Von Elias Schlichting

Kallstadter Saumagen R

»30 Jahre durch das Brennglas einer Riesling-Legende«

Entlang der sanften Hügelketten durch die sich die Pfälzer Weinstraße schlängelt, liegen sie wie aufgereiht an einer strahlenden Perlenkette: die großen Weingemeinden der Mittelhaardt. Am nördlichen Ende dieser deutschen »Route des Grands Crus« liegt Kallstadt im weiten Schatten der Metropolstädte Ludwigshafen und Mannheim. Kallstadt mag weniger bekannt sein als die Stars Deidesheim und Forst im Zentrum der Mittelhaardt, aber sein weinbergliches Markenzeichen wird dennoch weit über die Landesgrenzen hinaus als Riesling-Ikone gefeiert: der Saumagen.

Exklusives Weinpaket

Für Lobenbergs Kunden hat Koehler-Ruprecht ein exklusives 3er Paket der legendären Auslese trocken R zusammengestellt. Alles direkt aus der gutseigenen Keller-Reserve. Es enthält neben dem dieses Jahr erschienenen Jahrgang 2014 auch noch den spannenden 2011er und den herausragenden 2009er. Die Weine lagen bis vor kurzem im tiefen Keller des Weingutes und sind extra für dieses Paket erst kürzlich versandfertig gemacht worden. Besser geht es nicht! Eine einmalige Gelegenheit für Saumagen-Fans und alle die es noch werden wollen.

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Koehler Ruprecht

Pfalz

f

Riesling 100%

a

Lobenberg 96–98/100

Kallstadter Saumagen Riesling Auslese R-Paket 09/11/14 | 3 Flaschen trocken (3 Flaschen)
  • 175,00 €

Jahrgangsbewertungen im Einzelnen

2009 Auslese trocken R

Salzig-röstige Nase, daneben etwas Mango-Joghurt und Aprikose. Kreide und nasser Lehm als druckvolle Unterlage für den voluminös-samtigen Fruchtkern, aus großer Tiefe heraus kräftig anschiebend. Hat die Tiefe und das Format eines warmen Jahres mit hoher Reife, aber gleichzeitig eine mineralische Spannkraft und fein verwobene Dichte. 2009 hat ein bisschen was von allem, mehrdimensional, fesselnd und komplex. Ein großer Riesling aus einem anspruchsvollen und in den besten Fällen herausragenden Jahrgang. 98/100

Galloni: 2009: This bottling has been out for nearly two years but I have noticed some still on the market, and it is showing too impressively today not to advertise its virtues with an updated tasting note. A high-toned nose mingles corn shoot, sour mash, kirsch, mothball, fresh ginger and distilled floral essences. The silky palate displays a subtly sweet sense of sheer ripeness despite analytical dryness, with hauntingly floral inner-mouth perfume and forest floor undertones that act like a plush carpet of moss over which plays a kaleidoscopic display of floral, fruity, spicy, subtly peaty and otherwise multifacetedly mineral elements. Incidentally, the starting point here was not significantly higher in must weight than were the grapes for two dry 2009 Spätlesen, so the designation »Auslese« was chosen entirely based on the wine’s personality and its (correctly!) perceived aging potential. 95/100

2011 Auslese trocken R

Tiefe, gelbe Frucht, Pflaume, Austernwasser, Algen und helle Macadamia-Nuss, erneut leicht jurassisch-oxidative Anklänge. Samtig und einnehmend am Gaumen, auch hier deutlich würzig mit Kerbel und Muskatnuss. Der Abgang ist dicht verwoben, voluminös und cremig mit feiner Vanillesüße. Es war definitiv eine der positiven Überraschungen der Probe wie gut die beiden 11er dastehen. 2011 ist ein Jahr, das zwar jung durchaus bejubelt wurde, viele Weine entwickelten sich dann aber schnell etwas negativer als gedacht und zwischenzeitlich wurde das Potenzial oft in Frage gestellt. In jüngster Zeit scheinen sich einige 2011er (P.J. Kühns Schlehdorn z. B.) allerdings auf einem durchaus vielversprechenden Plateau einzupendeln, eine sehr interessante Entwicklung. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.  96+/100

