Vieux Chateau Certan

Vieux Chateau Certan 2018

tanninreich
voluminös & kräftig
100
100
2
Merlot 70%, Cabernet Franc 30%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2072
Verpackt in: 1er OHK
3
Lobenberg: 100/100
Gerstl: 20+/20
Parker: 99+/100
Suckling: 99–100/100
Jeb Dunnuck: 99/100
6
Frankreich, Bordeaux, Pomerol
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Vieux Chateau Certan 2018

100
/100

Lobenberg: Die direkten Nachbarn sind Petrus, La Conseillante, L'Evangile, Certan de May und Petit Village. Der Wein war und ist klar der feinste der Appellation. Das liegt an der Besonderheit der Böden dieses Plateaus, Kies über eisenhaltigem Lehm, hier wächst neben der Merlot auch ein großer Anteil Cabernet Franc und sogar Cabernet Sauvignon. Die dadurch erlangte Duftigkeit, Eleganz und Finesse erinnern an feinste Weine des Medoc, dennoch sind die Weine durch einen doch ganz erheblichen Merlotanteil natürlich wesentlich voller. Wie überall vom Winter bis in den Frühling zur Mitte des Jahres 2018 gab es hier milde Temperaturen mit Regenfällen und viel Feuchtigkeit. Dann ab Mitte Juli folgte ein sensationeller Sommer mit einer extremen Trockenperiode, aber die Wasserreserven waren gut aufgefüllt, sodass die Reben mit dem Trockenstress sehr gut umgehen konnten. Speziell die alten und wichtigsten Reben sind perfekt durch diesen warmen Sommer gekommen. Die Charakteristik des Jahres 2018 hat sich, gegenüber der vorherigen Jahre, durch diese hohe Wärme und durch die lange Trockenheit verändert, wie fast überall. Eine für Vieux Château Certan unglaubliche Intensität und Tiefe tritt neben die gewohnte Eleganz, dazu extrem reife und volle Aromen, sehr viel Veilchen, eher ungewöhnlich für dieses Château. Die Frische wird aus der hohen Reifen der Frucht gewonnen, das Ganze mit massiven aber samtigen Tanninen, das wird ein Jahr für die Ewigkeit in dieser Charakteristik. Dem Jahresverlauf wurde durch die Laubarbeit in der zweiten Juli-Hälfte entgegnet, um die Reife hinauszuzögern, dann folgte noch eine grüne Lese Anfang August. Die Ernte fand vom 19. September an statt und endete am Ende der ersten Oktoberwoche. Im Durchschnitt wurden 40 Hl/ha geerntet, also ziemlich normal. Es gab hier durch rechtzeitige Behandlung keine Mehltau-Verluste. Die Cépage ist 70% Merlot und 30% Cabernet Franc bei einem pH-Wert von 3.78, einer totalen Säure von 3.35 g/L und der Alkohol wird mit 14% ausgewiesen. So wie die Zusammenfassung des Jahrganges aussah, so stellt sich auch die Nase dar. Ungewöhnlich reif, dicht und voll, fast brutal in der Aromatik, aber dabei butterweich und fein bleibend. Trotz des hohen Cab. Franc Anteils haben wir eine klare Dominanz des Merlot, Schwarze Kirsche, Amarenakirsche, Veilchen bis zum Abwinken, diese hohe florale aber gleichzeitig süße Intensität, ein bisschen Moschus dazu, Jasmin, immer wieder hochreife Schwarzkirsche, Amarenakirsche, dazu Backpflaume, die Aromatik ist wirklich brutal. Man weiß schon von der Nase, dass man diesem Wein viel Zeit geben muss, weil die Intensität am Anfang einfach zu hoch sein wird. Bereits an der Nase erkennt man das wahnsinnige Alterungspotenzial. Die hohe Reife zeigt sich auch im Mund, auch hier die immense Masse an Schwarzkirsche, aber gleichzeitig auch unglaublich fein, mit heller Lakritze und wieder dieser Floralität, eine Blumigkeit wie wir sie schon bei so manchen Top-Weingütern hatten, und es sind nicht nur Veilchen, es sind auch getrocknete Blüten jeder Art, ganz fein schwebend. Das Tannin ist im Mund eher seidig, total verspielt, der Wein ist lang, salzig und noch einmal in einer ganz erstaunlichen Art und Weise floral. Ganz langsam schieben sich von hinten dann die Maulbeere, die Schwarzkirsche, die Dörrfrüchte heran, sie können aber die mineralisch-salzig unterlegte Floralität in keinem Fall überdecken. Ein unglaublich üppiger, reicher Wein und gleichzeitig ein ungemein feiner Wein. Diese Blumigkeit habe ich hier in dieser Ausprägung so noch nie erlebt. Nach einer langen Diskussion mit dem Winemaker hier, über das Jahr 2018 und diese ausgeprägten floralen Elemente, ergab dass der Mund dieses Weines 2018 stark vom Cab. Franc dominiert wird, der auf diesen sehr speziellen kiesig-sandigen Lehmböden von VCC dann so eine unglaubliche Feinheit ergibt. Wie Alexandre sagte: Im Grund füllt der Cab. Franc die Lücken des sehr schweren, üppigen Merlot aus und das hat in 2018 zu einer ungemeinen Dominanz geführt und dazu, dass eben die Feinheit über den reichlich vorhandenen samtigen Tannin-Schub und über die hohe Reife des Merlot siegt. Also die große Finesse in totaler Opulenz und Reife. Das ist die Besonderheit des Jahrgangs 2018 und es ist wieder einmal großes Kino hier auf Vieux Château Certan. Ich weiß gar nicht seit wie vielen Jahren dieses Weingut inzwischen der Primus inter pares ist. Wenn man Finesse liebt, wenn man Eleganz liebt, also wenn man multikomplexe, tänzelnde Eleganz liebt, ist VCC der Maßstab am rechten Ufer. 100/100

