bestehenden Quinta do Vale Dona Maria einen Teil des besten Terroirs des Dourotals zur eigenständigen Edel-Quinta gemacht und ist inzwischen qualitativ wieder ganz oben angekommen. Um den qualitativen und freundschaftlichen Charakter der besten Erzeuger des Douro zu stärken und die gegenseitige Hilfestellung und Beratung zu intensivieren, gründete er zusammen mit Dirk Niepoort die "Douro-Boys", zu denen dann Vallado, Crasto und Meao stießen. (Freundschaftlich mit dieser inzwischen weltweit bekannten Gruppe verbunden sind auch Pintas und Poeira.)

Cristiano erzeugt mit Hilfe seiner kongenialen Önologin und Teilhaberin Sandra Tavares, die inzwischen ob ihres außerordentlichen Talents als beste Winemakerin des Landes verehrt wird, inzwischen nicht nur einen der besten Vintage- und LBV-Ports, die Rotweine gelten inzwischen völlig zu Recht als Oberklasse des Landes. Vom Charakter erinnern die Weine an Toro und Bordeaux, die Assoziation an die Appellation Margaux ist mehr als eindeutig, durch die autochthonen Rebsorten sind die Weine aber sehr individuell. Wenn Meao und Crasto etwas mehr zur Kraft und Würzigkeit neigen selbst der finessereiche Pintas auf Grund der Exposition und des Terroirs diesen Weg geht, dann gehen die Weine von Dona Maria ein wenig im Stil des sensationell gelegenen Weinguts Poeira, eher zur Balance und fruchtigen Harmonie. Womöglich sind es die leckersten und langanhaltend immer trinkbarsten Weine der Region. Das Preis-Leistungsverhältnis des Dona Maria und des extrem leckeren Zweitweins und Balancewunders "Rufo" ist auf jeden Fall im internationalen Vergleich ganz außerordentlich.