Jeb Dunnuck: 2011: Lastly, the 2011 Riesling Kallstadter Saumagen Auslese R (dry) is another powerful yet elegant effort from this estate that does everything right. Loaded with notions of apple blossom, brioche, and a distinct honeyed minerality, it has awesome purity of fruit, a layered texture, and a rich, deep, lengthy finish. Drink this beauty over the coming decade or so. 94/100

2014 Auslese trocken R

Sehr reife Frucht in der Nase, leicht viskos im Glas, der hohe Extrakt deutet sich an. Es geht reich und gehaltvoll weiter mit gelber Melone, vollreifen Zitrusfrüchten, darüber ätherisch-frische Kräuternoten, Grüntee, zwischen den Fingern verriebener Salbei und Minze. Grandioses Spannungsfeld aus der reifen Frucht und den kühlen Kräutern. Im Mund etwas weniger rassig auftretend als 2015 und 2017, etwas breiter auffächernd und expansiver. Aber insgesamt doch schlanker wirkend als die Nase es vermuten lässt mit feiner Grapefruit-Bitternote im Nachhall. Milde Säurespur, die nicht so pikant-rassig wie 2015 daherkommt, sondern wesentlich feinere Töne anschlägt. Ein ruhiger 2014er, der sich im besten Fall ähnlich dem 2009er entwickeln kann. 96+/100

-- Suckling: 2014: Much more closed yet structured than the other 2014s, this is an imposing wine with enormous energy, tannic power and minerality. Should just be beginning to open up when it's released in 2020, but way more ageing potential than that! 95/100

Die R – Selektion

In manchen Jahren kann der Saumagen einen der herausragendsten Rieslinge der Welt hervorbringen und nur in solchen wird eine R-Version selektiert. Der Weg zum R ist steinig und schwer. Es ist eine klassische Fass-Auswahl, die nach x-fachem verkosten, vergleichen und abwägen im Keller gemeinsam mit dem Team beschlossen wird. Mal ist die Entscheidung völlig klar, mal etwas verzwickter. Je nach Jahrgang können ein oder mehrere Fässer der trockenen Spät- und Auslesen als R oder seltener als RR (zuletzt 2009) zur singulären Abfüllung auserkoren werden. Dabei zählt nichts anderes als grundsolide Sensorik für die Entscheidungsfindung. Durch das Zusammenspiel aus langsamer, oxidativer Pressung, der Vergärung mit wilden Hefestämmen aus dem Weinberg und Keller ohne Temperatursteuerung und dem langen Kontakt mit dem Hefegeläger entwickeln die einzelnen Fässer jedes Jahr einen hochindividuellen, einzigartigen Charakter. Gibt es einen schöneren Moment für einen Winzer als im Keller vor seinem besten Fass zu stehen und mit leuchtenden Augen die Erkenntnis zu gewinnen ein paar hundert Liter Wein von magischer Schönheit vor sich zu haben, die zum Allerhöchsten fähig sein werden?

»Eine Achterbahnfahrt für die Geschmackspapillen, die eigentlich nur aus Loopings besteht - man kann gar nicht aufhören zu grinsen.«

Ein ähnlich himmlisches Gefühl haben ein Dutzend Freunde und Geschäftspartner von K-R kurz vor dem Corona-Lockdown auf Einladung von Dominik Sona erleben dürfen. Verkostet wurden alle Saumagen Riesling R zurück bis 1990, die noch in den kühlen Kellern des Weingutes schlummerten. Die Flaschengröße war der Größe der Weine angemessen: Magnums only! Eine Achterbahnfahrt für die Geschmackspapillen, die eigentlich nur aus Loopings besteht - man kann gar nicht aufhören zu grinsen.