20+
/20

Gerstl über: Vieux Chateau Certan

-- Gerstl: Das ist wie immer in der letzten Jahren ein unglaublicher Gänsehautduft, an diesem Wein zu riechen ist ein die Sinne berauschendes Erlebnis, das ist pure Feinheit, aber die Intensität der Aromen ist immens, ebeso die Vielfalt, das ist eine einzigartige Schönheit der Natur. Die Art und Weise wie hier die Frucht in Szene gesetzt wird ist unvergleichlich, es ist ganz anders als Tretre-Rôteboeuf, aber genauso faszinierend. Hier habe ich das Gefühl, der Wein hätte gar keine Tannine, so fein sind sie. Selbstverständlich sind es Massen von allerfeinsten Gerbstoffen, die diesen verführerischen Wein tragen. Feiner und eleganter kann ein Wein nicht mehr sein, konzentrierter wohl auch kaum und komplexer schon gar nicht. Das ist einer der perfektesten Weine, die ich je gekostet habe. Jedes Detail ist in sich stimmig und ergänzt das Gesamtbild in idealster Weise, dennoch ist da Spannung ohne Ende, unglaublich, was da abgeht. Der 2018er ist ohne Zweifel der grösste unter den Traumweinen, die hier in den letzten Jahren entstanden sind, zumindest ist es der präzieseste, ein Wein den man in der 20 Punkte Skala nicht mehr unterbringen kann. 20/20

