Weißburgunder Aus Den Lagen 2021

Christmann: Weißburgunder Aus Den Lagen 2021

BIO

Zum Winzer

95–96
100
2
Weißburgunder 100%
5
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2032
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 95–96/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Weißburgunder Aus Den Lagen 2021

95–96
/100

Lobenberg: Ein Großteil der Guts- und Ortsweinflächen des Weißburgunders wurde ins neue Sektgut Christmann & Kauffmann abgegeben. Das Weingut verfügt nur noch über Erste und Große Lagen, entsprechend werden alle Weine so vinifiziert, dass sie auch ein Erstes oder Großes Gewächs werden könnten. Die geschmacklich nicht ganz an 1G oder GG heranreichenden Partien werden dann zu der neu entstandenen Kategorie aus den Lagen zusammengefasst. Wie alle Weine Christmanns aus biodynamischen Anbau. Der 2021er stammt überwiegend aus dem Pfarrwingert und dem Schlössel, in der Verlängerung der Meerspinne auf Löss-Lehmböden. Relativ früh gelesen, mit Trub direkt im Holz vergoren, spontane Malo. Ausbau überwiegend in Doppelstück und Tonneaux. Grob filtriert und minimal geschwefelt. Helle, kristalline Nase, die völlig ohne Fett, aber mit einem schönen pfälzischen Schmelz aus dem Glas kommt. Lindenblüte, weißer Pfirsich und grüner Apfel, etwas weißer Pfeffer und Feuerstein. Der Stilwechsel aus dem Vorjahr setzt sich hier natürlich konsequent fort. Sophie und Steffen Christmann sind noch fokussierter und weniger fruchtig geworden sind bei ihren Weißburgundern. Das spürt man hier direkt. Frisch und energetisch im Mund, schlank und rassig gebaut, geradeauslaufend auf der feinen Säurespur. Salzig, griffig texturiert mit zarten Gerbstoffen und einer unglaublichen Eleganz und Finesse. So zart, tänzelnd und geschmeidig, dennoch mit einer satten Substanz und Tiefe. Ein irrer Spagat, den Christmanns natürlich exzellent beherrschen. Das ist schon erste Liga im Weißburgunder in Deutschland, wenn man Eleganz über Kraft setzt. 95-96/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Christmann

Seit 1996 ist Steffen Christmann in 7. Generation das Mastermind hinter Weingut A. Christmann. Inzwischen ist auch Tochter Sophie fest an seiner Seite. Das dynamische Duo steht hinter einigen der größten Weine der Pfalz aus biodynamischem Anbau.

Weißburgunder Aus Den Lagen 2021