Der Saumagen ist nicht nur Pfälzer Nationalgericht und Leibspeise von Altkanzler Kohl, sondern auch ein überwiegend leicht geneigter Südost-Hang, der sich westlich der Gemeinde mit Blick auf das benachbarte Ungstein erstreckt. Fruchtbarer Löss und steiniger Kalkmergel auf einem Kalksteinplateau bilden den Unterbau für den Stoff aus dem die Legenden sind. Im oberen steilsten Viertel gibt es sogar Kleinterrassen, wohingegen das untere Viertel eher flach und tiefgründig ist. Mit bedauerndem Unterton stellt K-R Betriebsleiter Dominik Sona klar, dass weder diese unteren Parzellen noch die weiter oben liegenden östlich geneigten Abschnitte Teil der historischen Kernlage Saumagen waren. Das altehrwürdige Zentrum des Saumagens, der steil bis sanft abschüssige Südhang, wurde im Zuge einer Flurbereinigung nicht unwesentlich erweitert. Dominik Sonas Erfahrung ist, dass auch unter den Vorzeichen des Klimawandels der historische Kern weiterhin das Nonplusultra der Lage darstellt. Wobei hier eben stellenweise auch die sehr gute Bodenzusammensetzung zusammen mit der Exposition eine gewisse Rolle spielt und zuverlässig hohe physiologische Reife und mineralische Strahlkraft garantiert. Es ist also nicht verwunderlich, dass das Traubenmaterial für die R-Abfüllungen häufig aus dem Kernstück mit seinen alten Terrassenanlagen stammt.

Generationswechsel

Es ist nur wenige Jahrzehnte her, dass Frankreich zwischenzeitlich international als unangefochtenes Epizentrum für großen, trockenen Weißwein galt und es nur wenige Aspiranten von der anderen Rheinseite gab, denen man zutraute in diese Phalanx vorzustoßen. Unter den wenigen waren ganz gewiss schon in den 1990ern Koehler-Ruprechts Rieslinge aus dem Saumagen. Damals noch unter Leitung der Pfälzer Winzer-Ikone Bernd Philippi, der mit seinen trockenen Spät- und Auslesen eine beeindruckende Melodie anklingen ließ, die überregional Gehör fand. Es waren also große Fußstapfen, die der aktuelle Betriebsleiter Dominik Sona ab 2008 mitwirkend zu füllen hatte. Im Jahr 2010 hat er als alleiniger Betriebsleiter dann komplett übernommen und hat den unverkennbaren Stil noch zusehends verfeinert. Bemerkenswert ist auch, wie brillant sich die Ergebnisse der Übergangsjahre zeigen. Ohne den ultra-klassischen, leicht oxidativ-würzigen, monumentalen Baustil der Saumagen-Rieslinge aus Philippis Ära zu revolutionieren, sind doch marginale Änderungen in den Weinen spürbar. Mit dem Understatement eines Edeltuners für Supersportwagen macht das Team um Dominik Sona, Kellermeisterin Franziska Schmitt, Multitalent Rei Suzuki und Geisenheim-Talent Torben Maurer das Perfekte heute vielleicht noch ein bisschen perfekter. Der barocken Kathedrale werden mit den Händen eines Meister-Restaurateurs noch feinere Reliefs hinzugefügt. Die Fassade bleibt die selbe, doch wirkt sie bei genauem Hinsehen zumeist noch nuancierter, detailgetreuer und präziser. Kein Wunder also, dass einer meiner absoluten Lieblingsweine auf diesem Planeten die 2008er Saumagen Auslese trocken R ist. Es ist das erste Jahr unter Dominik Sonas Einfluss bei der Assemblage - selbst Statistik-Antipathen können hier eine Korrelation erkennen. Einem direkt daneben probierten und deutlich reifer wirkenden Clos St. Hune von Trimbach aus 2008 lies ersterer nicht den Hauch einer Chance. Zeiten ändern sich.

