Vina El Pison Tempranillo 2021

Bodegas Artadi de Laguardia

Vina El Pison Tempranillo 2021

BIO

voluminös & kräftig
tanninreich
seidig & aromatisch
100
100
2
Tempranillo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2032–2072
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 100/100
6
Spanien, Rioja und Navarra
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Vina El Pison Tempranillo 2021

100
/100

Lobenberg: Die Nase des El Pisón ist ganz einzigartig und nicht mit der Nase der vorherigen Weine zu vergleichen. Klar, wir haben die typische Kühle aus 2021, wir haben Holunder, Vogelbeere und Lakritze, auch wieder Minze, After Eight und ein Hauch Anis, dazu feine Nuancen von verschiedenen Waldfrüchten. Ein Hauch Exotik aus Orangenzesten, frischer Tabak und frischgebackenes Brot. Erstaunlicherweise dann der süßeste Wein im Mund. Was für ein immenser Schub aus süßer roter und schwarzer Kirsche! Samtige Tannine, Veilchen in Nase und Mund. Große Harmonie und trotzdem ist der Wein multikomplex. Extrem ausdrucksstark und reich im Mund. Wow, was für ein Ereignis! Der Wein steht für Minuten, alles changiert, er wechselt die Richtung zwischen süß und sauer. Süße Kirsche, Sauerkirsche, Schlehe und alles mit diesem reifen, seidigen Tannin unterlegt. Hochintensiver Kreide-Salzabgang. Es ist der komplexeste und vollständigste Wein von Artadi, gleichzeitig verbirgt er die Kühle des Jahrgangs 2021 nicht. Großes Kino! 100/100 *** El Pisón ist ein Weinberg mit 2,4 Hektar in Laguardia, die Reben wurden 1945 gepflanzt und stehen in Ostexposition. Die Trauben werden bei Artadi grundsätzlich entrappt. Spontane Gärung, der Wein wird anschließend im Holz ausgebaut. Artadi möchte über alle Weine hinweg den Anteil an Neuholz Stück für Stück auf zehn Prozent reduzieren. Gleichzeitig steigt sukzessive der Anteil an größeren Fässern.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Artadi

Eines der qualitativ besten Weingüter Spaniens gehört der Familie Lopez de Lacalle aus Laguardia.