Lobenberg: Wie alles bei Christmann aus biodynamischem Anbau stammend. Gimmeldingen ist im Schnitt 2 Grad kühler als Forst und auch etwas kühler als Ruppertsberg und Königsbach. Diese Kühle, diese Feinheit drückt sich in diesem Weißburgunder deutlich aus. Zusätzlich verfolgen Steffen und Sophie Christmann seit 2017 einen etwas anderen Stil in ihren Weißburgundern. Wenig Vorklärung, wärmere Spontangärungen und ein Touch mehr Holzeinsatz sorgen für einen fokussierteren, puristischeren Stil. Rauchige Holzunterlegung, dann weißer Pfirsich, Birne, hell und kristallin, kräuterwürzig, Pfefferminze, Eukalyptus, etwas Kreide, Limette. Der Mundeintritt ist saftig und kühl, fokussiert und rassig mit feinsalziger Säurespur, sehr stylisch, weißfruchtig, getragen und elegant. Durchaus mit gewisser Substanz und Dichte in der Mitte, Pfirsich, Birne, aber insgesamt ist die Frucht etwas reduzierter als in früheren Jahren. Der Nachhall ist puristisch, hell und mineralisch mit feiner Salzigkeit und griffiger Phenolik. Wirkt lange nach mit dieser kühlen Kräuterfrische und der zarten Hefewürze. Diese neue Ausrichtung gefällt mir sehr gut, sehr schick, das Holz braucht noch ein, zwei Jahre um komplett geschluckt zu werden, aber das ist ein sehr schicker, substanzreicher Weißburgunder aus dem genial frischen Jahr 2019. 95/100