»Werkzeuge der Önologie prallen am traditionellen Stil von K-R ab wie die Vernunft an Donald Trump...«

Wenn die trockenen Spät- und Auslesen aus dem Saumagen die Krone des K-R Portfolios sind, so sind die legendären R-Auskopplungen das Juwel darin. Weltweit reißen sich Riesling-Freaks und Weinsammler um die flüssigen Pfälzer Ikonen, die beste Botschafter für das German Weinwunder der zurückliegenden drei Jahrzehnte sind. Denn das grandiose an den Rieslingen von K-R ist, dass sie neben ihrer Herkunft auch stets den Jahrgang unverfälscht abbilden. Werkzeuge der Önologie, die eventuelle Jahrgangsungereimtheiten ausgleichen könnten, prallen am traditionellen Stil von K-R ab wie die Vernunft an Donald Trump, der übrigens Vorfahren aus Kallstadt hat. Die Vinifikation ist bei K-R seit jeher klassisch und handwerklich, daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Vergärung erfolgt ausschließlich spontan und findet wie der Ausbau in deutschen Stückfässern verschiedener Größen statt. Die Weine werden nach verlängertem Hefelager abgefüllt und die R-Varianten bekommen anschließend einige Jahre Ruhezeit im kühlen Keller des Weingutes. Zudem ist K-R einer der letzten Mohikaner des trockenen Prädikatsweines, wie etwa auch J.B. Becker aus dem Rheingau. Naturreiner Wein alter Schule, die Anreicherung mit Zucker ist hier gesetzlich verboten.

Die Weine von Koehler-Ruprecht durchlaufen grundsätzlich reduktive und oxidative Phasen, teils wirken sie verschlossen, teils sehr offen und reif. Der Eindruck kann jedoch trügen und die Phasen können in einander übergehen, sich wiederholen oder stagnieren. Die Saumagen Rieslinge sind stets energiereiche, große Weine, die über die Zeit gewissermaßen ein volatiles Eigenleben führen, wie es den meisten großen Rieslingen zu eigen ist. Die Entwicklung vieler Weine dieser Rebsorte ist inkonsistenter als etwa die der meisten Chardonnays, aber eben auch aufregender. Die hohe handwerkliche Sorgfalt der Machart ist bei K-R absolut verlässlich, aber die unverfälschte Abbildung der Eigenheiten eines Jahrgangs macht sie zu extrem spannenden Sammlerobjekten, die Zeitgeschichte in der Flasche konservieren.

»Zeitgeschichte in der Flasche konserviert«

Verkostungsnotizen – Eine Rückschau

2018 Spätlese trocken R

Feine Nase mit reifer Zitrusaromatik, in einen kalkig-kreidigen Schleier eingehüllt, noch recht verschlossen wirkend. Ungewöhnlich karg und rassig für einen 2018er, was an der noblen Reduktion liegen dürfte. Die gelbe Frucht drückt sich nur in Nuancen aus, Steinobst und Melone, Zitronenmelisse. Recht straight auch im Mund mit reifer Zitrusfrucht, die von Kräutern und Tee ummantelt ist. Angenehm griffige Phenolstruktur und vitale Spannung im Finish, aber auch hier sorgt der reduktiv-zurückhaltende Status für einen momentan eher karg-steinigen Charakter. Sehr vielversprechend! o.W./100

2018 Auslese trocken R

Opulenter und tiefer in der Nase als die Spätlese, deutlich mehr Gewicht anzeigend. Zitronenabrieb und Melone dominieren in einer leicht ins tropische changierenden Aromatik. Sehr ruhig und ausgeglichen. Im Mund mit sattem Volumen mit schmeichelhafter Balance als gelbfruchtigem Fett und feinzitrischer Säurespur. Langer, erhabener Abgang mit unsüßer Honigmelone und dicht verwobenen Gerbstoffen. Wenn die Spätlese ein Chablis ist sind wir hier eher in Puligny Montrachet. o.W./100

