Im Portrait

Jorge Navascues

Weinberge von Jorge Navascues vor Gebirge

Navascues erkannte das Potenzial dieser international noch relativ unbekannten Region mit dem Ziel, sie auf das Radar der Weinwelt zu pushen. Dabei möchte er das Rad gar nicht neu erfinden, sondern vielmehr einfach das Gegebene nutzen – nämlich die ausdrucksstarken, autochthonen Rebsorten. Die kargen, vom Schiefer geprägten Lagen befinden sich in rund 650 Metern Höhe. Extrem alte, in Buschform erzogene Garnacha-, Cariñena- und Macabeo-Reben. Durch die Bodenbeschaffenheit ist hier keine Mechanisierung möglich, jegliche Arbeit im Weinberg erfolgt per Hand. Zudem wird komplett auf synthetischen Dünger verzichtet. Anders als in anderen Teilen der Appellation Cariñena sind die Rotweine hier eher frisch als reif. Mit ihrem blumig-würzigen Charakter erinnern sie in ihrer Feinheit manchmal sogar etwas mehr an Pinot Noir als an konzentrierte Garnacha. Auch bei den Weißweinen, die vor mineralischer Strahlkraft strotzen, würde man nicht denken, dass sie aus einer der heißesten Regionen Spaniens stammen. Hier herrscht eben optimales Mikroklima für diesen ätherischen Weinstil.

Spektakuläre Keller

Almonacid de la Sierra kann auf eine seit Jahrhunderten bestehende Weinbaukultur zurückblicken. Das traditionelle Dorf mag zwar erstmal etwas unscheinbar daher kommen, doch das ist wirklich nur auf den ersten Blick der Fall. Die Musik spielt hier im Untergrund – dort wurden schon im Laufe des 15. Jahrhunderts mehr als 200 kilometerlange Kellergewölbe errichtet. Uralte Gewölbe, die jeden völlig fasziniert zurücklassen, der sie gesehen hat. Bis ins 19. Jahrhundert waren hier noch viele Kellereien ansässig, heute steht ein Großteil allerdings leer. Jorge Navascues leistet einen tollen Beitrag zum Erhalt dieser Kultur – nicht ganz uneigennützig, denn er nutzt die optimalen Verhältnisse für seinen Weinausbau in einem solchen rekultivierten Keller. Konstante Temperaturen und eine perfekte Luftfeuchtigkeit, ganz ohne Technik – vom Einfachen das Beste. Der Ausbau der Weine erfolgt dann überwiegend in Betontanks und größeren Eichenfässern mit einem weitestgehenden Verzicht auf neues Holz. Die Weine sollen ihre Herkunft widerspiegeln. Solch feine Weine, wie Jorge sie keltert, darf man nicht mit zu viel Neuholz erschlagen.

Meister der Balance

Die Weine der CUTIO-Reihe sind der perfekte Einstieg in diese ureigene Weinwelt Cariñenas: fruchtig, saftig und ansprechend, dennoch mit Eigenständigkeit und Tiefe – in diesem Preissegment beinahe unschlagbar. Sie stehen schon solo super da, sind aber auch geniale Essensbegleiter. Eben echte Alltagshelden! Bei Mas de Mancuso haben wir dann noch eine Schippe mehr Komplexität und mineralische Tiefe, noch mehr Kräutrigkeit, Struktur und Spannung. Alle haben eine bestechende Balance zwischen Frische und Kraft – sie wirken trotz ihrer Komplexität nicht überladen oder anstrengend, sondern immer animierend. Die Lust auf das nächste Glas kommt ganz von selbst.