Wittmann: Silvaner Mineral 2023

Wittmann: Silvaner Mineral 2023

BIO

VDP

Limitiert

Zum Winzer

Silvaner
weiß, trocken
10,0% Vol.
mineralisch
frische Säure
leicht & frisch
Lobenberg: 94/100
Suckling: 92/100
Deutschland, Rheinhessen
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Silvaner Mineral 2023

94
/100

Das sind die wirklich allerletzten Silvaner-Trauben, die Wittmann geerntet hat. Seit dem Jahr 2023 gibt es keine Flächen mehr im Weingut. Und Philipp Wittmann beendet das Thema Silvaner mit einem Big Bang, denn dieser Wein ist etwas völlig anderes als je zuvor! Komplett entrappt und dann auf den Schalen vergoren, dadurch bekommt er eine Reduktionsnote, die eher an das Jura denken lässt. Für 18 Monate auf der Hefe im Stückfass ausgebaut, es gibt auch nur ein einziges Fass. Würzig und intensiv, mit Quitten- und Apfelschale, Rauch, Feuerstein, Umami-Charakter im Mund, sazig und steinig mit griffigem Gerbstoff, der sich an den Papillen festbeißt. Der Wein ist leicht filtriert und geschwefelt, Philipp wollte keinen Naturwein daraus machen, sondern mehr Präzision und Fokus haben. Obwohl es für seine Verhältnisse schon ziemlich wild ist, lässt Philipp Wittmann natürlich nichts anbrennen, das ist kein reiner Freakstoff, er hat schon auch viele klassische Silvaner-Elemente in sich mit der Kräuterwürze und der kühlen, steinigen Struktur seiner Kalksteinlagen. Aber wenn hier Savagnin auf der Flasche stehen würde, hätte es mich auch nicht gewundert. Westhofen meets Arbois!

Jahrgangsbericht

Der Winter 2022 auf 2023 brachte endlich, wovon wir in den letzten Jahren oft zu wenig hatten: Niederschlag. Dank Regen satt, waren die Wasserreserven nach dem viel zu trockenen 2022 endlich wieder gut gefüllt, was den Reben einen vitalen Start ins Frühjahr eröffnete. Nahezu keine Frostschäden und paradiesisches Wetter begleiteten eine tolle Austriebs- und Blütezeit, die die Winzerherzen höherschlagen ließ. Es folgte, woran wir uns – mit Ausnahme von 2021 – bereits gewöhnt haben: ein heißer und (zu) trockener Sommer. An den kargsten Standorten gab es wie im Vorjahr etwas Trockenstress. Die älteren Reben kamen aber aufgrund der satten Winterniederschläge glimpflich und sehr gesund durch den provençalischen Frühsommer. Nichtsdestotrotz hätte 2023 eine mittlere Katastrophe werden können, wenn die Trockenheit bis zur Lese so durchgepowert hätte, doch ausgerechnet der sonnenverwöhnte August brachte die Kehrtwende auf den Hacken, denn es war der regenreichste August seit langem. Ab Anfang/Mitte September – gerade recht zur Lesezeit – machte das Wetter vielerorts erneut eine Kehrtwende und schwenkte zurück zu sonnig-warmen, trockenen Verhältnissen. Die bereits kühleren Nächte ermöglichten eine hocharomatische Ausreifung, die 2023 diese gewaltige Fruchtstärke und kühle Brillanz beschert hat. Tatsächlich sahen die Trauben mancherorts aus wie von einem anderen Stern: goldgelb, hochreif und voll praller Energie und Saft. Ob 2023 wirklich DAS Jahr der Jahre ist, steht natürlich noch in den Sternen, aber die Vorzeichen sind mehr als grandios… es ist aus mehreren Gründen der faszinierendste Jahrgang der letzten Jahre. Kein Jahr zuvor war in der Vegetationsperiode so »sonnig« UND so »nass« zugleich. Also doch kein reines (Wein-)Wunder, dass 2023 diese wundervolle geschmackliche Mischung zwischen den aromatisch-dichten 2018ern und 2019ern, sowie den rassig-kühlen 2012ern und 2013ern ist. Warme, satte Agrumenfrucht ohne Ende, von Grapefruit bis Quitte ist alles dabei – und darunterliegend immer wieder dieser mitreißende Speichelturbo. Die Weine haben mehr Dichte als in 2020, eine höhere Reife als in 2021 und mehr Geschmeidigkeit als in 2022 – deshalb gefällt mir der Jahrgang beim Riesling in der Breite bisher auch besser als seine Vorgänger. 2023 kann sowohl 2021er Riesling-Freaks als auch Fans des runderen 2018 abholen. Die Einzigartigkeit der 2023er Rieslinge liegt im Akkord aus beeindruckender Dichte, die selten schwer wirkt, glasklarem Terroircharakter und einem Trinkfluss für die Götter. Die höhere Wasserverfügbarkeit der Reben hat vielen Weinen einen schwer in Worte zu fassenden »Fluss« verliehen. Die Besten sind so reich und geschmeidig, dennoch nie fett oder überwältigend, immer freudvoll und saftig. Vor allem im direkten Vergleich mit dem phenolisch-festeren und etwas kargeren Vorjahr 2022, ist das ein Quantensprung in Richtung früher Trinkbarkeit und Gourmetfaktor. Ich kann mir gut vorstellen, dass 2023 sogar bei den großen Weinen für eine längere Zeit offen und zugänglich bleibt. Das gibt dem Jahr potenziell ein riesiges Trinkfenster, denn dank tiefer pH-Werte und großer Balance ist das allemal auch ein Jahrgang für den Keller. In der Spitze sind die 2023er buddhistische Rieslinge. Keines der letzten drei Jahre hatte ein so stimmiges Gesamtbild aus expressiver Frucht, samtig-dichter Textur und perfekt reifen Säuren. 2023 fließt einfach – Hedonismus pur!

92
/100

Suckling über: Silvaner Mineral

A super-flinty, light-bodied dry white with restrained quince fruit on the sleek palate. Very focused in the long, steely and stony finish. The last ever dry silvaner from this producer has just 10% alcohol. From biodynamically grown grapes with Respekt certification. Drink or hold.,,

Mein Winzer

Weingut Wittmann

Das Weingut Wittmann existiert seit vielen Generationen. Inzwischen führt Philipp Wittmann das Weingut in langer Familientradition. Unter seinen Händen ist Wittmann neben KP Keller heute ganz klar das renommierteste Weingut für trockenen Riesling in Rheinhessen. Die Eltern, Elisabeth und Günter,...

Silvaner Mineral 2023