2017 Spätlese trocken R

Ungemein viel Power für eine Spätlese, satt und hochverdichtet, tiefgelb und ölig im Glas. Ein Condrieu von der Mittelhaardt. Feine tropische Frucht, Maracuja, gelber Pfirsich und Nektarine, überreife Zitrone, Hefewürze. Auch im Mund mit beinahe überwältigender Dichte für eine Spätlese, doch der ausladende Kern wird von der rassig-zitrischen Säurespur perfekt im Zaum gehalten. Eine unendliche Spätlese mit geballter Power. 96-98/100

2017 Auslese trocken R

Erstaunlicherweise ist hier die Auslese der etwas feiner gezeichnete Wein als die Spätlese, oft ist es andersherum. Elegante Mischung aus gelber und auch weißer Frucht in der Nase, Mandelcreme, zarte Extraktsüße. Am Gaumen kommt mehr tropisches Volumen durch, aber auch ein fest verbautes Chassis aus Phenolen und saliner Säurestruktur durchzieht den packenden Abgang. Deutlich trocken am Gaumen aber voluminös-gehaltvoll aus der ungeheuren Extraktdichte. Weniger wild und aufbrausend als die opulente 2017er Spätlese trocken, mehr Gentleman. 96-98/100

2016 Auslese trocken R

Etwas laktisch in der Nase, fast ein wenig an Burgunder erinnernd. Sehr ruhig mit zen-gleicher Balance, nicht übermäßig expressiv, sondern stromlinienartig verwoben in eher weißfruchtigem Ausdruck mit zarten gelben Einschüben. Sehr eleganter Mundeintritt, samtig und geschliffen mit milder Zitrusaromatik, Limettenschale und viel Kreide, sehr saftig, mit Zug, aber bereits deutlich harmonischer als die frechen 2017er. Typisch 2016, Prince Charming. 96+/100

2015 Spätlese trocken R

Wild-expressive Nase mit der sprunghaften Power eines jungen Mike Tyson, tropisch-zitrische Frucht, wirkt ungehobelt und fein zugleich. Viel Kreideabrieb als mineralische Unterlage. Ein ungeheuerliches Energiebündel am Gaumen, salziges Zitrusroulette, platzt fast vor Spannung, vibrierend und bissig, angriffslustig, aber auch erhaben. Tim Fröhlich lässt grüßen. Ein faszinierender Wein, der mit verblüffender Präzision die Kraft und Rasse des Jahrgangs vereint. Riesengroß, aber gehört eigentlich für lange Zeit weggesperrt. Einer meiner persönlichen Lieblinge, ein atemberaubender Wein. 97–100/100

2014 Auslese trocken R

Sehr reife Frucht in der Nase, leicht viskos im Glas, der hohe Extrakt deutet sich an. Es geht reich und gehaltvoll weiter mit gelber Melone, vollreifen Zitrusfrüchten, darüber ätherisch-frische Kräuternoten, Grüntee, zwischen den Fingern verriebener Salbei und Minze. Grandioses Spannungsfeld aus der reifen Frucht und den kühlen Kräutern. Im Mund etwas weniger rassig auftretend als 2015 und 2017, etwas breiter auffächernd und expansiver. Aber insgesamt doch schlanker wirkend als die Nase es vermuten lässt mit feiner Grapefruit-Bitternote im Nachhall. Milde Säurespur, die nicht so pikant-rassig wie 2015 daherkommt, sondern wesentlich feinere Töne anschlägt. Ein ruhiger 2014er, der sich im besten Fall ähnlich dem 2009er entwickeln kann. 96+/100

2012 Spätlese trocken R

Die Lese fand dank hoher Traubengesundheit sehr spät statt in 2012, obwohl es an sich kein kühles Jahr war. Gebackener gelber Apfel und Muschelschale markieren die Nase. Sehr salzig am Gaumen mit mild-reifer Säure und einem insgesamt sehr eleganten, beschwingten Körperbau. Sehr schick. 96+/100