99+
/100

Parker über: Vieux Chateau Certan

-- Parker: The 2018 Vieux Château Certan is composed of 70% Merlot and 30% Cabernet Franc, weighing in with 14.4% alcohol and an IPT (total polyphenol index) of 77. Medium to deep garnet-purple colored, the nose is locked down tight at this youthful stage, requiring a lot of patient swirling to release a profound powerhouse of a perfume: preserved plums, blueberry compote, ripe black cherries and boysenberries, leading to suggestions of Indian spices, lilacs, espresso and licorice, plus a waft of sandalwood. The medium to full-bodied palate has an amazing sense of cohesiveness. There are no edges to the seamless flow of exquisitely fine-grained tannins and perfectly knit acidity, beautifully framing the blue and black fruits, which are at once elegant and also so, so rich. It finishes with many slowly lapping waves of minerals and exotic spices, which just go on and on. It is a wine that is, simply put, an experience not to be missed. Give it a good 6-8 years in the cellar and drink it over the next 30 years or more. 99+/100

99–100
/100

Suckling über: Vieux Chateau Certan

-- Suckling: This is a significant VCC with masses of fruit and juicy tannins. It’s fresh, but impresses you with the rich and powerful fruit. A tower of a wine. Incredible depth and density. Thick and muscular. It is 30 per cent cabernet franc, the rest merlot. 99-100/100

99
/100

Jeb Dunnuck über: Vieux Chateau Certan

-- Jeb Dunnuck: The flagship 2018 Vieux Château Certan is based on 70% Merlot and 30% Cabernet Franc and was brought up in (I suspect) roughly 50% new French oak. It tips the scale at 14.5% natural alcohol, which is the same as the 2010 (slightly higher than the 2009) and has a pH of 3.78, which is also very close to the 2010. This rock star of a Pomerol offers a kaleidoscopic array of red, black, and blue fruits, white truffle, spring flowers, tobacco, and crushed rock-like minerality on the nose. It has perfectly integrated oak, gorgeous concentration, building yet ultra-fine tannins, and not a hard edge to be found. I was able to follow this bottle for multiple days, and the large Cabernet Franc component became more and dominant, yet it never truly shut down and was always a joy to drink. Nevertheless, a good 7-8 years of bottle age are warranted, and it should evolve for 30-40 years in cold cellars. Again, the Thienpont family produces a heavenly wine that wine lovers should all have in their cellar. Along with Petrus, Conseillante, Lafleur, and a handful of others, it's one of the appellation's most singular wines. 99/100

Pirmin Bilger über: Vieux Chateau Certan

-- Pirmin Bilger: Die Ernte hat vom 19. September bis zum 9. Oktober stattgefunden. 70% Merlot und 30% Cabernet Franc. 14.4% Alkohol, 3.35g Säure und 3.78 pH. Man hatte keine Probleme mit dem Mehltau und konnte eine gute Ernte einfahren. Das Château selber sagt, dass 2018 ein hervorragender Jahrgang ist. Was für ein irrsinnig tiefgründiger Duft - das ist pure dunkle Frucht mit einer kühlen Frische unterlegt. Kirsche, Pflaume, Zwetschgen, Brombeere, Blaubeere und dazu einer blumiger Hintergrund von Veilchen. Das Bouquet zeigt sich unglaublich reif und würzig mit zarten Röstaromen unterlegt. Unglaublich dicht mit viel Druck am Gaumen und einer gewaltigen Extraktsüsse. Nie marmeladig immer auf der frischen Seite bleibend. Der VCC hat es in diesem Jahr geschafft die ideale Balance zwischen dieser geballten Frucht und Eleganz zu erreichen. Was für ein edles Tanningerüst, welche dem Körper diesen cremig weichen Charakter verleiht. Der Cabernet Franc Anteil hüllt die Merlotfrucht in diesen samt seidigen Mantel und verleiht ihm diese strahlende Schönheit. Ich bin ein totaler Fan von diesem Château und dieser 2018er scheint alle Grenzen zu sprengen.20+/20

Mein Winzer

Vieux Chateau Certan

Vieux Chateau Certan befindet sich im Besitz der Familie Thienpont (die Brüder und Cousins zeichnen für Le Pin und Pavie Macquin verantwortlich, früher gehörte ihnen auch einmal Troplong Mondot) und liegt auf dem wahrscheinlich besten Terroir ganz Pomerols.