2012 Auslese trocken R

Iod, Algen und Muschelschalen in der Nase lassen gewisse Chablis-Reminiszenzen aufkommen. Das ist nicht ungewöhnlich für K-R Saumagen Rieslinge. Kraftvoll und würzig im Mund mit muskatig-nussig-salzigem Kern, fast Umami-Charakter. Wirkt sehr jugendlich und dennoch kaum Frucht zeigend, eher auf der steinig-würzigen Seite. Vollkommenheit - ein großer Riesling. 97+/100

2011 Spätlese trocken R

Oxidativ-nussig im Duft und wenn der 2012er etwas an Chablis erinnert, sind wir hier assoziativ eher im Jura angesiedelt. Gebackener Apfel, grüner Speck, Walnuss. Wunderbare Balance am Gaumen mit cremig-aufrauender Textur, die von einer zartschmelzenden Säure unterlegt ist. Die leicht griffig-raue Haptik stammt vor allem aus einer feinsalzigen Komponente, die erneut etwas an Savagnin aus dem Jura erinnert. Trinkt sich wunderbar und ist einer der spannendsten Weine in der Reihe, weil er mit seiner sehr strukturellen Ausdrucksart irgendwie anders ist. 96+/100

2011 Auslese trocken R

Tiefe, gelbe Frucht, Pflaume, Austernwasser, Algen und helle Macadamia-Nuss, erneut leicht jurassisch-oxidative Anklänge. Samtig und einnehmend am Gaumen, auch hier deutlich würzig mit Kerbel und Muskatnuss. Der Abgang ist dicht verwoben, voluminös und cremig mit feiner Vanillesüße. Es war definitiv eine der positiven Überraschungen der Probe wie gut die beiden 11er dastehen. 2011 ist ein Jahr, das zwar jung durchaus bejubelt wurde, viele Weine entwickelten sich dann aber schnell etwas negativer als gedacht und zwischenzeitlich wurde das Potenzial oft in Frage gestellt. In jüngster Zeit scheinen sich einige 2011er (P. J. Kühns Schlehdorn z. B.) allerdings auf einem durchaus vielversprechenden Plateau einzupendeln, eine sehr interessante Entwicklung. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen. 96+/100

2009 Spätlese trocken R

Salzkaramell und Toffee in der Nase, dazu ein Hauch Maracuja, auch kreidig mit leicht rauchigem Einschlag. Im Mund rauchige Quittenschale und Salzmandel, findet eine superbe Balance ganz ohne einschneidende Säurespur. 97/100

2009 Auslese trocken R

Salzig-röstige Nase, daneben etwas Mango-Joghurt und Aprikose. Kreide und nasser Lehm als druckvolle Unterlage für den voluminös-samtigen Fruchtkern, aus großer Tiefe heraus kräftig anschiebend. Hat die Tiefe und das Format eines warmen Jahres mit hoher Reife, aber gleichzeitig eine mineralische Spannkraft und fein verwobene Dichte. 2009 hat ein bisschen was von allem, mehrdimensional, fesselnd und komplex. Ein großer Riesling aus einem anspruchsvollen und in den besten Fällen herausragenden Jahrgang. 98/100

2009 Auslese trocken RR

Die letzte Doppel-R-Version, die es bisher gab. Auch Bernd Philippi war hier noch im Betrieb involviert. Die Nase wirkt gewissermaßen verschlossen und ist fast karg. Der Wein zeigt sich unfassbar jung. Zitronenmelisse, Zitrusschalen und Gesteinsmehl klingen an, aber insgesamt sehr zugeknöpft. Unglaublich jung auch im Mund, total unique in diesem kargen Ausdruck von Kraft. Zitrisch-salzig geradeaus laufend, Salzmandel, leicht röstig. Enorm fein, schwebend mit schwerelosem Volumen. Wow, was für ein Entwicklungspotenzial, gefühlt einer der jüngsten Weine in der Reihe. Hat wohl das Zeug eine Legende wie der 1990er zu werden. 100/100

2008 Spätlese trocken R

Wunderbar ausgewogene, mild-reife Zitrusfrucht, grüner Speck, Austernwasser. Karg, aber keineswegs abweisend. Auch etwas Mandarine, insgesamt aber eher zur hellen Frucht tendierend. Elegant und kühl-kräuterig, aber auch süßliche Töne kommen auf, Salzkaramelle. Dazu eine Kracher-Säure, die allerdings nie aggressiv ist. 97/100

2008 Auslese trocken R

Wunderbare Nase zwischen Zitrus und hellem Steinobst, steinig, kernig. Enorme Frische und rassiger Zug am Gaumen, kernige Würze, eher schlank für eine Auslese, aber doch mit genug Gewicht, um in dieser Klasse zu boxen. Feiner extraktsüß-hefiger Schmelz als Gegenpol zur rassig-zitrischen Säurestruktur. Ein Modellathlet. Großartige Balance auf der schlankeren Seite. Ich liebe diesen Wein. 97+/100

2007 Spätlese trocken R

Leichte Töne von nasser Pappe, die langsam abnehmen. Dann Algen, Pistazien. Salzig-würzig im Mund, erneut Algen und grünlich-gesteinsmehlige Komponenten. Kontrovers diskutiert. o.W./100

2007 Spätlese trocken RR

Ebenso zunächst etwas dumpfer in der Nase, aber subtiler, feiner wirkend. Elegant und leichtfüßig am Gaumen mit sehr fein nuancierter Zitrusfrucht. Zählt nicht unbedingt zu den längsten Weinen des Abends. o.W./100

2007 Auslese trocken R

Honig und rostiges Metall klingen an, erneut leicht dumpf wirkend in der Reihe mit den anderen. Muschelschale, tonig-erdig. Feiner Säurezug, der lange auf der Zunge nachklingt. o.W./100

2007 Auslese trocken RR

Eröffnet erneut etwas pilzig-dumpf, dann kommt Frucht auf, Grapefruit und Nektarine, Jod. Kalkiger Grip im Mund, wirkt allerdings etwas weniger trocken. Druckvoll und tief, im Mund frischer als in der Nase wirkend. Gibt insgesamt allerdings wie alle 2007er an diesem Abend ein leicht konfuses Bild ab. o.W./100

2005 Auslese trocken R

Sehr charmante, tropische Frucht, einnehmend, aber mit leicht rosinigen Untertönen. Auch dieser 2005er zeigt sich nicht von der klarsten Seite, etwas pilzig-speckig. Am Gaumen dicht und dunkel, karamellig. Lässt die letzte Definition vermissen und wirkt momentan etwas eindimensionaler als viele andere Jahrgänge. Eine alkoholische Wärme kommt im Abgang durch, was dem Wein etwas die Spannung nimmt. 93+/100

2004 Auslese trocken R

Kühle, weißfruchtige Nase mit minzig-frischer Kopfnote, feiner Kreidestaub, Austernschale, Gummiabrieb, noch immer reduktive Spannung andeutend. Die Nase wirkt feinst verwoben wie aus einem hellmineralischen, glockenklaren Guss. Hochfein, ruhig und elegant, stromlinienförmig. Im Mund entfaltet sich der Wein mit Quittenschale, Grapefruit und Senfkörnern, die zum Finish hin in Curry übergehen, dazu ein Hauch Petrol. Wirkt wie eine samtigere, harmonischere Version des stylischen 2008ers. Große Länge mit saliner Spannung. Überragend! 98/100

2001 Auslese trocken R

Hohe Konzentration, deutlich mehr Dichte als die Vorjahre 04 und 05. Geniale Mischung aus ersten Reifetönen und zartem Reduktionsstinker in der Nase. Animierende Bitternoten aus Quitten- und Grapefruitschalen kommen mit immenser Power angerauscht, auch Blutorange, extrem lange und intensive Präsenz im Mund. Die kernige, aufbrausende Säurefrische passt perfekt ins Gesamtbild dieses aufregenden Kraftpaketes. Ein beeindruckender Riesling, der nicht mal einen Hauch seiner Faszination eingebüßt hat. Völlig anders als der eher ruhig-elegante 2004er, aber ebenso grandios. 98/100

1998 Auslese trocken R

Wunderbar angereifte Rieslingnase, dazu Meeresbrise, Pfeffer, salzig eingelegte Zitrusfrucht, etwas Liebstöckel unterstreicht die Reifenoten. Sehr harmonisch mit dem Eindruck großer Frische, Kalkstein, feinsaftig. Salzige Umami-artige Geschmackskomponente, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, nussig-würzig, Curry, schlotzig! Auch dieser 1998er erinnert wie der 2011er etwas an salzig-wilden Savagnin. Enorme Länge. 96+/100

1997 Auslese trocken R

Viel Extraktsüße in der Nase, Marzipan, Salzbutter, karamellige Fülle. Im Mund mit satter Dichte aus tiefgelber aber sehr feiner Frucht, eine gewisse Salzigkeit und ein fester kreidiger Griff untermalen den sehr angenehmen Zug am Gaumen. Der Wein verfügt noch über eine gewisse Spannung, die nun aber eher mild-herangereift als bissig daherkommt. Quitte und Limettenschale sorgen für eine vitale, elegante Fruchtpräsenz im Mund. Lang und erhaben, vorzüglich gealtert und trinkt sich jetzt superb. 96/100

1996 Auslese trocken R

Sehr elegante Zitrusfrucht mit feiner tropischer Spitze, Dörraprikose, Mango. Dominik Sona stellt fest, dass der Wein mit 9 Gramm Säure in die Flasche kam und die sind heute noch deutlich zu spüren, denn der Wein fräst sich mit dem Geradeauslauf einer Kreissäge auf der Zunge fest. Dazu Grüntee und Kräuter, rassig durchziehend, aber durch eine gewisse Altersmilde hat dieses Laserschwert von einem 1996er durchaus einen Schmelz und Charme erreicht. Was für ein grandioser Riesling, ein Riesenspaß! 97+/100

1990 Auslese trocken R

Die Legende. Die erste geöffnete Magnum war nicht ganz auf der Höhe, deshalb war Dominik Sona so großzügig noch eine zweite zu öffnen und die war on-point. Hochkomplexe Nase mit zarten Eukalyptusnoten, Salbei, feine Röstaromen, Kaffeebohnen, Karamelle, getrocknete Grapefruit, getrocknete Bitterorange, roter Weinbergpfirsich, Curry, Erdnuss. Erstaunliche Fruchtdichte ohne Fruchtigkeit, am Gaumen kommt etwas weiße Schokolade hinzu. Grandiose Frische im Mund, die knackige, salzbeladene Säurespur schlägt voll auf, aber alles bleibt ruhig und harmonisch, total ausgeglichen und in sich ruhend, dennoch aufregend, voller Energie und Vitalität. Viril und fein zugleich. Kraftvoll und sanft. Ein Wein der Gegensätze vereint. Berührend. Zählt definitiv mit zu den größten Rieslingen, die ich in meinem Leben im Mund hatte. Dominik Sona erzählt mir einige Monate später, dass die Reben zum Zeitpunkt der Ernte zarte fünf Jahre alt waren - und wir diskutieren über die Überlegenheit von alten Reben. Verblüffend, oder? 100/100

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Über den Autor: Elias Schlichting

Elias ist Wine Scout bei Lobenbergs. Zuständig dafür, spannende Weine ausfindig zu machen und neue Weingüter zu entdecken. Zuvor hat er in Geisenheim Weinwirtschaft studiert und nebenbei diverse Praktika bei Weingütern, wie z. B. Heymann-Löwenstein absolviert. Als Autor hier im Magazin haben Sie schon einige spannende Artikel von ihm gelesen.